Das Erbe: Bergbau im Saarland - Teil VII

Staatskanzlei des Saarlandes

Letzte Schicht, Ewigkeiten, Landschaft

Nach über 250 Jahren ist die Steinkohleförderung im Saarland im Jahr 2012 zu Ende gegangen. Für das Saarland war das ein bedeutender Einschnitt, weil das Land über eine lange Zeit ohne den Bergbau überhaupt nicht vorstellbar war. Wohl und Wehe des gesamten Landes hingen eng mit der Kohle zusammen. Der Bergbau war in fast allen saarländischen Familien zuhause, weil entweder ein Angehöriger oder zumindest ein Vorfahre im Bergbau arbeitete. Dass der Steinkohlebergbau unserem Land sein Gesicht gegeben hat, ist vor allem das Verdienst der Menschen, die ihn betrieben haben: der saarländischen Bergleute. Sie haben mit ihrer harten Arbeit nicht nur die Grundlagen gelegt für die wirtschaftliche Entwicklung im Saarland und die Energie geliefert für das Wirtschaftswunder in Deutschland. Sie haben auch unser Land, seine Werte und seinen Zusammenhalt beeinflusst wie keine andere Berufsgruppe. Die bergmännische Kameradschaft und Solidarität waren das Vorbild für den Zusammenhalt der Menschen im Saarland. Deshalb stehen wir heute vor der Aufgabe, die Erinnerung an den Bergbau am Leben zu erhalten. Es gilt, das Wissen um die bergbaulichen Wurzeln unseres Landes zu bewahren und insbesondere an die jungen Menschen weiterzugeben. Die nun virtuelle Landesausstellung DAS ERBE spielt für diese Erinnerungskultur eine zentrale Rolle. Wir wollen damit die besondere Bedeutung der vom Bergbau geprägten Zeit für die heutige und zukünftige saarländische Gesellschaft deutlich machen. Die Ausstellung DAS ERBE stellt nicht Maschinen und Fördertürme in den Mittelpunkt, sondern die Bergleute, ihr Leben, ihre Familien, ihre Kultur, ihren Einfluss auf das Zusammensein im Saarland und das, was nach dem Ende des Steinkohlebergbaus davon bleibt. Die Ausstellung macht sichtbar, wie umfangreich und vielfältig das Erbe der Bergleute für unser Land ist.
Ich wünsche den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung „DAS ERBE“ – hier in der Saarland-Staatskanzlei Open Gallery des Google Cultural Institutes –, dass sie Neues über den Bergbau im Saarland erfahren und ein tieferes Verständnis von der Arbeit unter Tage gewinnen können.

Letzte Schicht
Auch wenn der endgültige Ausstieg aus dem Steinkohlenbergbau an derSaar von der RAG von langer Hand vorbereitet wurde und jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin schon Jahre im Voraus wusste, dass sich die berufliche Situation zum 30. Juni 2012 ändern würde, so wurde dennoch das Endgültige der Entscheidung für viele erst mit dem Tag des Abschieds begreifbar. Als Schluss- und Höhepunkt des Festaktes am 30. Juni überreichte der Partiemann Stefan Busch als letzter Bergmann ein Stück Kohle an ein Mitglied des Vorstandes der RAG. Unter den tausenden Besu-chern blieb kaum ein Auge trocken, als er seine kurze Rede mit den Worten schloss: ›Der Steinkohlenbergbau an der Saar ist beendet. Glückauf.‹

Unter dem Glassturz liegt die letzte geförderte Kohle des Saarbergbaus vom 30. Juni 2012.

Ewigkeiten
Nach Angaben der RAG wurden in den 250 Jahren Berg-bau in den Saarländischen Revieren rund 1,5 Milliarden Tonnen Kohle gewonnen. Dabei entstandene Hohlräume stürzten ein und führten vielerorts zu Bergsenkungen. Beschädigte oder zerstörte Gebäude wie auch Veränderungen im Landschaftsbild sind mögliche Folgen. Eine andere Beeinträchtigung stellen die durch Kokereien kontaminierten Böden dar. Um Herausforderungen wie diesen begegnen zu können, wurde die RAG-Stiftung gegründet, die neben der Bearbeitung von Dauerberg-schäden und der ›ewig‹ notwendigen Wasserhaltung unter anderem auch Flächensanierungen finanziert und die Altersversorgung von Bergleuten sichert.
Landschaft
Mit dem Wachstum der Montanindustrie im 19.Jh.veränderte auch die saarländische Landschaft ihr Gesicht. Weitflächige Tagesanlagen übertrafen an Größe oft die Ausdehnung der sich anschließenden Siedlungen, Absinkweiher und Bergehalden prägten die Umgebung. Seit den 1960er Jahren entstanden Konzepte zur Sanierung und Rekultivierung von Bergbauflächen, die zunehmend unter ökologischen Gesichtspunkten entwickelt wurden. Von 1960 bis 1980 wurden auf der Grundlage eines Rekultivie-rungsplans der Saarbergwerke AG rund 850 Hektar neue Waldflächen angelegt. Gut sichtbar wird dieser eindrucksvolle Wandel der Landschaft innerhalb weniger Jahre durch die Gegenüberstellung alter und neuer Luftaufnahmen saarländischer Grubenstandorte.

Die Luftbildaufnahmen der letzten 60 Jahre dokumentieren die Veränderungen der beiden Grubenstandorte Heinitz und Reden. Waren zu Beginn der 1950er Jahre beide Standorte noch deutlich vom Steinkohlebergbau gezeichnet, so veränderte sich die Umgebung nach der Schließung der zwei Bergwerke (Heinitz: 1962, Reden: 2000) sehr verschieden. Bei den neuesten Aufnahmen von 2012 ist in Heinitz so gut wie kein Zeichen der alten Nutzung des Geländes mehr erkennbar. Das Gelände des ehemaligen Bergwerks Reden hingegen wurde für den Tourismus erschlossen und so für die Zukunft erhalten.

Die Luftbildaufnahmen der letzten 60 Jahre dokumentieren die Veränderungen der beiden Grubenstandorte Heinitz und Reden. Waren zu Beginn der 1950er Jahre beide Standorte noch deutlich vom Steinkohlebergbau gezeichnet, so veränderte sich die Umgebung nach der Schließung der zwei Bergwerke (Heinitz: 1962, Reden: 2000) sehr verschieden. Bei den neuesten Aufnahmen von 2012 ist in Heinitz so gut wie kein Zeichen der alten Nutzung des Geländes mehr erkennbar. Das Gelände des ehemaligen Bergwerks Reden hingegen wurde für den Tourismus erschlossen und so für die Zukunft erhalten.

Staatskanzlei des Saarlandes, Öffentlichkeitsarbeit
Quelle: Alle Medien
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