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Binturongs

Naturhistorisches Museum Wien

Naturhistorisches Museum Wien

Arctictis binturong. Auch Marderbär. Tiergarten Schönbrunn. 1904 und 1905.

Diese historischen Präparate der seltenen asiatischen Schleichkatzen bestechen durch Gesichtsausdruck und Körperhaltung, die die beiden Binturongs fast lebendig erscheinen lassen.

UNTYPISCHE SCHLEICHKATZE
Binturongs oder Marderbären sind in vielerlei Hinsicht ungewöhnliche Tiere. Obwohl sie heute zu den Schleichkatzen gezählt werden, schleichen sie nicht, sondern treten wie Bären mit der ganzen Sohle auf. Obwohl sie den Raubtieren zugeordnet werden, ernähren sie sich hauptsächlich von Früchten und fressen nur gelegentlich auch Insekten, Vögel, Fische und Aas. Als einzige Schleichkatze und als einziges höheres Säugetier der Alten Welt besitzt der Binturong außerdem einen Greifschwanz. Sonst weiß man über die Lebensweise des Marderbären, der in den dichten tropischen Regenwäldern Südostasiens beheimatet ist, wenig. Als dämmerungs- und nachtaktives Tier verbringt er den Tag zusammengerollt in einem Baumwipfel. Er verfügt über einen außergewöhnlich guten Geruchs- und Gehörsinn und lebt paarweise oder in kleinen Familiengruppen, in denen die Weibchen dominant sind.
In manchen Gegenden Asiens werden Binturongs als Heimtiere gehalten; sie sollen angeblich leicht zu zähmen sein und sehr zutraulich werden. Ihr Fleisch gilt als Delikatesse und einige Körperteile werden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Daher sind die Bestände in den letzten 30 Jahren stark zurückgegangen.
Die beiden Exemplare des NHM stammen aus einer Zeit, als die Art noch häufig war; sie verendeten kurz nacheinander im Tiergarten Schönbrunn. Vermutlich hatte der Präparator des NHM Gelegenheit, sie dort noch lebend zu beobachten. Daher gelang es ihm, die beiden Biturongs so ausdrucksstark und lebensnah darzustellen.

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Details

  • Titel: Binturongs
  • Rechte: (c) NHM (Lois Lammerhuber)

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