Wird geladen

Happy Yemen

Ammar Abo Bakr2015

Staatskanzlei des Saarlandes

Staatskanzlei des Saarlandes

Der Weg der Kunst von der Straße in die Galerien ist heute nichts Ungewöhnliches. Den umgekehrten Weg gehen aber wenige. Ammar Abo Bakr studierte Kunst in Luxor. Als die inzwischen mehrfach verratene ägyptische Revolution vom Tahrir Platz ihren Lauf nahm, ging Abo Bakr mit seiner Kunst nach draußen, getreu seinem Credo "Wenn du Kunst machst, mach sie öffentlich, damit sie den Herzen der Menschen nah ist". Die Graffiti wurden zur Kunst des Aufstands, ihre Motive waren Straßenkämpferfiguren, Märtyrerportraits — aber auch poetische Allegorien der Hoffnung. Diese Bilder erlangten ihre Bedeutung durch ihr Dasein, ihre reale Anwesenheit am Schauplatz, wurden zum integralen Bestandteil des Geschehens. "Je suis celui qui n'a pas le droit d'être" hat der Künstler an den Rand des Gemäldes geschrieben: "Ich bin der, der nicht das Recht hat, zu sein." Das könnte man zwar auch bei uns über jeden nachtaktiven Graffitikünstler sagen, aber bei Abo Bakr schwingt eine weitaus existenziellere Bedrohung mit. Sein Verweis, auch allgemeingültig lesbar als Essenz des Totalitären, zielt auf die Bedrohung der Sufi-Kultur durch die radikal religiösen Salafisten. Ein in traditionell anmutende gemusterte Gewänder gehüllter Mensch hält in einer Geste der Verzweiflung die Hand vor das Gesicht. Der nächste Märtyrer?

Weniger anzeigenMehr anzeigen

Details

  • Titel: Happy Yemen
  • Ersteller: Ammar Abo Bakr
  • Datierung: 2015
  • Ort: Völklinger Hütte
  • Rechte: Staatskanzlei Saarland
  • Material: Sprühlack, Tinte, Papier

Empfohlen

Startseite
Erkunden
In der Nähe
Profil