Das letzte Artensterben?

Naturhistorisches Museum Wien

Artensterben als Motor der Evolution
In der Geschichte des Lebens gab es fünf dramatische Ereignisse, bei denen jeweils mehr als 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten ausstarben. Das Leben musste sich gegen Klimaschwankungen, kosmische Katastrophen und wandernde Kontinente behaupten. Neue Überlebensstrategien als Antwort auf geänderte Lebensbedingungen waren der Motor der Evolution. DAS SECHSTE ARTENSTERBEN - DAS LETZTE ARTENSTERBEN? Heute beobachten Wissenschafterinnen und Wissenschafter das sechste große Artensterben der Erdgeschichte. Jede Stunde sterben drei Tier- oder Pflanzenarten aus! Erstmals ist der Mensch hauptverantwortlich für die Vernichtung von Ökosystemen, Klimawandel und das Massensterben von Arten. Bringt der Homo sapiens das Leben an einen kritischen Punkt und den Motor der Evolution zum Stottern? Sicher ist eines: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Mensch selbst Opfer seines unglaublichen Raubbaus an Leben und Ressourcen wird.

Quastenflosser (Latimeria chalumnae)
Der erst 1938 entdeckte Quastenflosser gilt als lebendes Fossil. Die kleine Population lebt im Bereich der Komoren in der Tiefsee und ist vom Aussterben bedroht.

Pirarucu (Arapaima gigas)
Der Pirarucu lebt im Amazonas und zählt zu den größten Süßwasserfischen. Die Art ist durch Überfischung stark bedroht.

Mondfisch (Mola mola)
Der Mondfisch lebt vor allem in warmen Meeren und gilt mit bis zu 2,3 Tonnen als der schwerste Knochenfisch. Die Art gilt als gefährdet.

Großer Weißer Hai (Carcharodon carcharias)
Der Große Weiße Hai steht in subtropischen und gemäßigten Weltmeeren an der Spitze der Nahrungspyramide. Zu Unrecht als Menschenfresser verschrien, wird er seit Jahrzehnten verfolgt.

Hausen (Huso huso)
Der Europäische Hausen lebt im Schwarzen Meer. Noch im 19. Jahrhundert zogen die bis zu 8 Meter langen Fische stromaufwärts, um sich fortzupflanzen. Durch den Bau der Donau-Kraftwerke wurde er von seinen Kinderstuben abgeschnitten.

Galapagos-Riesenschildkröten (Chelonoidis nigra)
Ihr Vorkommen beschränkt sich auf den Galapagos-Archipel. Von den 15 verschiedenen Unterarten der Riesenschildkröte auf den Galapagosinseln sind fünf in historischer Zeit ausgestorben.

Ungarische Wiesenotter (Vipera ursinii rakosiensis)
Noch am Beginn des 20. Jahrhunderts war die Wiesenotter in Ostösterreich häufig anzutreffen. Heute kommt die Art nur mehr in Teilen Ungarns und Rumäniens vor.

Gangesgavial (Gavialis gangeticus)
Die einzige überlebende Art aus der Familie der Gaviale ist vom Aussterben bedroht. Ungestörte Sandbänke an mächtigen fischreichen Tieflandströmen, wie sie der Gavial braucht, gibt es kaum mehr.

Seeadler (Haliaeetus albicilla)
Mit bis zu 2,4 Metern Flügelspannweite ist der Seeadler eine der beeindruckendsten Greifvogelarten in Europa. Zahlreiche Schutzmaßnahmen haben in den letzten Jahren zu einem Anstieg der Bestände geführt.

Weißwangenkauz (Sceloglaux albifacies)
Diese mittelgroße Eulenart lebte nur in Neuseeland und ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestorben. Sein Aussterben wird mit direkter Verfolgung, Lebensraum-Veränderungen und eingeschleppten Raubsäugern in Zusammenhang gebracht.

Kakapo oder Eulenpapagei (Strigops habroptila)
Der Kakapo kommt nur in Neuseeland vor. Der flugunfähige, nachtaktive Papagei mit einem sehr komplexen Balzverhalten ist vom Aussterben bedroht. Dank intensiver Schutzmaßnahmen gibt es heute wieder über 120 Kakapos.

