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13 Versuche ein Hahn zu werden - 5

Wolfgang Lettl1978

Lettl - Sammlung surreale Kunst

Lettl - Sammlung surreale Kunst

Serie "13 Versuche ein Hahn zu werden" entstand in den Jahren 1977/78.

Die Serie kann als surrealer Lebenslauf betrachtet werden.

Im fünften Bild verwendet Wolfgang Lettl das Portrait Napoleon I vor dem Chateau de Malmaison gemalt von François Gérard (1770-1837) und bestückt Napoleons Körper mit dem Hahnenkopf, ein häufig verwendetes Symbol für Frankreich. Den Hintergrund malt er herrschaftlicher, als auf dem Bild von Gérard.

Wolfgang Lettls Beziehung zu Napoleon hat folgenden Hintergrund:

"Schon in frühester Jugend fühlte ich mich Napoleon verbunden. Er war mein Idol. Ich kannte ihn von einem bunten Bildchen her, aus dem mir der Kaiser mit kindlichem Gesicht, blauäugig-majestätisch entgegenblickte, und ich bildete mir ein, zwischen seinem und meinem Aussehen Anzeichen von Ähnlichkeit feststellen zu können.
Immer, wenn ich mir beim Frisör die Haare schneiden lassen musste, betrachtete ich im großen Spiegel mein Antlitz und prüfte, wie weit es mir schon gelungen war, meine Züge denen des großen Napoleon anzugleichen.

Zusammen mit der Feststellung, dass meine Gesichtszüge ohnehin allmählich, aber immer eindeutiger eine andere Richtung einschlugen als die napoleonischen, verblasste meine Faszination durch den Kaiser. Er kam schließlich als Vorbild nicht mehr in Frage, ja er wurde mir mit fortschreitender Geschichtskenntnis immer unsympathischer.

Meine stille Bewunderung hatte sich inzwischen einer Dame zugewandt, die mir mit blendend weißem Gebiss aus einem Plakat für Chlorodont freundlich entgegen lächelte. Ach, war die schön.

Aber Napoleon habe ich dennoch nicht ganz vergessen, und eines rechne ich ihm hoch an: Er soll einmal gesagt haben: "Wer jemandem die Zeit stiehlt, der gehört genau so eingesperrt wie jeder gemeine Dieb."

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