1975 bis 1976

Steve Biko: Die letzten Tage

Steve Biko Foundation

"Es ist besser für eine Idee zu sterben, die weiterlebt, als für eine Idee zu leben, die stirbt."
– Steve Biko

Im Januar 1977 wählte die Black People’s Convention Biko in Anerkennung seiner herausragenden Verdienste im Befreiungskampf einstimmig zum Ehrenpräsidenten. Er war nicht nur maßgeblich an der Entwicklung einer neuen politischen Kraft in Südafrika beteiligt, sondern er schuf auch, wie Aelred Stubbs es ausdrückte, "ein Paradebeispiel für die Kommunalentwicklung".

"Ich beschreibe mich selbst als Freiheitskämpfer, wenn ich gefragt werde."

– Biko

Im August 1977 unternahm Steve Biko die letzte Reise auf seiner Freiheitsmission. Drei Jahre lang war er die treibende Kraft in den Einheitsgesprächen der wichtigsten politischen Kräfte, nämlich dem African National Congress, dem Pan African Congress und der New Unity Movement. 1977 hatte er bereits direkte Gespräche mit dem Präsidenten der PAC geführt, Robert Mangaliso Sobukwe, den er sehr schätzte.

Robert Mangaliso Sobukwe, Gründer des Pan African Congress (PAC) und erster Präsident von 1959 bis 1963

Am 17. August 1977 begaben sich Biko und sein Kollege Peter Jones auf eine Reise nach Kapstadt, um Einheitsgespräche mit Neville Alexander, dem Führer des New Unity Movement zu führen. Auf dem Rückweg wurden sie in Grahamstown an einer von Leutnant Oosthuizen errichteten Straßensperre verhaftet. Sie wurden später dem berüchtigten Sicherheitskommando in Port Elizabeth ausgeliefert.

Peter Jones

Das Spezialkommando in Port Elizabeth hatte enge Beziehungen zu hochrangigen Agenten, wie Johan Coetzee und der Vlakplaas-Einheit, die im Dienste des Apartheidregimes standen. Ein solcher Beamter war der als "Superspion der Apartheid" bekannte Craig Williamson, der den in Schweden ansässigen International University Exchange Fund (IUEF) infiltrierte, nachdem er von Lars Gunar Eriksson, dem Leiter des IUEF, zum stellvertretenden Direktor ernannt wurde. Williamson wurde während seines Wehrdiensts zum Geheimdienst rekrutiert. Seine frühere Tätigkeit in der liberalen Politik als Vizepräsident der NUSAS sowie seine späteren Verdienste bei der Fluchthilfe für Exilanten verhalfen ihm zu ausreichend politischer Glaubwürdigkeit, um in den IUEF aufgenommen zu werden, obwohl es Vorbehalte von Mitgliedern der Befreiungsbewegung gab. 

"Bikos Inhaftierung und sein Tod passierten in Wahrheit genau zu dem Zeitpunkt, als er heimlich das Land verlassen wollte, um Tambo zu treffen. Das waren schlechte Nachrichten."

– Craig Williamson in einem Interview mit Tor Sellstrom, schwedischer Diplomat und Autor von "Sweden and the Liberation in Southern Africa" 

Der IUEF war maßgeblich an Hilfeleistungen für verschiedene Organisationen in Südafrika wie der BCM, dem PAC und dem ANC beteiligt. Nach eigener Aussage lag die Hauptstrategie von Williamson darin, die Unterstützung des Black Consciousness Movement zu beenden, da die Organisation "ein internes Problem" sei. Er war auch mit der Infiltration des ANC und der Überwachung der internationalen Unterstützung für die Befreiungsbewegung beauftragt. In seiner Eigenschaft als stellvertretender Direktor des IUEF war Williamson in die Einheitsgespräche zwischen Biko und Oliver Tambo eingeweiht, dem amtierenden Präsidenten des African National Congress. Mit Unterstützung von Ranwedzi Nengwekhulu und Thabo Mbeki, dem ehemaligen Präsidenten der Republik Südafrika, wurde das erste Treffen für September 1976 angesetzt und fiel mit dem zehnjährigen Jubiläum der Unabhängigkeit Botswanas zusammen. Als das Treffen scheiterte, wurde versucht, es im Mai 1977 in Maseru abzuhalten. Als dieses Treffen ebenfalls nicht zustande kam, war als letzter Versuch ein Treffen in der ersten Woche im September 1977 in Botswana geplant. 

