Biodiversität 24 / 3000 / 8 Millionen

Museum für Naturkunde Berlin

Geschichten über 24 der 3000 Arten in der Biodiversitätswand im Museum für Naturkunde Berlin

Die 3000 Objekte in dieser 12 × 4 m großen Wand sind nur ein Bruchteil der 30 Millionen Sammlungsobjekte des Museums, welche wiederum nur ein Bruchteil der wahren Diversität des Lebens auf der Erde darstellen.

Dies ist ein Gigapixel-Bild. Begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise, indem Sie hineinzoomen und sich umschauen!

24 Arten
Auf den folgenden Seiten stellen Museumsführer einige ihrer Lieblingstiere aus der Biodiversitätswand vor. – Wenn Sie das Museum besuchen können, empfehlen wir Ihnen an einer Museumsführung teilzunehmen. Die Museumsführer können Ihnen noch viele weitere Geschichten erzählen!

Entdecken Sie den Nagelrochen in der Mitte ...

Mehr über den Nagelrochen:

Knorpelfische sind ganz anders

Nagelrochen (Raja clavata) besiedeln flache, sandige bis schlammige Küstenbereiche des Ostatlantiks in bis zu 300-400 m Tiefe. Auf dem Rücken und der Schwanzoberseite tragen sie die namensgebenden Dornen. Sie werden nicht gezielt befischt, geraten jedoch regelmäßig als Beifang in die Grundschleppnetze der industriellen Fischerei. Alleine hierdurch haben die Bestände besorgniserregend abgenommen: In der Nordsee ist der Nagelrochen bereits nahezu ausgestorben.

Rochen werden mit den Seekatzen und den Haien zur Klasse der Knorpelfische zusammengefasst. Diese ist seit über 400 Millionen Jahren fossil nachgewiesen und stellt eine eigene Entwicklungslinie der Wirbeltiere dar. Mit anderen Worten: Knorpelfische sind mit den recht ähnlich aussehenden, modernen Knochenfischen, wie Hering, Thunfisch, Karpfen oder Lachs, nur sehr entfernt verwandt. Den Knochenfischen deutlich näher stehen alle vierfüßigen Wirbeltiere – zu denen auch wir Menschen gehören.

Übrigens: Das ausgestellte Exemplar wurde zufällig im Jahre 2005 bei Norwegen gefangen. Von dem bereits toten Tier wurde, wie von den meisten anderen ausgestellten Fischen an der Biodiversitätswand auch, ein Abguss angefertigt und danach koloriert. Seine Dornen sind allerdings echt.

(Für weitere Informationen, siehe auch Nagelrochen in der Wikipedia.)

Entdecken Sie den Schuhschnabel in der Mitte ...

Mehr über den Schuhschnabel:

Der Schuhschnabel (Balaeniceps rex) verdankt seinen Namen der außergewöhnlichen Form seines Schnabels, die an einen Schuh erinnert. Die imposanten Vögel können eine Höhe von 1,40 m und eine Flügelspannweite von 2,30-2,60 m erreichen. Sie leben in Sumpfgebieten Ost-Afrikas vom Sudan bis Sambia, wo sie sich überwiegend von Fischen ernähren. Männchen und Weibchen bauen ein großes Nest (bis zu 1,70 m Durchmesser) auf festem Untergrund oder auch auf einer schwimmenden Plattform. Auch wenn das Weibchen mehrere Eier legt, wird meist nur ein Jungtier aufgezogen.

Schuhschnäbel sind hauptsächlich durch die Zerstörung ihres Lebensraums und die Jagd bedroht und stehen auf der Liste der gefährdeten Arten. Ihr Bestand wird auf nicht mehr als 5000–8000 Vögel geschätzt. Der ausgestellte Vogel stammt aus dem Sudan und gelangte bereits 1855 nach Berlin.

Kennen Sie die Kindergeschichte "Urmel aus dem Eis"? Darf ich vorstellen: Schusch!

(Für weitere Informationen, siehe auch Schuhschnabel in der Wikipedia.)

Der kleine Flugdrache ist nicht leicht zu finden ...

Mehr über den Flugdrachen (Draco):

Drachen können fliegen …

… das weiß doch jedes Kind! Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein Kind niemals Bücher oder Filme mit fliegenden Drachen gesehen hat. Aber in Wirklichkeit? Doch, es gibt wirklich „Flugdrachen“ und der berühmte Naturforscher Linné hat ihnen auch noch den Gattungsnamen „Draco“ gegeben!

Es sind baumbewohnende Insektenfresser aus der Eidechsenfamilie der Agamen. Sie nutzen eine große Membran (die von Rippen stabilisiert wird!) um von Baum zu Baum zu gleiten. Obwohl sie nicht aktiv fliegen, sind ihre Fähigkeiten im Gleitflug sehr beachtlich: Es wurden bereits Flüge über 60 m beobachtet, bei denen sie nur 10 m an Höhe verloren haben.

(Für weitere Informationen, siehe auch Flugdrachen in der Wikipedia.)

