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Weißwangenkauz

Naturhistorisches Museum Wien

Naturhistorisches Museum Wien

Sceloglaux albifacies. Auch Lachkauz, Felseneule, Wha¯kau, Weißgesichtkauz. Neuseeland.

Dieses Stopfpräparat eines Weißwangenkauzes, einer ausgestorbenen, nur aus Neuseeland bekannten Eulenart, ist eine echte Rarität. Wie und wann es ans NHM kam, ist nicht bekannt.

IHM VERGING DAS LACHEN
Der Weißwangenkauz kam ausschließlich in Neuseeland vor. Nach seinen eigentümlichen Rufen, die mitunter an menschliches Gelächter erinnerten, wurde er auch Lachkauz genannt; bei den Maoris hieß er Whakau. Als die ersten europäischen Siedler im frühen 19. Jahrhundert nach Neuseeland kamen, war die nachtaktive Eulenart zwar selten zu sehen, ihr charakteristisches Lachen konnte man jedoch immer wieder hören. Die scheuen Vögel hielten sich vor allem in offenem, felsigem Gelände auf. Da sie ausgesprochen schlecht fliegen konnten, spielte sich ihr Leben vor allem auf dem Boden ab. Mit ihren langen kräftigen Beinen stellten sie ihrer Beute – Käfern, Eidechsen, kleinen Vögeln, aber auch Ratten und Mäusen – zu Fuß oder von niedrigen Ansitzwarten aus nach.
Ihre Nester legten sie meist auf der bloßen Erde an. Ein Gelege bestand nur aus zwei Eiern, und 25 Tage Brutzeit boten eingeführten Säugetieren wie Wieseln, Ratten und Katzen genug Gelegenheit, die Nester zu plündern. Auch die Menschen stellten dem Weißwangenkauz nach, indem sie seine Verstecke ausräucherten, um die Tiere einzufangen. Um 1880 wurden mehrere Lachkäuze in menschlicher Obhut gehalten – wo angeblich besonders die Männchen sehr zahm werden konnten – und sogar nach Europa exportiert.
Bereits in den 1890er Jahren war die Art so gut wie verschwunden. Das letzte Foto eines Weißwangenkauzes stammt aus dem Jahr 1910; das letzte tote Exemplar wurde 1914 auf der Südinsel gefunden. Bis in die 1940er Jahre gab es noch unbestätigte Berichte über Sichtungen, doch um 1944, hundert Jahre nach seiner ersten wissenschaftlichen Beschreibung, galt der Lachkauz endgültig als ausgestorben.

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  • Titel: Weißwangenkauz
  • Rechte: (c) NHM (Lois Lammerhuber)

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