1945 bis 1989

Bilder einer Teilung

"Von der Blockade zur Mauer im Berlin des kalten Krieges"
Juli 1945: Unter den Linden unmittelbar nach dem Krieg und ohne Lindenbäume. Ein Bild von Stalin empfängt die Besucher hinter dem zerstörten Brandenburger Tor.

Stadt in Ruinen: Berlin war die am stärksten bombardierte Stadt im Dritten Reich. Brandbomben ließen häufig die Außenwände von Häusern stehen, während das Innere völlig ausbrannte. Besonders der Angriff der Roten Armee im April 1945 hatte zur Zerstörung beigetragen. In der Folge mussten ganze Häuserblocks abgerissen werden und Menschen wurden vermisst. Evakuierungen, Soldaten in Gefangenschaft und Kriegstote hatten Berlin in eine Geisterstadt verwandelt, die nach dem Krieg nur mehr zwei Drittel ihrer Einwohner hatte.

Sackgasse: Hollmannstrasse in Kreuzberg
Trümmerbeseitigung und eine neue Landschaft der Zerstörung
Schwarzmarktgeschäft in Ostberlin
Zigaretten als inoffizielle Währung; hier der Wechselkurs für Schuhe

Schwarzmarkt in Berlin: In den späten 40er-Jahren verlor die Reichsmark in einer Tauschwirtschaft mit Waren ihren Wert. Die Waren stammten häufig von alliierten Besatzungssoldaten. Auch die Kleinkriminalität war auf dem Vormarsch und die Sektorengrenzen waren oft der beste Fluchtweg. Auf dem Potsdamer Platz gab es drei verschiedene Sektoren und die Polizei durfte Verbrecher nicht über die Grenzen hinweg verfolgen.

Ein einsamer Westberliner Polizist patrouilliert an der Ost-West-Achse.
Die gestrichelte Linie markiert die Sektorengrenze zwischen Ost- und Westberlin.
Das Brandenburger Tor lag direkt im russischen Sektor. Die rote Flagge weht dort, wo einst die Quadriga stand.

West trifft Ost: Die Kriegsalliierten und die Sowjetunion hatten im Jahr 1944 die Sektoren für das besetzte Berlin festgelegt. 1945 wurde ein vierter französischer Sektor hinzugefügt. Berlin war eine Stadt, die von vier Siegermächten verwaltet wurde, und jeder Besatzer hatte das Recht, die Sektoren der anderen zu durchqueren. Im Gegensatz zum besetzten Wien gab es keinen neutralen Sektor als Puffer in der Mitte. Berlin lag tief innerhalb der gesamtsowjetischen Zone. Ein Gentleman's Agreement gestattete den westlichen Alliierten, über Straßen und Schienen die Verbindung zu ihren Zonen aufrechtzuerhalten. Schriftlich waren jedoch nur die Luftkorridore zugesichert. Bis 1948 wurde Berlin von vier Militärkommandanten über die Alliierte Kommandantur regiert. Im Jahr 1948 verließ der sowjetische Vertreter Kotikow diese jedoch. 

US-Jeep vor der Alliierten Kommandantur in Dahlem – beachten Sie die Schilder in dreifacher Ausfertigung.
Drinnen: US-Kommandant Frank Howley schaut während der Verhandlungen auf seine Uhr.
Berliner Alltagsleben, während die Panzer vorbeirollen
Ein GI trägt seinen Teil zu den deutsch-amerikanischen Beziehungen bei.

Die Amerikaner, Briten und Franzosen unterhielten eine symbolische Streitkraft von 12.000 Mann in Westberlin. Sie waren den sowjetischen Streitkräften in Deutschland zahlenmäßig weit unterlegen, aber die beiden Lager wussten, dass ein konventioneller Konflikt im Kalten Krieg leicht in einen nuklearen eskalieren konnte. Die Situation war angespannt, blieb aber stabil. Von persönlichen Beziehungen zu den Besetzten wurde zwar abgeraten, aber die Verlockung der "Fräulein" war zu groß.