Direkt unterhalb des Flugdrachens ist das Chamäleon ...

Mehr über das Chamäleon:

Chamäleons passen sich nicht aktiv den Farben ihrer Umgebung an

Chamäleons sind etwas Besonderes: Sie haben unabhängig voneinander bewegliche Augen, eine lange Schleuderzunge, zangenartige Füße, einen Greifschwanz – und natürlich die sprichwörtliche Fähigkeit, ihre Farbe zu wechseln.

Es wird häufig angenommen, dass sich Chamäleons zur Tarnung ihrer Umgebung optisch anpassen. Das ist aber bei den meisten Arten nicht ganz korrekt. Unsichtbar erscheinen sie vor allem aufgrund des Farbmusters, welches ihre Körperumrisse auflöst. Ein Chamäleon sieht man erst, wenn es sich bewegt – und genau das tut es normalerweise nicht.

Ihr Farbwechselvermögen nutzen Chamäleons vor allem zur Kommunikation. Zum Beispiel zeigen die üblicherweise grün gefärbten Weibchen des hier ausgestellten Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) ihre Trächtigkeit durch gelbe und türkisfarbene Punkte auf dunklem Untergrund an. Damit vermeiden sie nutzlose Annäherungsversuche der – fast immer paarungsbereiten – Männchen.

(Für weitere Informationen, siehe auch Chamäleons und Jemenchamäleon in der Wikipedia.)

Entdecken Sie den Wellensittich (in der Mitte, gelber Kopf) ...

Mehr über den Wellensittich:

Wellensittiche (Melopsittacus undulatus) zählen zu den Papageien und kommen – teils in sehr großen Schwärmen – in trockenen Gebieten Australiens vor. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen. Ihre natürlichen Gefiederfarben sind Grün und Gelb mit Schwarz; die vielen bekannten weiteren Farbvarianten mit blau, weiß und grau wurden von Menschen gezüchtet. Bereits um 1840 kamen erste lebendige Wellensittiche nach Europa und sie sind noch heute als Haustiere sehr beliebt, vermutlich vor allem, weil sie menschliche Wörter und Laute imitieren können. Ein Wellensittich namens „Puck“ soll über ein beeindruckendes Vokabular von 1728 Worten verfügt haben. Interessantes: Wellensittiche zeigen sich durch gegenseitiges Füttern ihre Zuneigung. Beobachtungen zufolge, sind sie sogar in der Lage über Gewässer zu gleiten und dabei zu trinken, wenn am Ufer keine Landemöglichkeiten bestehen.

Frage: Worauf sitzt der Wellensittich?

(Für weitere Informationen, siehe auch Wellensittich in der Wikipedia.)

Entdecken Sie den Marderhund (Mitte oben), den Schnabeligel (Mitte rechts), und das beeindruckende Riesenschuppentier (Mitte unten, Kopf im Schatten) ...

Mehr über den Marderhund:

Marderhund
Auch wenn Marderhunde (Nyctereutes procyonoides) auf den ersten Blick an Waschbären erinnern, gehören sie in Wirklichkeit zur Familie der Hunde und sind am nächsten mit dem Graufuchs und dem Löffelhund verwandt. Sie ernähren sich von Insekten, Nagetieren, Amphibien und Aas. Sie sind gute Schwimmer und leben monogam, wobei das Männchen wichtige Aufgaben bei der Jungenaufzucht übernimmt.

Ursprünglich stammen Marderhunde aus Ostasien. In West-Russland wurden sie allerdings ca. zwischen 1920 bis 1950 in der freien Wildbahn ausgesetzt und wegen ihrer Pelze gejagt. Daher sind Marderhunde heute auch in weiten Teilen Mittel- und West-Europas verbreitet. Deutschland wurde bereits 1960 erreicht; inzwischen sind alle Teile besiedelt. Die Einschleppung solcher fremden Arten wird häufig zum Problem für einheimische Tiere und Pflanzen und den Menschen. Zum Beispiel übertragen Marderhunde Tollwut. Diese überdauert den Winterschlaf (der im Übrigen einzigartig bei Hunden ist!) der Tiere und erschwert so die Bekämpfung der Krankheit.

(Für weitere Informationen, siehe auch Marderhund in der Wikipedia.)

Mehr über den Schnabeligel:

Schnabeligel

Gerade mal vier Arten zählt die Familie der Schnabeligel (Tachyglossidae). Zusammen mit dem Schnabeltier sind dies die einzigen Säugetiere, die Eier legen. Das ungefähr weintraubengroße Ei verfügt über eine ledrige Schale und wird vom Weibchen nach der Ablage in einen Beutel befördert, der sich zuvor auf dem Bauch des Weibchens gebildet hat. Nach 10 Tagen schlüpft ein winziges, 15 mm langes, nacktes und blindes Jungtier. Milch erhält der Nachwuchs über Drüsen im mütterlichen Beutel.

