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Stubenfliege

Naturhistorisches Museum Wien

Naturhistorisches Museum Wien

Musca domestica. Nachbildung aus Gips. Um 1950.

Im Gegensatz zu den heute üblichen, oft riesigen Kunststoffmodellen, ist diese detailgetreue,
65fach vergrößerte historische Nachbildung einer Stubenfliege aus Gips ein Unikat.

AUF SEIDENEN FLÜGELN
Die Stubenfliege zählt zu den am weitesten verbreiteten Insekten. Im Gefolge des Menschen hat sie fast alle Klimazonen erobert. Geschützte Winkel in Stallungen ermöglichen der wärmeliebenden Fliege im Winter das Überleben. Sie gilt vor allem deshalb als unerwünschter Kulturfolger, weil sie durch den ständigen Ortswechsel zwischen Nahrungsmitteln und Exkrementen – wo ein einziges Tier im Laufe seines Lebens bis zu 2.000 Eier ablegen kann – massiv zur Verbreitung von Krankheitserregern beiträgt. Die vergrößerte Nachbildung im NHM wurde in den 1950er Jahren angefertigt. Rudolf Petrovitz, damals Präparator in der Insektensammlung, stellte sie aus Gips her und feilte Tasthaare und Borsten aus Metallstiften zurecht. Bis heute gilt die Rekonstruktion als eine der besten Repliken des lästigen Insekts. Obwohl ursprünglich wenig plakativ in einer unbeleuchtenden Tischvitrine präsentiert, zählte Musca zu den beliebtesten Objekten im Saal 24. Als die in die Jahre gekommene Fliege 1996 aus der Schausammlung entfernt wurde, weil Risse an den Flügeln und Beinen eine Restaurierung dringend notwendig machten, gab es viele Anfragen über ihren Verbleib. Es stand daher außer Frage, dass sie auch im neuen Insektensaal Platz finden sollte. Bei den Planungsarbeiten wurde die Idee geboren, Musca domestica im „Kaffeehausambiente“ zu präsentieren – in Anspielung auf die unwillkommene Präsenz selbst an den gemütlichsten Orten und auf ihre unrühmliche Rolle als Krankheitsüberträger. Wer den Einfall zu diesem Modell ursprünglich hatte und warum die Wahl damals ausgerechnet auf die Stubenfliege fiel, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen.

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  • Titel: Stubenfliege
  • Rechte: (c) NHM (Lois Lammerhuber)

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