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Geißelspinne

Naturhistorisches Museum Wien

Naturhistorisches Museum Wien

Charinus ioanniticus. Rhodos, Griechenland. 1959.

Diese Geißelspinne ist die erste und einzige Geißelspinnen-Art, die in Europa gefunden wurde.
Sie wurde erst 1959 von einem Wissenschafter des NHM entdeckt.

EUROPAPREMIERE
Alle Geißelspinnen besitzen einen flachen Körper, mächtige dornenbesetzte Fangarme und extrem lange Tastbeine. Die Spannweite dieses ersten Beinpaares kann bei manchen Arten bis zu 50 Zentimeter betragen! Die Tastbeine werden nicht zur Fortbewegung benutzt, sondern dienen vor allem der Orientierung und dem Aufspüren von Beutetieren. Spezielle Becherhaare, die auf Luftströmungen und Luftschwingungen reagieren, liefern Informationen über alles, was sich in der näheren Umgebung bewegt.
Geißelspinnen tasten vor allem seitlich und laufen bei Gefahr auch seitlich davon. Ihre Augen sind wenig entwickelt; manche Arten sind sogar völlig blind. Daher verlassen sie ihre Verstecke meist erst nach Einbruch der Dunkelheit, um Jagd auf Grillen und Motten zu machen. Tagsüber verbergen sie sich unter Steinen, Laub, Holz oder Rinde.
Fast alle der 170 bekannten Geißelspinnen-Arten sind in den Tropen und Subtropen beheimatet. Im gesamten Mittelmeerraum leben nur zwei Arten, und bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab es keine Hinweise auf ein Vorkommen der Gruppe in Europa. Als der Spinnenforscher Erich Kritscher dieses Exemplar einer neuen Art 1959 in einer Mauerspalte der Johanniterburg bei Lindos entdeckte, war das eine echte Sensation.

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  • Titel: Geißelspinne
  • Rechte: (c) NHM (Lois Lammerhuber)

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