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Doppelspat

Naturhistorisches Museum Wien

Naturhistorisches Museum Wien

Calcit. Islandspat. Helgustadir, Island. 19. Jahrhundert.

Selbst vom berühmtesten Fundort, der Grube Helgustadir in Island, sind nur wenige Doppelspate
in dieser Größe und Qualität bekannt.

KRISTALLKLAR
Der Doppelspat ist eine besonders klare Varietät des häufigen Calciumcarbonat-Minerals Calcit (Kalkspat). Nach der Grube Helgustadir in Island, aus der die bekanntesten und schönsten Funde stammen, wird er auch als Islandspat bezeichnet. Die Grube war von 1855 bis 1925 in Betrieb und wurde 1975 zum Naturdenkmal erklärt. Von dort stammte auch der Kristall, an dem Erasmus Bartholin 1669 das optische Phänomen der Doppelbrechung entdeckte und enthusiastisch beschrieb: „Wer dagegen die Kenntnis seltsamer Erscheinungen dem Vergnügen vorzieht, der wird, wie ich hoffe, keine geringere Freude haben an einem neuartigen Körper, nämlich einem durchsichtigen Kristall, der vor kurzem aus Island zu uns gebracht wurde und vielleicht zu den größten Wundern gehört, welche die Natur hervorgebracht hat.“ Einer von Bartholins Versuchen ist leicht nachzumachen: Ein Kreuz, das in die Rückseite eines Islandspats eingeritzt ist, erscheint, wenn man es durch den Kristall betrachtet, doppelt. Dieser Effekt wird dadurch verursacht, dass ein Lichtstrahl je nach Ausbreitungsrichtung im Kristall unterschiedlich gebrochen und polarisiert wird. Viele Mineralien weisen die Eigenschaft der Doppelbrechung auf, beim Islandspat ist sie aber besonders gut ausgeprägt.
„Neuartig“, wie Bartholin schreibt, war der Doppelspat selbst im 17. Jahrhundert nicht. Schon die Wikinger schätzten ihn als Glücks- und Friedensstein und brachten ihn angeblich bereits im 8. Jahrhundert erstmals auf das europäische Festland.

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Details

  • Titel: Doppelspat
  • Rechte: (c) NHM (Lois Lammerhuber)

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