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Stülpsarkophag

Unbekanntum 100

Bode-Museum, Staatliche Museen zu Berlin

Bode-Museum, Staatliche Museen zu Berlin

Das kastenförmige Relief war ursprünglich mit seiner Öffnung zum Erdboden hin aufgestellt. Somit diente der Boden als Deckel. Wahrscheinlich war das Stück als Scheinsarkophag über ein Grab gestülpt bzw. einer Wandnische vorgeblendet, weshalb es keine Rückseite benötigte.
Die dekorierte Kastenfront ist durch vier Bäume gegliedert. Ein kahler Stamm begrenzt das linke Bildfeld. Die hier fragmentarisch erhaltene Szene lässt einen feierlichen Moment vermuten, der für den Verstorbenen von Bedeutung gewesen sein wird. Die drei rechten Bäume stehen in vollem Laub. Von links nach rechts ziehen drei Tierherden durch die vier Bildfelder, zunächst sieben Rinder, darunter ein säugendes Kalb. Sie werden von einem Hirt geführt, der sich rastend auf einen Stab stützt. Es folgt eine neunköpfige Schafherde samt Hirt, der seine Provianttasche zu überprüfen scheint sowie einem Hund. Neun Schweine bilden die dritte Herde. Sie wird von einem Hirt angeführt, der auch eine trächtige Sau zu beaufsichtigen hat.
Die Anordnung der Tiere erinnert an ein Tieropfer der Römer, die sogenannte Suovetaurilia.
Diese bukolische Szenerie drückt nicht nur ein heiteres Idyll aus. Einzelne Details wie der kahle Baumstamm oder der Hirt, der seinen Proviant überprüft deuten zudem auf die Vergänglichkeit des Lebens hin.
Zwei Durchbohrungen der Relieffront belegen, dass das Stück als Brunnen wiederverwendet wurde.

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  • Titel: Stülpsarkophag
  • Ersteller: Unbekannt
  • Datierung: um 100
  • Typ: Sarkophag
  • Material: Travertin
  • Sammlung: Byzantinische Sammlung | Bode-Museum, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Objekterwerb: 1905 von Ludwig Pollak in Rom erworben und als Schenkung in die Sammlung gelangt..
  • Inv.-Nr.: 4684
  • ISIL-Nr.: DE-MUS-815614
  • Externer Link: Bode-Museum, Staatliche Museen zu Berlin
  • Copyright: Foto: © Byzantinische Sammlung | Bode-Museum, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz / Antje Voigt

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