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Johann Georg Heintz Porträtaufnahme Georg Simon Ohms Kalotypie, übermalt

Deutsches Museum1849/1853

Deutsches Museum

Deutsches Museum
Munich, Germany

Zwei Darstellungen des Physikers Georg Simon Ohm waren der Anlass für einen der seltenen Fälle, in denen Philipp Lenard sich an das Deutsche Museum wandte. Am 6. Juni 1928 schrieb Lenard an die Direktion und nahm Bezug auf zwei Ohm-Porträts, die sich im Besitz des Deutschen Museums befanden. Während Lenard eine Vorlage als Altersporträt des Physikers einschätzte, stellte die andere Ohm mit dem Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst dar. Diese Auszeichnung war Ohm im November 1853, also kurz vor seinem Tod, verliehen worden. Obwohl es sich bei dieser Darstellung um eines der spätesten Porträts Ohms handeln müsse, sehe dieser, so Lenard in seinem Brief, hier deutlich jünger aus als auf dem anderen. Zur Klärung des Sachverhalts schaltete das Deutsche Museum den Münchner Oberstudienrat Ludwig Hartmann ein, der sich intensiv mit Ohms schriftlichem Nachlass im Archiv des Deutschen Museums beschäftigt und 1927 das Buch "Aus Georg Simon Ohms handschriftlichem Nachlaß" publiziert hatte. In einer zweiseitigen Stellungnahme bestätigte Hartmann die Vorbehalte Lenards gegenüber dem Ohm-Porträt mit Maximiliansorden. Dieses sei die Fotografie eines Ölgemäldes aus dem damaligen Sitzungssaal der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Das Gemälde sei eine künstlerische Komposition auf der Grundlage einer älteren Fotografie und einer Profilskizze Ohms, die anlässlich der Nürnberger Tagung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte im Jahr 1845 entstanden sei. Das Altersporträt dagegen, so Hartmann, sei eine der wenigen noch erhaltenen Fotografien Ohms. Ohm habe sich ungern porträtieren lassen, sei aber, nicht zuletzt aus physikalischem Interesse, bereit gewesen, kurz nach Erfindung der Daguerreotypie 1839 eine Aufnahme von sich machen zu lassen. Entstanden sei diese im Atelier Heintz in Erlangen. Als Quelle für die Aufnahme nannte Hartmann die Porträtsammlung des Deutschen Museums. Die Aussage von Hartmann, dass die Fotografie schon kurz nach 1839 entstanden sei, ist unrichtig. Da sich der Fotograf Johann Georg Heintz erst 1851 in Erlangen niederließ, muss das Bild zwischen 1851 und 1854, dem Todesjahr Ohms, aufgenommen worden sein. 116 Die Fotografie war dem Deutschen Museum 1910 von dem Ingenieur Gumbart in Deisenhofen gestiftet und in den Zugangsbüchern unter der Nummer PT 2064 inventarisiert worden. 1982/83 wurde sie in der Ausstellung »Natural Science and Technology in Germany« in London gezeigt. Bei einer Umsignierung der Porträtsammlung in den 1980er Jahren war sie nicht am Standort. Bei der Vorbereitung zur Ausstellung über Philipp Lenard konnte die übermalte Fotografie wieder aufgefunden werden. Lenard publizierte das Foto in seinem Buch "Große Naturforscher" (2. Auflage 1930, S. 208). In dem Band von Ludwig Hartmann ist das Bild mit einem Rahmen zu sehen, der heute nicht mehr vorhanden ist.
210 × 17 mm

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  • Title: Johann Georg Heintz Porträtaufnahme Georg Simon Ohms Kalotypie, übermalt
  • Creator: Deutsches Museum
  • Date: 1849/1853

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