Stellersche Seekuh (Hydrodamalis gigas)
Bereits 1768 – nur 27 Jahre, nachdem die ersten Europäer sie bei der Bering-Expedition auf den Kommandeurinseln vor Kamtschatka entdeckt hatten – waren die friedlichen Riesen ausgerottet, weil man ihr Fleisch essen konnte.

Schneeleopard (Panthera uncia)
Weniger als 7000 dieser kleinsten Großkatzen leben noch in Freiheit in den Gebirgsregionen Zentralasiens. Sie benötigen riesige Reviere und geraten immer wieder in Konflikt mit Menschen.

Przewalski-Pferd (Equus caballus przewalskii)
Frei lebende Przewalski-Pferde sind in den späten 1960er Jahren ausgestorben, obwohl die Art noch im späten 18. Jahrhundert in den Steppen Asiens weit verbreitet war.

Java-Nashorn (Rhinoceros sondaicus).
Das Java-Nashorn ist die seltenste der fünf Nashornarten. Nur noch ca. 50 Tiere leben in freier Wildbahn.

Wisent (Bison bonasus)
Wisente, die europäischen Bisons, starben 1927 in freier Wildbahn aus. Mit nur 12 Tieren in Gefangenschaft wurde ein Zuchtprogramm begründet, das die Art bisher gerettet hat.

Dodo (Raphus cucullatus)
Dronten lebten ausschließlich auf den Inseln Mauritius und Reunion. Im 17. Jahrhundert wurden tausende der flugunfähigen Tiere, die keine natürlichen Fressfeinde hatten, vor allem durch ihre Zutraulichkeit zu einer leichten Beute für europäische Seefahrer.

Beutelwolf oder Tasmanischer Tiger (Thylacinus cynocephalus)
Lange bevor die europäischen Einwanderer kamen, lebte er nur noch in Tasmanien. Dort galten Beutelwölfe zu Unrecht als Gefahr für die Schafherden und wurden massiv verfolgt.

Wandertaube (Ectopistes migratorius)
Mit geschätzten 3 bis 5 Milliarden Tieren war die Wandertaube die häufigste Vogelart der Welt! Im 19. Jahrhundert wurden Wandertauben zu Millionen erschossen, weil sie als Ernteschädlinge galten.

Trilobit (Huntoniatonia lingulifer)
Devon, 415 Millionen Jahre alt, Clarita, Oklahoma, USA
Tausende Trilobiten-Gattungen waren in allen Meeren des Erdaltertums verbreitet.

Trilobit (Huntoniatonia lingulifer)
Devon, 385 Millionen Jahre alt, Jebel Oufatene, Marokko
Die Trilobiten – komplex gebaute Gliedertiere mit breitem Kopfschild, zahlreichen Körpersegmenten und einem Schwanzschild – zählen zu den auffälligsten und bekanntesten Tieren des Erdaltertums.

Mesosaurier (Mesosaurus tenuidens)
Perm, 270 Millionen Jahre alt, São Mateus do Sul, Brasilien
Die kleinen Mesosaurier lebten in einem Binnenmeer, das sich beim Zerfall des Urkontinents Gondwana zwischen Südamerika und Afrika bildete

Fischsaurier (Weiblicher Stenopterygius quadriscissus mit Föten)
Jura, 180 Millionen Jahre alt, Holzmaden, Deutschland
Die delphinähnlichen Ichthyosaurier waren marine Reptilien, die vor 245 Millionen Jahren entstanden und bereits vor dem Verschwinden der Dinosaurier ausstarben.

Riesenammonit (Parapuzosia seppenradensis)
Kreide, 85 Millionen Jahre alt, Gosau, Österreich
Parapuzosia seppenradensis war mit einem Durchmesser von bis zu drei Metern die größte bekannte Ammonitenart. Wie die Dinosaurier starben auch die Ammoniten am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen aus.

Naturhistorisches Museum Wien
Mitwirkende: Geschichte

Naturhistorisches Museum Wien
Projektverantwortliche: Reinhard Golebiowski, Mathias Harzhauser, Christian Köberl, Ernst Mikschi, Iris Ott, Brigitta Schmid, Gabriel Stöckle

Quelle: Alle Medien
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