Das Heiligtum des Jupiter Heliopolitanus von Baalbek im hochgelegenen Bekaa-Tal zwischen den Gebirgen des Libanon gehörte zu den eindrucksvollsten Baukomplexender römischen Kaiserzeit. Das Gebiet wurde zwar bereits im 7. Jahrtausend v. Chr. besiedelt, größere steinerne Kultbauten scheinen aber erst in späthellenistischer Zeit entstanden zu sein. Der große Tempel in dem gewaltigen, 270 m langen Jupiterheiligtum wurde erst zur Zeit des Kaisers Nero (reg. 54–68 n. Chr.) als Pseudodipteros mit einer Ringhalle von 10 x 19 korinthischen Säulen vollendet. Eine breite Freitreppe führte vom vorgelagerten Altarhof zum etwa 6 m höher gelegenen Tempel hinauf. Heute stehen von diesem Bau, dessen Dachfirst ehemals 38 m über die Umgebung aufragte, noch sechs Säulen an der Südseite mit ihrem Gebälk aufrecht. Die Rückwand des Tempelpodiums im Westen enthält drei etwa 19 m lange Steinblöcke (sogenanntes Trilithon), zwei weitere derartige Blöcke blieben im Steinbruch unfertig liegen. Dies sind die größten Bauglieder, die in der antiken Architektur überhaupt ausgearbeitet wurden. […] Vor dem Tempel lag ein fast quadratischer, etwa 104 x103 m messender Hof mit zwei turmartigen Altären und Wasserbecken […]. Die Hallen, die den Hof an drei Seiten einfassten, besaßen Säulen mit monolithen Schäften aus geschliffenem und poliertem ägyptischen Rosengranit. Wertvolle farbige Gesteine – wie Granit, Porphyr und Basalt – wurden in der kaiserzeitlichen Architektur häufig für Säulen und Wandverkleidungen verwendet, um die Pracht der Fassaden und Innenräume zu steigern.
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