Karl Lagerfeld: Visions of Fashion

Fondazione Pitti Discovery

Eleganz und Vielfalt – der fotografische Stil Karl Lagerfelds in einer besonderen Retrospektive

Mit der spektakulären Fotoausstellung "Karl Lagerfeld – Visions of Fashion" beging Fondazione Pitti Discovery das 90-jährige Jubiläum von Pitti Immagine Uomo.

"KARL LAGERFELD – Visions of Fashion"
Mit der spektakulären Fotoausstellung "Karl Lagerfeld – Visions of Fashion", kuratiert von Eric Pfrunder und Gerhard Steidl, beging Palazzo Pitti das 90-jährige Jubiläum von Pitti Immagine Uomo. Im Mittelpunkt der Retrospektive stand Karl Lagerfelds fotografischer Stil, der sich durch ein breites Spektrum und Eleganz auszeichnet: Fotos von Mode-Shootings, die in den weltweit wichtigsten Modezeitschriften veröffentlicht wurden, z. B. in der Vogue, im Harper’s Bazaar, Numéro und V Magazine, und andere von der klassischen Mythologie inspirierte Arbeiten, z. B. die Serien "Le Voyage d’Ulysses" und "Daphnis and Chloe". Mehr als 200 Bilder in verschiedenen Techniken, darunter Daguerreotypien, Platindrucke, Polaroid-Transfers, Resinotypien, Siebdrucke und Digitaldrucke, wurden hier in einer außergewöhnlichen Sammlung ausgestellt.

Karl Lagerfeld


Modeschaffender, Fotograf, Verleger, Designer und Filmregisseur: Karl Lagerfelds Arbeiten bilden ein ganzes Universum, in dem keine Linie dem Zufall überlassen wird und jedes Detail von größter Bedeutung ist. Mit seiner kartesischen Denkweise entwickelte er einen scharfen, hochmodernen und stark strukturierten Stil, dessen Reiz und Ausdruckskraft sich in grafischen Symbolen offenbaren, die zu seinem unverkennbaren Kennzeichen geworden sind.


Den Entschluss, auch hinter der Kamera zu arbeiten, fasste Karl Lagerfeld 1987, als er auf Wunsch von Eric Pfrunder, Image Director von Chanel, seine erste Pressemappe für die Marke gestaltete. Seitdem entwickelt und fotografiert er für alle Marken, für die er als Designer tätig ist, seine Werbekampagnen selbst.


Seine Leidenschaft für Fotografie und Bücher lässt seine Kampagnen in hochwertigen Kunstbänden vom Steidl-Verlag weiterleben. Gleichzeitig fotografiert er nach wie vor für renommierte internationale Zeitschriften.


"Die Fotografie bildet heute einen Teil meines Lebens. Ohne die Sichtweise, die ich durch die Fotografie gewinne, kann ich das Leben nicht wahrnehmen. Deshalb schaue ich auf die Welt und die Mode durch die Kamera. So kann ich in meiner täglichen Arbeit einen kritischen Abstand wahren, der mir mehr hilft, als ich mir je hätte vorstellen können."

Karl Lagerfeld

Die Galleria Palatina und die königlichen Gemächer

Die Ausstellung wurde in der Galleria Palatina und in den königlichen Gemächern präsentiert, die die gesamte erste Etage des Palazzo Pitti beanspruchen. Der Palazzo Pitti war der erste Palast der Großherzöge der Familie Medici und später der Familie Habsburg-Lothringen. Zwischen 1860 und 1919 diente er als Königspalast und Residenz der Familie Savoyen.


Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts gründeten die Habsburg-Lothringer die kostbare Gemäldegalerie, die in den Sitzungssälen eingerichtet wurde. Darin stellten sie 500 ausgewählte Meisterwerke der bedeutendsten Medici-Sammlungen aus. Es handelt sich dabei um eine herausragende Sammlung, die die weltweit größte Anzahl an Gemälden von Raphael sowie wertvolle Werke der bekanntesten europäischen Maler, von der Renaissance bis zum Barock, umfasst, darunter Botticelli, Filippo Lippi, Titian, Van Dyck, Caravaggio und Rubens.


Die königlichen Gemächer befinden sich in den verbleibenden 14 Sitzungssälen im rechten Flügel des Palastes. Darin wohnten die großherzoglichen Familien Medici und Lothringen und seit 1865, während der kurzen Zeit, als Florenz die Hauptstadt Italiens war, auch das Herrschergeschlecht des Königshauses Savoyen, nach denen die Gemächer auch benannt sind.


Die Räume sind prunkvoll mit Möbeln aus dem 16. bis 19. Jahrhundert eingerichtet, die aus den Medici-Sammlungen Lorena und Savoyen stammen: Tische mit Halbedelsteinen, kostbare Objekte und Möbel sowie Wandteppiche aus Seide bilden eine charmante Stilmischung und spiegeln den Alltag und Geschmack verschiedener Epochen und Familien wider, die hier gelebt haben.

