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Was für Mädchen / Was können wir noch tun, um mehr Frauen für Technik zu begeistern?

Carolin Würfel

Urban Art Now

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Was können wir noch tun, um mehr Frauen für Technik zu begeistern?

Programmiersprachen, Websites und HTML – Begriffe, mit denen sich eher Männer als Frauen beschäftigen. Glaubt man zumindest. Dabei ist es gerade wichtig, finden Julia, 26, und Natalie, 29, dass vor allem Frauen ein Grundverständnis davon haben, wie die digitale Welt, in der wir uns täglich bewegen, eigentlich funktioniert. Deswegen haben die beiden jungen Frauen aus Leipzig „Code Girls“ gegründet. „Code Girls“ ist ein Kurs, in dem Mädchen und Frauen Programmiersprachen einfach erlernen können und auch doofe Fragen gestellt werden dürfen. Julia sagt: „Es wäre doch schön, wenn Frauen die digitale Welt mehr mitgestalten würden und könnten.“ Und sie hat recht.
„Code Girls“ ist ein erster Schritt, um jungen Frauen die Berührungsängste mit eher männlich besetzten Berufsfeldern wie Programmiererin und Webgestalterin zu nehmen. Es ist ein kleiner Schritt und muss als Anfang einer deutschlandweiten Entwicklung verstanden werden. Denn wie wenige Anknüpfungspunkte es für Frauen in Deutschland tatsächlich gibt, zeigte auch die Diskussion zu Julias und Natalies Projekt.
Der Großteil an Kommentaren kam von Menschen über 30. Das verwundert, weil die Generation25 ja wahnsinnig internetaffin ist und anders als ihre Eltern und Großeltern im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist. Vielleicht ist es für die jüngere Generation einfach schon selbstverständlich. Klar ist, dass Handlungsbedarf besteht. Denn konkrete Vorschläge, die pragmatisch wie logisch klingen, haben die nach 1989 Geborenen schon:
Sven, 12, schreibt: „Mehr Technikunterricht in Schulen und Förderungen für Mädchen und Frauen.“ Ganz ähnlich Sara, 16: „In der Schule technische Grundlagen schaffen und die Geschlechter von Anfang an gleich behandeln.“
Die Diskrepanz – als würden Welten sie trennen – zwischen der Generation25 und dem Alltag an deutschen Bildungseinrichtungen lässt sich am besten anhand von Björns Kommentar erahnen. Der 16-Jährige schreibt: „Lernen mit den Medien, die wir alle heute benutzen, Smartphones, Tablets und Computer.“ Der Ausschluss zeitgemäßer Medien und Tools im Schulunterricht grenzt schon fast an eine Absurdität. Diesen Missstand sehen auch die älteren Diskussionsteilnehmer:
Kay, 47, findet, dass „schon in der Grundschule solche Coding-Aktionen wie Open Roberta von Fraunhofer, Google und Lego forciert werden sollten“. Und Jennifer, 27: „Produziert Technologien (wie Videospiele), die junge Mädchen heute begeistern und so automatisch später das Interesse weckt, diese selber zu entwickeln.“
Johannes, 26, spricht einen anderen Punkt an: „Frauen können am besten durch Frauen begeistert werden. Also Vorbilder her, und die gibt es schon.“ Stimmt, genau wie Benedikts Aussage: „Ihnen (Frauen) zeigen, welche Möglichkeiten man in der digitalen Welt hat/was die Vorteile einer vernetzten Welt sind ...“
Diese Vorteile einer vernetzten Welt können nur entdeckt werden, wenn die gedankliche „Mauer“, die technischen und digitalen Berufen vorauseilt, durchbrochen wird. Technik braucht keine Klischees, sondern aktive Teilnahme. Projekte wie das der „Code Girls“ setzen sich für das Schließen des sogenannten Gender Gaps ein, damit sich hoffentlich irgendwann die Frage nach klassischen Männer- oder Frauenberufen gar nicht mehr stellt. Damit sich kurzfristig etwas ändert, müssen solche Initiativen jedoch noch viel sichtbarer werden und, wie die Generation25 schon selbst vorschlägt, etwas im Bildungssystem getan werden. Ein Umdenken muss stattfinden. Die Generation25 plädiert für „Schluss mit dem Tabu, ran an den Laptop und einfach mal machen“.

#DEUTSCHLAND25

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  • Titel: Was für Mädchen / Was können wir noch tun, um mehr Frauen für Technik zu begeistern?
  • Ersteller: Carolin Würfel
  • Typ: Essay

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