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Der Watzmann

Caspar David Friedrichum 1824/25

Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin

Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin

Feierliche Großartigkeit und vollkommene Einsamkeit ließen Caspar David Friedrichs Gemälde »Watzmann« zum Inbegriff der romantischen Gebirgsdarstellung werden.Wie durch ein Fernrohr herangeholt, scheint der Gipfel des Watzmann in seiner leuchtenden, fast gläsernen Klarheit unmittelbar nahe, vermeintlich greifbar und zugleich entrückt, gleichsam wie ein Symbol göttlicher Majestät. Der lichte Berg erwächst kompositorisch aus einer einzigen, reich variierten Bewegung. Die pyramidale Form gipfelt im strahlenden Weiß des Eises, eine Bildidee, die Friedrich bereits ein Jahr zuvor in seinem berühmten Bild »Eismeer.Die gescheiterte Hoffnung« (Hamburger Kunsthalle) entwickelt hatte. 1825 zeigte Friedrich auf der Dresdener Kunstausstellung seinen »Watzmann«, wohl in Reaktion auf das dort im Vorjahr ausgestellte gleichnamige Hauptwerk Ludwig Richters, das nach Joseph Anton Kochs berühmtem Vorbild »Der Schmadribachfall« entstanden war (Neue Pinakothek, München). Friedrich lehnte die erzählerische Auffassung Richters ab: Landschaftsmalerei habe »ihrem Ziele schon näher gestanden als gegenwärtig, ...wo man durch Anhäufung von Gegenständen aneinander, hintereinander und übereinander die Bilder überladet, ich glaube Reichhaltigkeit geben will«, heißt es in seinen Kunstäußerungen. Friedrich, der Zeit seines Lebens nicht in den Alpen war, schuf das Gemälde »Watzmann« nach einer Aquarellstudie seines Schülers August Heinrich sowie nach eigenen Skizzen seiner Reisen durch den Harz und das Riesengebirge.Das Motiv der Felsbildungen im Vordergrund entstand nach einer Zeichnung des Trudenstein am Hohnekopf in der Nähe des Brocken vom 28. Juni 1811. Den ambossartigen Fels rechts stellte Friedrich bereits 1820 in seiner »Riesengebirgslandschaft mit aufsteigendem Nebel« dar (Neue Pinakothek, München). 1824, ein Jahr vor dem »Watzmann«, präsentierte Friedrich auf der Dresdener Akademieausstellung eine im Format fast identische Ansicht des Montblanc (ehemals Nationalgalerie, Kriegsverlust).Wie beim »Watzmann « nutzte er dafür Zeichnungen eines befreundeten Schülers, diesmal von Carl Gustav Carus.

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  • Titel: Der Watzmann
  • Ersteller: Caspar David Friedrich
  • Datierung: um 1824/25
  • Abmessungen: w170.0 x h135.0 cm
  • Typ: Gemälde
  • Technik und Material: Öl auf Leinwand
  • Sammlung: Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin - Leihgabe der DeKaBank
  • Künstlerdaten: 1774-09-05/1840-05-07
  • Künstlerbiographie: Caspar David Friedrich war der bedeutendste deutsche Maler und Zeichner der frühen Romantik. Er begann seine künstlerische Ausbildung 1790, als er Privatschüler von Johann Gottfried Quistorp in Greifswald wurde. 1794 trat er in die Akademie von Kopenhagen ein, wo er seinen Stil als Nachahmer von antiken Skulpturen formte. Während dieser Zeit war er Lehrling bei Christian August Lorentzen und Jens Juel. Diese Künstler waren Vertreter der Sturm-und-Drang-Bewegung, die sich durch individuelle Subjektivität und erhöhte Emotionalität auszeichneten. Friedrich ließ sich in Dresden nieder, wo er in der Druckgrafik mit Radierungen und Konzepten für Holzschnitte arbeitete und sich später zu Aquarellen, Tusche und Sepias zuwandt. Ab 1801 unternahm er häufige Reisen an die Ostseeküste und verschiedene deutsche Berge, wobei er sich für eine Reihe von Landschaftsbildern inspirieren ließ, die bald zu seinem Lieblingsmotiv wurden. Friedrich gewann einen Wettbewerb von Johann Wolfgang von Goethe in Weimar im Jahr 1805 mit seinen Sepia-Zeichnungen "Prozession im Morgengrauen" und "Meeresstand mit Fischer". Anerkennung erlangte er auch dadurch, dass er als erster Künstler in einem Altarbild eine Landschaft darstellte und "Das Kreuz in den Bergen" (1807) zu einer seiner wichtigsten Kunstwerken wurde. 1810 wurde er zum Mitglied der Berliner Akademie ernannt. Er wurde sogar bis nach Rußland von Großfürst Nikolai Pawlowitsch und dem Dozenten Alexanders II., Wassili Schukowski, geschätzt, der ihn unterstützte, indem er selbst Werke kaufte und ihn anderen Adligen empfahl. Friedrichs Ansehen nahm in den letzten Jahren seines Lebens ab, als er in relativer Armut lebte und ihn von der Nächstenliebe der Freunde abhängig machte. Unter ihnen waren eine Reihe wichtiger Künstler wie Philipp Otto Runge, Georg Friedrich Kersting und Christian Dahl. Friedrichs Kompositionen sind von metaphysischer Transzendenz geprägt. Seine Hauptthemen waren Landschaften und er schuf eine neue Art, die Natur darzustellen: oft mit einer "Hinterfigur", wobei eine Figur, die den Blick betrachtet, von hinten gesehen wird. Seine Landschaften zeigen weithin religiöse Themen, während seine Winterlandschaften der Natur eine nie dagewesene und kraftvolle Seite zeigen. Es ist Friedrich und anderen Romantikern zu verdanken, dass das Genre der Landschaftsmalerei in der westlichen Kunst als Ganzes einen so wichtigen Stellenwert hat. Zu seinen berühmtesten Werken zählen "Wanderer über dem Nebelmeer" (1818), "Kreidefelsen auf Rügen" (1818), "Die Abtei im Eichenwald" (1808-10) und "Der Mann und die Frau, die den Mond betrachten" (1830) -35).
  • Künstler Sterbeort: Dresden, Deutschland
  • Künstler Geburtsort: Greifswald, Deutschland
  • Inv.-Nr.: F.V. 317
  • ISIL-Nr.: DE-MUS-815114
  • Externer Link: Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
  • Copyrights: Text: © Prestel Verlag / Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Photo: © b p k - Photo Agency / Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Andres Kilger

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