Die Ausstellung

Aufbau der Eröffnungsgalerie und der Ausstellung

Die Ausstellung begann an der Scalone del Moro, der legendären großen Treppe des Palazzo Pitti, und bahnte sich ihren Weg durch die Räume der Galleria Palatina, der Sala Bianca und die zwei Räume des Appartamenti degli Arazzi. Dabei standen die Größe der Bilder und die Ausstellungsflächen in einem ständigen Dialog: von den kleineren, dezenteren Werken in der Galleria Palatina, die beim Rundgang durch das Museum voller Meisterwerke fast wie eine Unterbrechung wirkten, bis zu den imposanten Gemälden im Appartamenti degli Arazzi, die mit den wunderschönen Wandteppichen ein Wechselspiel eingingen.


Für die Sala Bianca, in der 1951 die italienische Mode geboren wurde, wählten die Kuratoren auf leichtes Papier gedruckte Modefotografien von Karl Lagerfeld aus, die flatternd an der Decke hingen und so an die geschmeidigen Bewegungen der Models auf dem Laufsteg erinnerten.

SALA DELL'ILIADE


Sunlight in Vermont,
Chanel, Frühjahr/Sommer 2009

Karl Lagerfeld fotografierte die Kampagne Frühjahr/Sommer 2009 in einem für Neuengland typischen Holzhaus in Vermont am Ufer des Lake Champlain.


Der ernste und puritanische Look der Fotografien erweckt den Eindruck eines Mitte des 19. Jahrhunderts erstarrten Hauses. Der Designer sieht es wie folgt: "Ich liebe dieses Haus, es erinnert so sehr an Emily Dickinson". Damit bezieht er sich auf die von romantischen Gefühlen gequälte amerikanische Dichterin aus Massachusetts, deren Werk zu Lebzeiten keine Anerkennung fand.

Die Kampagnenfotos waren auch vom Werk des dänischen Malers Vilhelm Hammershoi inspiriert, dessen karge Innenräume, in die durch Sprossenfenster das Sonnenlicht fällt, stille meditative Rückzugsorte für Frauen bilden.

SALA DI SATURNO


Cocomaton,
Chanel, Herbst/Winter 2009


Foto von Karl Lagerfeld aus der Prêt-à-porter-Kampagne mit dem Model Freja Beha, das von Carine Roitfield wie eine Katze gestylt wurde.

SALA DI GIOVE


Glass and Mirror,
Chanel, Frühjahr/Sommer 2014


Foto von Karl Lagerfeld aus der Prêt-à-porter-Kampagne mit dem Model Lindsey Wixson.

SALA DI APOLLO


Coco Coach,
Chanel, Herbst/Winter 2014


Foto von Karl Lagerfeld aus der Prêt-à-porter-Kampagne mit dem Model Cara Delevingne, das durch die Straßen von Paris läuft und sich in der Umkleide die Zeit vertreibt.

SALA DI VENERE


Fendi-Atelier,
Fendi, Herbst/Winter 2011


Die Models Anja Rubik, Baptiste Giabiconi und Brad Kroenig posieren als Muse und Maler.

SALA DELLE NICCHIE


Le Voyage d’Ulysses: Around the Mediterranean


Mit dieser 18 Meter langen LED-Installation visualisierte Karl Lagerfeld Homers antikes Epos Odyssee. Zu sehen war die Rückkehr des griechischen Helden Odysseus, der nach dem Fall von Troja nach Ithaka heimkehrt.

Hier schuf Lagerfeld eine Erzählung in Fotomontagen, in denen Landschaften mit kostümierten Models abgebildet waren, darunter Bianca Balti, Jake Davinos und Baptiste Giabiconi, die Rollen aus Homers Text spielen.

Wer bist du?
Woher kommst du? Wo liegt die Stadt deiner Eltern?
Mit welchem Schiff bist du gekommen,
und warum steuerte es Ithaka an?
Woher behaupteten die Seeleute zu kommen?
Denn eines ist sicher, zu Fuß bist du nicht hergekommen.
Weiter möchte ich gern wissen, ob du zum ersten Mal hier bist
oder ob du vielleicht früher einmal Gast meines Vaters warst?
Es waren ja in diesem Haus schon viele Fremde zu Gast, denn mein Vater liebte Gesellschaft.

LA SALA BIANCA


In der "Sala Bianca", der legendären Galerie des Palazzo Pitti, wurde 1951 die italienische Mode geboren. Auf leichtes Papier gedruckte Modefotografien von Karl Lagerfeld flatterten hier an der Decke und erinnerten so an die geschmeidigen Bewegungen der Models auf dem Laufsteg.

Hier waren Karl Lagerfelds Fotografien des Models Natalia Vodianova zu sehen, die in der Zeitschrift Numero abgebildet wurden. März 2013.

DIE KÖNIGLICHEN GEMÄCHER


"Daphnis and Chloe"


"Daphnis and Chloe" ist eine Liebesgeschichte und das einzige bekannte Werk des griechischen Erzählers und Romandichters Longos, der im 2. Jahrhundert AD lebte.

DIE KÖNIGLICHEN GEMÄCHER
The Beauty of Violence


"Schönheit kann auch in der Gewalt existieren. Schönheit zu fühlen ist besser als zu verstehen, wie wir sie schließlich fühlen."


George Santayana, The Sense of Beauty (Sinn für die Schönheit), 1896

Mitwirkende: Geschichte


Quelle: Alle Medien
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