Die neue D-Mark
Die Ostmark

Zwillingswährungen: Im Juni 1948 wurde in der Bundesrepublik Deutschland eine neue Währung eingeführt: die D-Mark. Ihre Einführung in Westberlin war der Grund für die Berlin-Blockade durch die Sowjets, die beiden Währungen existierten jedoch bis in die 50er-Jahre nebeneinander. Der offizielle Kurs war 1:1, der inoffizielle hingegen betrug 5 D-Mark zu 1 Ostmark. Westberliner konnten so ihr Geld wechseln und in Ostberlin zu Tiefstpreisen Lebensmittel einkaufen und sich die Haare schneiden lassen. Rund 50.000 Ostdeutsche, sogenannte Grenzgänger, pendelten zu ihren Arbeitsplätzen in Westberlin, wo sie harte Währung verdienten, während sie ihre Mieten noch in weicher Währung zahlten: das Beste aus beiden Welten. Ostdeutschland erneuerte sogar seine Währung im Jahr 1957, um "Spekulanten" Einhalt zu gebieten, jedoch ohne Erfolg.

Eine C-47 fliegt in Tempelhof ein. Die Kinder hoffen auf den "Rosinenbomber" Lt. Halvorsen, der an Fallschirmen aus Taschentüchern befestigte Schokolade abwarf.
Waren werden in Tempelhof abgeladen.
Das Ende der Blockade. "Hurra, wir leben noch!" steht auf den in Richtung Westen fahrenden LKWs.
US-Militärgouverneur Lucius D. Clay
Bürgermeister Ernst Reuter

Blockade und Luftbrücke: Als Vergeltung für die Schritte in Richtung eines separaten westdeutschen Staats unterbricht Moskau die Straßen- und Bahnverbindungen zwischen Westberlin und Westdeutschland am 24. Juni 1948 aus "technischen" Gründen. Westberlin importierte nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Kohle zum Heizen und Strom. Der US-Militärgouverneur Lucius Clay beriet sich mit dem Westberliner Bürgermeister Ernst Reuter, der um Unterstützung für die Westberliner für die bevorstehende Zeit der Entbehrungen gebeten hatte. Amerikanische Transportflugzeuge wurden von Standorten auf der gesamten Welt nach Deutschland abgezogen und in Großbritannien charterte die bereits ausgelastete RAF sogar Zivilflugzeuge. Der Koordinator für die Luftversorgung Burmas während des 2. Weltkriegs, Willy "The Whip" Tunner von der USAF, wurde eingesetzt. Obwohl wegen des schlechten Wetters im Herbst 1948 weniger Flüge durchgeführt werden konnten, gelang den Anglo-Amerikanern die Versorgung einer Zwei-Millionen-Stadt. Westberliner hörten Tag und Nacht das tröstliche Dröhnen der Triebwerke. Elektrizität wurde auf ein paar Stunden täglich rationiert. Trockenmilch, Eier und Kartoffeln waren die Hauptnahrungsmittel. Nach geheimen Verhandlungen gaben die Sowjets die Blockade im Mai 1949 auf.

Blick vom Reichstag während einer Massenkundgebung im September 1948, als Reuter die Welt mit "Schaut auf diese Stadt!" um Unterstützung für das belagerte Westberlin bat.
Ohne Strom kein Radio: Über Lautsprecherwagen werden den blockierten Westberlinern die neuesten Nachrichten durchgegeben.
Polizeikonfrontation an der Sektorengrenze in den 50er-Jahren: Westberliner Offiziere auf der linken Seite, die Ostberliner Volkspolizei auf der rechten Seite, offenbar auf der Suche nach der jungen Frau auf den Knien

Überquerung der Grenzlinie: In den 50er-Jahren wurde die Grenze oft nur als weiße Linie auf die Straße gemalt. Manchmal war sie gar nicht sichtbar und als Markierung diente eine Tramlinie oder eine Hausfassade. Die Berliner mussten zwar mit gelegentlichen Kontrollen rechnen, konnten aber ansonsten nach Belieben kommen und gehen. Westberlin betrieb die U-Bahn und Ostberlin die oberirdische S-Bahn. Ostberliner gingen regelmäßig nach Westberlin einkaufen, ins Kino oder einfach nur spazieren.

