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Völkerwanderungszeit. Um 568 n. Chr. Perchtoldsdorf, Niederösterreich.

Die aus Silber gefertigte, vergoldete und mit Almandinen verzierte Gewandspange ist ein
für Österreich einzigartiger Fund. Form und Gestaltung sind entscheidend für die Datierung.

AM ENDE DER ANTIKE
Fibeln – Gewandnadeln aus Metall – werden auch als „Sicherheitsnadeln der Urgeschichte“ bezeichnet. Sie wurden bereits in der Bronzezeit benutzt, um Kleider, Umhänge und Mäntel zusammenzuhalten. Noch im frühen Mittelalter waren sie in Mitteleuropa die einzigen Verschlüsse für Kleidung; daneben dienten sie aber auch als Schmuck und als Statussymbol.
Die große Menge an gefundenen Fibeln und die ungeheure Vielfalt an Gestaltungsarten liefern wichtige Anhaltspunkte für die Datierung von Funden. Die Form, aber auch die typischen Verzierungen ermöglichen eine genaue zeitliche Einordnung. Daher kann auch das Alter dieser langobardischen Bügelfibel bestimmt werden: Sie wurde um 568 n. Chr. gefertigt.
Aus Vergleichen mit archäologisch gut untersuchten langobardischen Gräberfeldern lässt sich schließen, dass sie keinen funktionalen Zweck erfüllte, sondern nur ein modisches Accessoire war, das an einem Band von der Taille oder Hüfte herabhängend getragen wurde. Um ihr Gewand an den Schultern zusammenzuhalten, verwendete die modebewusste Langobardin um 568 n. Chr. Scheibenfibeln.
Gefunden wurde diese Fibel 1899 beim Bau einer Wasserleitung nahe Perchtoldsdorf. Leider ist über die Fundumstände nichts Genaueres bekannt. Vermutlich stammt das Schmuckstück aus einem beraubten Frauengrab. Ausgeraubte Gräber sind nicht ungewöhnlich, da besonders nach der Niederlage der Awaren gegen die Oströmer vor Konstantinopel im Jahr 626 n. Chr. wirtschaftlich schlechte Zeiten für die germanischen Stämme folgten.

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  • Titel: Langobardische Goldfibel
  • Rechte: (c) NHM (Lois Lammerhuber)

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