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Albrecht: Jüngerer Titurel

1430

Bayerische Staatsbibliothek

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Das mittelhochdeutsche Gralsepos genoss mit seinen Schilderungen von „aventiure“ und Minnedienst bis ins ausgehende Spätmittelalter hohe Beliebtheit. Der Codex mit seinem umfassenden Bildzyklus in qualitätvoller Deckfarbenmalerei bildete mit dem verschollenen ersten Band eine sehr repräsentative zweibändige Abschrift des Werkes. Elemente aus der böhmischen Malerei, die über Zwischenstufen der Wiener und Regensburger Kunst adaptiert wurden, stehen neben sehr starken oberitalienischen Einflüssen. Der Hauptmeister der Handschrift rezipierte sehr früh im 15. Jahrhundert neben anderen Werken Naturstudien oberitalienischer Künstler wie Giovanni de Grassi und beeindruckt durch ungewöhnlich naturalistische Pferdedarstellungen mit extremen Verkürzungen und verschiedenen Körperwendungen und Körperansichten.

Blatt 2v – 3r: Zu Beginn der Münchner Titurel-Handschrift steht die zweite Orientfahrt des Tschionatulander zum Kalifen von Bagdad. Die Miniatur zeigt den Kalifen und seine Frau, wie sie in prächtigen, goldgewirkten Gewändern Tschionatulander entgegenreiten. Es folgen der Hofstaat mit Reitern in voller Rüstung und Hofdamen. Hervorzuheben ist die Darstellung der Pferde in verschiedenen Bewegungen, die die frühe Rezeption oberitalienischer Naturstudien belegt.
Das gegenüberliegende Blatt zeigt wie der Kalif von Bagdad und seine Frau Klarissilia Tschionatulander und seinen Begleiter mit ihrem Hofstaat empfangen. Auf Wunsch des Kalifen erweist Klarissilia dem vor ihr knienden Helden eine besondere Ehre: Sie legt ihre Hände in die seinen, so dass die Geste des Treuebundes hier umgekehrt wird.

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  • Titel: Albrecht: Jüngerer Titurel
  • Datierung: 1430
  • Ort: Südtirol?
  • Herausgeber: Bayerische Staatsbibliothek
  • Externer Link: Komplett online lesen
  • Material: Pergament
  • Signatur: Cgm 8470

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