1976

Steve Biko: Gerichtliche Untersuchung

Steve Biko Foundation

"Todesursache: kein Fremdverschulden" – Richter Prins

Justizminister Kruger hielt am 14. September 1977 auf einem Parteitag der Nationalisten eine Rede, in der er jede Verantwortung der Polizei am Tod Bikos bestritt und erklärte, dass Biko infolge eines Hungerstreiks gestorben sei. Bikos Freunde, darunter Donald Woods, und seine Familie wollten gemeinsam sicherstellen, dass die wahren Umstände von Steve Bikos Tod aufgedeckt wurden. Kurz nach Bikos Tod am 14. November 1977 begann die 13-tägige Routineuntersuchung bezüglich der unnatürlichen Todesursache in der alten Synagoge in Pretoria, bei der Sydney Kentridge als Anwalt der Familie Biko auftrat. Bei der Obduktion wurden fünf schwere Verletzungen festgestellt: am Gehirn, an der Kopfhaut, an den Lippen sowie Abschürfungen und Quetschungen an den Rippen. Richter Prins entschied jedoch zugunsten des Regimes. Seine dreiminütige Urteilsverkündung löste international scharfe Kritik an der Apartheidsregierung aus. Das Urteil lautete, dass niemand für den Tod Bikos verantwortlich gemacht werden könne. 

Ntsiki Biko bei der gerichtlichen Untersuchung
Steve Bikos Mutter, Alice "Mamcete" Biko, seine Schwester, Nobandile Biko, und seine Frau, Ntsiki Biko, kurz nach seinem Tod
Beweise der gerichtlichen Untersuchung
Untersuchung von Sir David Napley aus Großbritannien
Black Consciousness Movement von Azania – eine Hommage an Steve Biko

Dem Tod von Steve Biko folgten Beförderungen der Mitglieder des Sicherheitskommandos von Port Elizabeth und anderer Beteiligter. Craig Williamson wurde zum Major befördert. Als seine Deckung 1980 aufflog, kehrte er nach Südafrika zurück und wurde Stellvertreter in der Auslandsabteilung der südafrikanischen Sicherheitspolizei, die von Piet "Biko" Goosen geleitet wurde. Später wurde Williamson in den Rat des Präsidenten berufen. 

Die Alte Synagoge in Pretoria – der Ort, an dem die Untersuchung von Bikos Tod sowie andere politische Prozesse stattfanden

Biko wurde offiziell das 46. Todesopfer durch Folter unter dem geltenden Staatssicherheitsgesetz. Sein Tod trug dazu bei, der internationalen Gemeinschaft die Brutalität der südafrikanischen Sicherheitsgesetze und die allgemeine Not der Südafrikaner vor Augen zu führen. Er trug direkt zur Entscheidung der westlichen Länder bei, die Abstimmung des UN-Sicherheitsrats für ein verbindliches Verbot von Waffenlieferungen an Südafrika (Resolution 418 vom 4. November 1977) zu unterstützen.  

Sir Sydney Kentridge bei seiner Rede Anlässlich des 12. Jahrestages des Todes von Steve Biko – "Evil Under the Sun: The Death of Steve Biko"

"Die Anhörungen zur Amnestie zeigten, dass die Probleme nicht deshalb begonnen hatten, weil Biko mit eidesstattlichen Erklärungen konfrontiert wurde, die ihn anklagten, oder weil er ein Fehlverhalten eingestanden hätte, sondern weil er darauf bestanden hat, auf einem Stuhl zu sitzen."

– George Bizos

"Du bist entweder lebendig und stolz oder du bist tot. Und wenn du tot bist, ist es dir sowieso egal. Deine Todesmethode selbst kann eine Politisierung sein. Du stirbst also bei den Unruhen. Viele haben wirklich nichts mehr zu verlieren – und das im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man die Situationen betrachtet, aus denen sie kommen. Wenn du also die persönliche Angst vor dem Tod überwindest, die im Grunde höchst irrational ist, dann bist du auf dem richtigen Weg."

– Biko, Auszug aus dem Essay "On Death", in "I Write What I Like"

Dikona-Aussage von 1977

Am 19. Oktober 1977, dem sogenannten "schwarzen Mittwoch", verbot die Apartheidsregierung 18 Organisationen, die dem Black Consciousness Movement nahestanden, darunter Vereinigungen für Pflegepersonal, Lehrergruppen und Gemeindeverbände – diese veranschaulichen die Vielfältigkeit und Verbreitung der Bewegung. Abgesehen vom Verbot von Institutionen kam es am selben Tag auch zur Inhaftierung prominenter Vertreter der BPC und SASO. Auch die Medien wurden nicht verschont: Die Zeitungen "The World" und "Weekend World" mussten die Veröffentlichung einstellen.

Liste der verbotenen Organisationen
Raum 619 nach der Misshandlung Bikos
Land Rover, in dem Biko transportiert wurde
Gerichtssaal, in dem die Untersuchung stattfand

"Ich glaube, dass Steve erwartete, in den Händen der Sicherheitspolizei zu sterben. Ich denke, alle von uns erwarteten das. Steve war bereit, sein Leben für die Anliegen der Schwarzen zu opfern."

– Ntsiki Biko, Steve Bikos Witwe

Todesfälle in Haft
UN-Resolution 418 vom November 1977
Mitwirkende: Geschichte

Steve Biko Foundation:
Nkosinathi Biko, CEO
Y. Obenewa Amponsah, Director International Partnerships
Donna Hirschson , Intern
S. Dibuseng Kolisang, Communications Officer
Consultants:
Ardon Bar-Hama, Photographer
Marie Human, Researcher

Quelle: Alle Medien
Der vorgestellte Beitrag wurde möglicherweise von einem unabhängigen Dritten erstellt und spiegelt nicht zwangsläufig die Ansichten der unten angegebenen Institutionen wider, die die Inhalte bereitgestellt haben.
Mit Google übersetzen
Startseite
Erkunden
In der Nähe
Profil