Der Ku'damm in der Dämmerung, ein Symbol des wohlhabenden Westens
Die Stalinallee, auf den Ruinen der Frankfurter Allee erbaut – eine stattliche (und leere) Ostberliner Promenade

"Schaufenster" Berlin: Beide Teile Berlins versuchten, mit Wiederaufbau und Wohlstandsversprechungen die Bürger dazu zu bewegen, sich für sie zu entscheiden. Der Kurfürstendamm war die Hauptstraße Westberlins, in der das "Wirtschaftswunder" zur Schau gestellt wurde. Im Osten wurden in der Stalinallee Wohnungen und auch Geschäfte und Cafés für die neue proletarische Elite gebaut. Ironischerweise waren es die Bauarbeiter, die aus Unzufriedenheit mit den steigenden Preisen und den sinkenden Löhnen im Juni 1953 einen Aufstand anzettelten. 

Schaufensterbummel in Westberlin inmitten des neuen Überflusses – es gab sogar die britische HP Sauce zu kaufen.
Plakatwand an der Ostberliner Grenze: "Ende der Grenzstadtpolitik" wirft dem Westberliner Reuter Antikommunismus im Nazi-Stil vor.
Westberlin reagierte mit einem Hightech-Nachrichtenticker am Potsdamer Platz.
"Berlin bleibt frei" – Westberliner Kundgebung
Die andere Seite: Propaganda für nationale Einheit und Sozialismus an einer Ostberliner Ladenfront

Visuelle Propaganda: Beide Seiten nutzten die Sektorengrenze zum Anbringen von Propagandatafeln und Plakaten, die Passanten auf der anderen Seite ansprechen sollten. Westberlin errichtete auch eine Reihe von Nachrichtentickern, damit die Ostberliner die westlichen Nachrichten lesen konnten. Einmal untersuchte die Stasi, ob die Glühbirnen durch einen akustischen Angriff zum Zerspringen gebracht werden könnten, aber für diese Methode reichten ihre technischen Möglichkeiten nicht aus.

Die britische Militärpolizei patrouilliert am Funkhaus, das eine sowjetische Enklave innerhalb des britischen Sektors geworden war.
Die humoristische Radiosendung auf RIAS "Pinsel und Schnorchel" parodiert den geistlosen kommunistischen Funktionärstypen.

Krieg im Ether: Berlin befand sich inmitten der Deutschen Demokratischen Republik und bot daher für beide Seiten eine ideale Sendeplattform. Die Sowjets blieben bis 1956 in den ehemaligen Studios von Goebbels, obwohl diese im britischen Sektor lagen. Die Amerikaner starteten ihre eigene Station, den Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS), der sich an Ost- und Westberliner Publikum richtete. Satire war dabei eine besonders wirksame Waffe.

Eine "Ulbricht-Ikone" – Moskau kritisierte im Jahr 1953 den örtlichen Persönlichkeitskult.

Walter Ulbricht: Der kommunistische Anführer aus Ostdeutschland war in vielerlei Hinsicht kompromissloser als Chruschtschow. Mit seinem starken sächsischen Akzent und Mangel an Charisma war "Spitzbart" ein leichtes Ziel für Spott. Doch er setzte sich durch. Nach dem Tod seines Gönners Stalin im Jahre 1953 wurde er fast aus der Politik gedrängt, aber er hing mit aller Macht an seinem Posten. Es war auch Ulbricht, der den größten Druck ausübte, die Grenzen zum Westen zu schließen.