O. R. Tambo, Präsident des African National Congress (ANC) 1969 bis 1985
Ranwezi Harry Nengwekhulu

An dem Treffen im September 1977 hätten Biko, Tambo und Olof Palme teilgenommen. Olof Palme hatte bei den Wahlen von 1976 sein Amt als schwedischer Ministerpräsident verloren und sich entschieden, seine Arbeit stattdessen auf Südafrika zu konzentrieren. Biko sollte kurzfristig nach Botswana einreisen, um sich mit diesen Führern zu treffen, und anschließend sofort wieder nach Hause gebracht werden. Der IUEF würde bei der Durchführung des Treffens behilflich sein.

Tod während der Haft

"Um einen Wandel zu erreichen, müssen wir unsere schützenden Mäntel ausziehen und bereit sein, unseren Komfort, unsere Sicherheit, unsere Arbeitsplätze und unsere angesehenen Positionen aufzugeben und unsere Familien zu verlieren... Ein Kampf ohne Opfer ist kein Kampf."

– Biko, "The Quest for a True Humanity"

Biko wurde am 18. August 1977 verhaftet, zwei Wochen vor dem geplanten Treffen. Olof Palme wurde später ermordet.

In Port Elizabeth wurde Biko im Präsidium der Sicherheitspolizei im Sanlam-Gebäude, Zimmer 619, gefoltert. Von außen sieht das Gebäude wie ein beliebiges Bürogebäude aus. Möglicherweise zufällig oder auch absichtlich werden durch den Verkehrslärm der erhöhten Autobahn, die ein paar Meter vor dem Gebäude verläuft, alle verräterischen Geräusche übertönt, die auf eine Folterkammer hindeuten könnten. Am 11. September 1977 wurde Biko im Sanlam-Gebäude so sehr gefoltert, dass er in ein Gefängniskrankenhaus verlegt werden musste. In dieser Nacht wurde Biko von den Hauptmännern Siebert und Wilken und dem Kriminalbeamten Niewoudt über 1000 km von Port Elizabeth in das Pretoria Maximum-Gefängnis auf der Ladefläche eines polizeilichen Landrovers transportiert – nackt, im Sterben liegend und ohne ärztliche Begleitung. Er verstarb am 12. September.

Sanlam-Gebäude
Sanlam-Gebäude, Raum 619
Sanlam-Gebäude in Port Elizabeth Richtung C-Max-Gefängnis in Pretoria
Bikos Sarg

"Es ist besser für eine Idee zu sterben, die weiterlebt, als für eine Idee zu leben, die stirbt."

– Biko

Bikos Leichnam

"In den drei Jahren, die ich ihn kannte, war ich zutiefst davon überzeugt, dass er einer der wichtigsten politischen Führer des Landes und einfach der bedeutendste Mensch ist, den ich je das Privileg hatte, kennenzulernen."

– Donald Woods, Herausgeber des Daily Dispatch in East London

Alice "Mamcete" Biko, Ntsiki Biko und ihr zweijähriger Sohn Samora bei Bikos Beerdigung
Der Ochsenkarren, mit dem Steve Biko zu seiner letzten Ruhestätte gebracht wurde

"Die Geschichte bringt von Zeit zu Zeit eine Art von Führern hervor, die den richtigen Moment nutzen und sich für die Wünsche und Bestrebungen der Unterdrückten einsetzen. Ein solcher Führer war Steve Biko. Er war ein würdiger Vertreter seiner Zeit und ein stolzer Repräsentant der Wiedererweckung eines Volkes."

– Nelson Mandela

Mitteilung von Bürgerrechtsaktivist Andrew Young anlässlich Bikos Tods
Mitwirkende: Geschichte

Steve Biko Foundation:
Nkosinathi Biko, CEO
Y. Obenewa Amponsah, Director International Partnerships
Donna Hirschson, Intern
S. Dibuseng Kolisang, Communications Officer
Consultants:
Ardon Bar-Hama
Marie Human

Quelle: Alle Medien
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