Die Streifen des Zebras

Museum für Naturkunde Berlin

Warum das Zebra Streifen hat und wie Wissenschaft funktioniert

Black and White
Sind die Streifen der Zebras eine Laune der Natur? Wenn nein: Welche Funktion haben sie? Welche evolutionären Vorteile bieten sie den Tieren?
Tarnung
Bereits um 1870 vermuteten Charles Darwin und Alfred Russel Wallace, die Streifen könnten im hohen Gras und insbesondere bei heißer, flimmernder Luft als Tarnung wirken. Aber nicht alles was plausibel ist, ist auch wahr. Man nennt solche ungeprüften wissenschaftlichen Vermutungen daher Hypothesen. Diese muss man prüfen, um sie zu bestätigen oder zu widerlegen.
Lassen sich Löwen von Streifen täuschen?
Die Vermutung wurde geprüft und konnte nicht bestätigt werden. Zebras werden häufig von Löwen gerissen. Auch sehen Raubtiere Zebras ähnlich gut wie Menschen – und wittern und hören sie weitaus besser. Eine nennenswerte Tarnung gegenüber Raubtieren besteht anscheinend nicht.

Inzwischen gibt es ein neues Ziel, eine neue Hypothese ...

Tsetsefliegen und Bremsen!

Insektenschutzmittel
1981, fast 110 Jahre nach Darwin und Wallace, entwickelte Waage eine neue Vermutung: Tsetsefliegen und Bremsen übertragen gefährliche Krankheiten wie z.B. die für Zebras häufig tödliche Naganaseuche und ihr Sehapparat mit Komplexaugen und einer einfachen Bildverarbeitung im Gehirn ist sehr viel weniger leistungsfähig als bei Säugetieren. Tatsächlich konnte in verschiedenen Experimenten in den letzten 35 Jahren nachgewiesen werden, dass Tiermodelle mit Zebrastreifen sehr viel seltener von Bremsen angeflogen wurden, als einfarbig schwarze, braune, graue, oder weiße Modelle. Zudem liegt der Abstand der Streifen der Zebras genau in dem die Bremsen am meisten abschreckenden Bereich.
Das noch ein wenig gestreifte Quagga
Das bis vor guten 100 Jahren in der Kap-Provinz Südafrikas lebende Quagga gibt einen weiteren Hinweis zur Bestätigung der Annahme. Seine gestreiften Vorfahren hatten den Lebensraum der Tsetsefliegen nach Süden hin verlassen. Die Streifen scheinen nun keinen Vorteil mehr gehabt zu haben und nahmen vermutlich von Generation zu Generation ab. Als das Quagga vor über 100 Jahren ausgerottet wurde, waren nur noch Kopf, Hals, und Schwanzansatz gestreift. Das Quagga ist ebenfalls im Museum für Naturkunde, einige Vitrinen hinter dem Zebra ausgestellt.
Problem gelöst?
Nicht ganz. Einige Wissenschaftler erhielten bei ihren Untersuchungen abweichende Ergebnisse. So fanden sie Hinweise, dass Durchschnittstemperaturen und die Dichte der Zebrastreiben zusammen hängen. Tsetsefliegen und Bremsen sind somit zwar im Moment die wahrscheinlichste Erklärung, aber der Fall ist nicht geschlossen. Wissenschaftler müssen ständig vorhandenes Wissen hinterfragen, neu prüfen und neu lernen. Es gibt mehr als genug zu tun für die kommende Generation junger Wissenschaftler! ––– PS: Nicht alle Experimente werden veröffentlicht – siehe nebenstehende Zebras auf einer Straße in Portugal.
Museum für Naturkunde, Berlin
Mitwirkende: Geschichte

Bilder: Carola Radke, Hwa Ja Götz, Alice Chodura (Museum für Naturkunde Berlin); Google StreetView.
Text: Gregor Hagedorn, Faysal Bibi (Museum für Naturkunde Berlin)

Sehen Sie auch die anderen Online-Ausstellungen des Museums für Naturkunde Berlin.

© www.naturkundemuseum.berlin

Quelle: Alle Medien
Der vorgestellte Beitrag wurde möglicherweise von einem unabhängigen Dritten erstellt und spiegelt nicht zwangsläufig die Ansichten der unten angegebenen Institutionen wider, die die Inhalte bereitgestellt haben.
Mit Google übersetzen
Startseite
Erkunden
In der Nähe
Profil