Der sowjetische Führer Nikita Chruschtschow löste im Jahr 1958 die zweite Berlin-Krise aus, als er dem Westen ein Ultimatum stellte, Berlin innerhalb von sechs Monaten zu räumen. Er stieß damit auf taube Ohren. Eine Mauer war billiger als endlose Subventionen an einen unzuverlässigen ostdeutschen Verbündeten.
Der sozialdemokratische Westberliner Bürgermeister Willy Brandt kritisierte offen die schwache Reaktion des Westens auf den Mauerbau im Jahr 1961. Als er im Jahre 1969 Kanzler wurde, begann er seine Ostpolitik, die den Osten durch Verhandlungen zu reformieren versuchte.
Von der Bürgerwehr verwüstetes Westberliner Büro der Kommunisten
Mitglieder der antikommunistischen Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit verschleiern ihre Gesichter vor den Stasi-Informanten.
Die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit lässt Propagandaballons steigen, um Flugblätter über Ostberlin zu verteilen.
Ab 1952 waren die Westberliner Straßen in das ostdeutsche Hinterland abgeschnitten.
Straßenbahnlinien, die einst die Grenzen der Sektoren überquert hatten, wurden jetzt über Umwege geleitet.
Flüchtlinge aus Ostdeutschland in einem temporären Auffanglager in Westberlin
Willy Brandt spricht zu den Flüchtlingen.
Menschen werden aus Tempelhof ausgeflogen.

Berlin als Fluchtpunkt: Rund 3 Millionen Menschen oder einer von sechs Ostdeutschen verlassen die DDR. Berlin gewinnt als einfachster Fluchtweg zunehmend an Bedeutung. Die Ankömmlinge hatten oft nur ein paar Koffer und waren in überfüllten Auffanglagern untergebracht, bis sie vom Flughafen Tempelhof in die Bundesrepublik Deutschland ausgeflogen wurden. Die meisten kamen wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen, obwohl der politische Druck in den Jahren 1953 und 1958 stieg. Die offizielle Haltung des Westens ermunterte zum Durchhalten in der "Zone", eine von Willy Brandt propagierte Ansicht. 1961 kamen mehr Flüchtlinge an, als der Westen bewältigen konnte. In Ostdeutschland kursierten Gerüchte, dass "etwas" passieren würde, um die Abwanderung zu stoppen, was zu einer Massenflucht zu den Grenzübergängen oder zur "Torschlusspanik" führte.

Wasserwerfer der ostdeutschen Grenzpolizei am Brandenburger Tor kurz nach dem 13. August

Samstagabend bis Sonntagmorgen: Früh am 13. August 1961 wurde die Grenze nach Westberlin im Rahmen der streng geheimen Operation "Rose" abgeriegelt. Grenzpolizei und betriebliche Milizen bildeten eine Menschenkette an der Sektorengrenze, während der Stacheldraht gespannt wurde. Die DDR-Bevölkerung wurde davon offensichtlich überrascht: Sie konnte nur fassungslos zusehen, mit der Vorahnung, dass die Grenzen nun unabwendbar geschlossen wurden. Junge Ostdeutsche begannen die Attraktionen Westberlins zu vermissen. Das kommunistische Regime wandte in den ersten Wochen körperliche Gewalt an und Gegner wurden verprügelt. Es wurde jedoch klar, dass sie sich mit ihrem unfreiwilligen Publikum arrangieren mussten. Unruhestifter konnten nicht einfach über die Grenze abgeschoben werden.

Moralische Unterstützung von Lyndon B. Johnson am 20. August. Tatsächlich waren aber viele Westberliner von der Reaktion der USA enttäuscht.
Westberliner Demonstranten greifen die Ostberliner Polizei an.
Briten sperren das sowjetische Kriegerdenkmal ab.

"Der Westen tut nichts!" lautete eine berühmte Schlagzeile der Boulevardzeitung Bild. Da der Osten sehr bedacht darauf war, die Westberliner Interessen nicht zu schädigen – so wurde etwa die Mauer 5 Meter ins Innere von Ostberlin gebaut – oder Zugangswege zu blockieren, protestierte der Westen nur verbal. Bürgermeister Willy Brandt schrieb einen kritischen Brief an Präsident Kennedy und bat um weitere Maßnahmen. Der Präsident entsendete jedoch nur seinen Vizepräsidenten und einige symbolische Verstärkungstruppen nach Westberlin. Die Briten sperrten das sowjetische Kriegerdenkmal am Reichstag "zu seinem eigenen Schutz" mit Stacheldraht ab. Die gewalttätigen Proteste gingen hauptsächlich von jungen Westberlinern aus, die sich Straßenschlachten mit der Ostberliner Polizei lieferten, bei denen Steine flogen und Tränengas eingesetzt wurde.

