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Die Violine vor dem offenen Fenster

Juan Gris1926

Kunsthalle Bremen

Kunsthalle Bremen
Bremen, Deutschland

Juan Gris gilt als „Vollender“ des Kubismus, den Pablo Picasso und Georges Braque ab 1906 in Paris entwickelten hatten. Das Stillleben malte Gris im Dezember 1926, fünf Monate vor seinem frühen Tod. Vor dem offenen Fenster mit Blick auf eine Bergkulisse, liegen auf dem Tisch eine Violine und ein aufgeschlagenes Notenheft zwischen einer Karaffe und einer gefüllten Obstschale. Gris hat die Farbflächen und Linien weitgehend unabhängig voneinander eingesetzt. Nur bei der Violine und dem Notenheft decken sie sich und ergeben eine gegenständliche Darstellung von räumlicher Tiefe. Die Karaffe und Obstschale dagegen sind allein schwarz und weiß umrissen und dadurch stark in die Fläche gebunden. Durch die Transparenz der Gegenstände treten die warmen Farben von Tischplatte und Violine optisch nach vorn. Die Grenzen zwischen oben und unten verwischen. Aber auch zwischen hinten und vorn: etwa dadurch, dass Gris die Öffnung der Karaffe in die Bergkette einbindet und deren Silhouette in den Schatten der Obstschale übergehen lässt. Das Bild entstand in der für Gris’ synthetischen Kubismus typischen deduktiven Methode, bei der sich der Bildgegenstand erst aus der Bildarchitektur entwickelt. Durch das starke formale und farbige Ineinandertreten der verschiedenen Bildebenen erscheinen die Dinge in schwebender Leichtigkeit.

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  • Titel: Die Violine vor dem offenen Fenster
  • Ersteller: Juan Gris
  • Datierung: 1926
  • Abmessungen: 54.3 x 65.2 cm
  • Typ: Gemälde
  • Rechte: Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen
  • Material: Öl auf Leinwand

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