Als klar wurde, dass der Westen nicht eingreifen würde, gingen die Ostdeutschen dazu über, schwere Betonblöcke aufzustellen.
Die Fertigstellung der "echten" Berliner Mauer dauerte viele Monate.
Westberliner Schild: "Straßensperrung verursacht durch Schandmauer"
Grenzsoldaten waren oft jung und stammten nicht aus der Stadt. In den frühen 60er-Jahren hatte sich viele Freiwillige gemeldet, die überlaufen wollten.
Westliche Fotografen sollten mit Hilfe eines Spiegels behindert werden.
Willy Brandt nannte die Mauer "Sperrwand eines Konzentrationslagers". Die ersten Wachtürme hatten eine gewisse Ähnlichkeit mit den Wachtürmen der Konzentrationslager und westliche Fotografen dokumentierten dies gerne für die Nachwelt.
Ein inszenierter Fototermin? "KZ" bedeutet Konzentrationslager.
Kann ich meinen Ball zurückhaben? Grenzsoldaten hatten den Befehl, keine persönlichen Kontakte mit Bewohnern des Westens aufzubauen. Ein kleiner Akt des Widerstands?

Die Mauer als Fotoobjekt: Die fotogenen Qualitäten der Mauer zogen ganze Armeen westlicher Pressefotografen an. Sie waren häufig daran interessiert, das durch die Mauer verursachte menschliche Leid zu zeigen und fotografierten Familien, die versuchten, einander über das Niemandsland zuzuwinken. Da der 13. August auf ein Wochenende in den Sommerferien fiel, waren viele Familienmitglieder zu Besuch bei Verwandten in der anderen Hälfte der Stadt. Einige Kinder wurden wieder mit den Eltern im Westen vereint, Erwachsenen gegenüber ging Ostdeutschland jedoch rücksichtslos vor. Viele der Fotos in dieser virtuellen Ausstellung wurden zu diesem Zeitpunkt gemacht, um auch über Berlin hinaus eine emotionale Wirkung auf das westliche Publikum zu erzielen. Sie dokumentierten nicht nur die epische Seite der Mauer, sondern zeigten auch den Alltag.

Mütter winken Babys zu.
Schatten auf der Mauer: nicht winkend, sondern ertrinkend?
Ein Westberliner Polizist beobachtet das neue "Mauerspiel". Wurde das Abnormale Teil des Alltäglichen?
Ein kleiner Ostberliner Junge bringt der Grenzpolizei einen Blumenstrauß – ein Fototermin, der die offizielle Haltung der DDR bekräftigen sollte, dass die Mauer "den Frieden gerettet" habe.
Die Mauer als Touristenattraktion – schließlich errichtete der Osten Sichtbarrieren. Der Westen baute Aussichtsplattformen, damit Besucher auf die andere Seite schauen konnten.
Der Potsdamer Platz, einst Mittelpunkt Berlins, befindet sich jetzt im Niemandsland. (Mauer unten)
Amerikanische und sowjetische Panzer stehen sich am Checkpoint Charlie gegenüber, 28. Oktober 1961.
Ostberliner und Westberliner Polizei auf Tuchfühlung
US-Panzer gegen ostdeutsche Wasserwerfer

Krisenherd Berlin? Die Grenznähe führte die Probleme deutlich vor Augen. Die ostdeutsche Polizei wurde von den westlichen Truppen offiziell nicht anerkannt. Die Spannungen wuchsen, als der politische Berater aus den USA sich weigerte, den ostdeutschen Grenzbeamten am Checkpoint Charlie seinen Ausweis zu zeigen. US-Panzer wurden geschickt, um seinen Standpunkt zu bekräftigen, woraufhin die Sowjets ihre eigenen Panzer auffahren ließen. Nach diplomatischen Vermittlungen zogen sich beide Seiten wieder zurück.

Bernauerstrasse
Polizisten zerren einen Flüchtenden über die Mauer.
Ein Demonstrant wird abgeführt, nachdem der Westen Peter Fechter nicht gerettet hatte.

Flucht: Anfangs gab es noch viele Schlupflöcher in den Westen. Ostberliner seilten sich aus Fenstern ab, krochen durch Friedhöfe oder sprangen sogar aus fahrenden Zügen an der Sektorengrenze. Der erste Flüchtling, der erschossen wurde, wollte am Reichstag über die Spree schwimmen. Das berühmteste Maueropfer war der siebzehnjährige Peter Fechter. Er wurde in den Rücken geschossen, als er am 17. August 1962 versuchte, die Mauer am Checkpoint Charlie zu erklimmen. Er lag fast eine Stunde lang stöhnend am Fuß der Mauer, während er verblutete. Empört wandten sich die Westberliner an die Polizei und US-Besatzungstruppen, die beide handlungsunfähig waren. Insgesamt 136 Personen wurden nachweislich an der Mauer getötet.

John F. Kennedy schaut vor seiner berühmten Rede "Ich bin ein Berliner" im Juni 1963 über die Mauer. Ostberlin hat das Tor vor ihm verhüllt.

"Ich bin ein Berliner": Am 26. Juni 1963 besuchte Kennedy zum ersten Mal Berlin. Nachdem er die Mauer gesehen hatte, hielt er vor dem Rathaus eine der berühmtesten Reden der Geschichte. Zweifler am Kommunismus wurden aufgefordert: "Lasst sie nach Berlin kommen!" Dann machte JFK sich mit einer phonetischen Transkription des Deutschen selbst zu einem Ehrenbürger von Berlin. Keiner der versammelten 100.000 Westberliner schien etwas dagegen zu haben.

Löcher in der Mauer: Weihnachten 1963 gestattete der Osten Westberlinern, ihre Familien zum ersten Mal seit 1961 zu besuchen. Auch wenn dieser Versuch der Entspannungspolitik im Jahr 1966 wieder aufgegeben wurde, brachte Willy Brandts Ostpolitik in den frühen 70er-Jahren weitere "kleine Schritte" der Annäherung.
Gebrauch und Missbrauch der Mauer
Nach 1975 war die modernisierte Mauer mit ihrer glatten Oberfläche für Graffitikünstler unwiderstehlich. 

1989: Die Proteste begannen nicht in Berlin, sondern in Leipzig. Die Bundesländer hatten der Hauptstadt ihren relativ privilegierten Status immer übel genommen. Die Mauer begann zu bröckeln, als Ungarn im Mai 1989 seinen Teil des Eisernen Vorhangs demontierte. Gorbatschows Reformversprechen hatten dabei geholfen. Zehntausende Ostdeutsche flüchteten im Laufe des Sommers über die ungarische Grenze oder suchten in westdeutschen Botschaften im ganzen Ostblock Asyl. Am 4. November 1989 gingen die Menschen in einem Massenprotest in Berlin auf die Straßen. Die Tage des Regimes waren gezählt. Fünf Tage später öffnete das Politbüro die Mauer in einem letzten verzweifelten Versuch, die Menschen zum Bleiben zu bewegen.

4. November 1989: riesige Demonstration am Ostberliner Alexanderplatz
Nachtschwärmer und Touristen auf der geöffneten Mauer am Brandenburger Tor
Ein "Mauerspecht" bei der Arbeit – der Stahlbeton war unglaublich hart.
Ein Mann schaut durch ein Loch in der ausgedienten Mauer
Grenztruppen demontieren, was sie einst mit Waffengewalt bewacht haben.
Mitwirkende: Geschichte

Curator — Patrick Major, Professor of Modern History at Reading University, UK
Centre for East German Studies, Reading University, UK

Quelle: Alle Medien
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