Auffälligstes Merkmal der Schnabeligel ist sicherlich das Stachelkleid, das zusammen mit dichtem Fell an Bauch, Beinen und Kopf die Haut der Tiere bedeckt. Eine weitere Besonderheit ist die längliche Schnauze, die mit Elektrorezeptoren ausgestattet ist. Sie dienen zum Auffinden der Beute, die bei Kurzschnabeligeln aus Ameisen und Termiten und bei Langschnabeligeln aus Würmern besteht. Beim Aufnehmen der Beutetiere ist die lange klebrige Zunge besonders hilfreich.

(Für weitere Informationen, siehe auch Ameisenigel in der Wikipedia.)

Mehr über das Riesenschuppentier (Smutsia gigantea):

Riesenschuppentier
Das Verbreitungsgebiet dieser ungewöhnlichen Tiere liegt in West- und Zentralafrika, wo sie wegen ihres Fleisches und angeblicher Heilkräfte stark bejagt werden. Außer an der Bauchseite und an den Innenseiten der Beine ist die gesamte Haut des Schuppentieres mit dachziegelartigen Hornschuppen überzogen. Neben den Schuppen sind die besonders langen Krallen an den Vorderbeinen besonders bemerkenswert. Mit ihnen graben sie sich unterirdische Erdbauten oder suchen nach Insekten. Hauptsächlich ernährt sich das Riesenschuppentier nämlich von Termiten. Hilfreich ist dabei die bis zu 70 cm lange, klebrige Zunge. Ganze zwei Liter kann ein Riesenschuppentier pro Tag an Nahrung aufnehmen. Droht Gefahr, beispielsweise durch Leoparden oder Krokodile, rollt es sich zu einer Kugel oder setzt sich mithilfe von Schwanz und Krallen zur Wehr.

(Für weitere Informationen, siehe auch Schuppentiere und Riesenschuppentier in der Wikipedia.)

Entdecken Sie die blauen Morpho-Schmetterlinge in der Mitte ... Ihre faszinierende, je nach Blickwinkel sich ändernde, blaue Farbe entsteht durch Interferenzen an Nanostrukturen innerhalb der Flügel.

Entdecken Sie den Zwergplumplori in der Mitte ...

Mehr über den Zwergplumplori:

Die ausschließlich nachtaktiven Zwergplumploris (Nycticebus pygmaeus) sind östlich des Mekong in Südostasien verbreitet. Die kleinen Primaten erreichen ein maximales Gewicht von 500 g und können bis zu 20 Jahre alt werden. Sie verbringen ihr ganzes Leben auf Bäumen und bewegen sich kletternd an Ästen entlang vorwärts. Springen können Zwergplumploris nicht! Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Früchten und Baumsäften. Im Vergleich zu anderen Säugetieren gleicher Größe haben sie einen sehr langsamen Stoffwechsel. Das ermöglicht es ihnen die schwer verdaulichen Baumsäfte lange im Darm gären zu lassen. So können sie die darin enthaltenen Nährstoffe effektiv nutzen. Auf ihrem Speiseplan stehen zudem giftige Tausendfüßer und Raupen, deren Gifte ebenfalls bei der Verdauung neutralisiert werden.

(Für weitere Informationen, siehe auch Zwerglori in der Wikipedia.)

Entdecken Sie die Falkland-Dampfschiffente, den grünen Kakapo und den langschnabeligen Kiwi (von links nach rechts)

Mehr über die Falkland-Dampfschiffente:
Falkland-Dampfschiffente – Angriff und Flucht im Freistil

Die Falkland-Dampfschiffente (Tachyeres brachypterus) kommt, wie der Name schon sagt, nur an den Küsten der Falklandinseln vor. Die Art ist flugunfähig und wird deshalb in zoologischen Gärten gerne mit Pinguinen im gleichen Gehege gezeigt. Das ausgestellte Exemplar ist ein Weibchen, das 1989 im Berliner Zoo verstarb.

Die Bezeichnung Dampfschiffente rührt daher, dass sich diese Vögel bei Angriff oder der Flucht nicht nur auf ihre großen Schwimmhäute zwischen den Zehen verlassen, sondern zusätzlich in ebenso auffälliger wie effizienter Weise ihre kurzen Flügel einsetzen. Diese ziehen sie sehr schnell abwechselnd durch das Wasser, was von weitem mit etwas Fantasie aussieht wie zwei rotierende Räder an den Seiten eines Raddampfers. Genau genommen ist die Technik aber wohl eher mit der eines Freistil-Schwimmers zu vergleichen – nur ist dieser eben deutlich langsamer in seinen Bewegungen.

(Für weitere Informationen, siehe auch Dampfschiffenten und Falkland-Dampfschiffente in der Wikipedia.)

Mehr über den Kakapo:

Fett, wohlriechend, beinahe aufgegessen

Der Kakapo oder Eulenpapagei (Strigops habroptilus) ist der einzige nachtaktive, flugunfähige Papagei der Welt. Und mit ungefähr 4 kg Körpergewicht ist er auch der Schwerste! Vor der Ankunft der Europäischen Siedler war er zu hunderttausenden auf den beiden Hauptinseln Neuseelands verbreitet.

Kakapos haben einen intensiven, aber recht angenehmen Eigengeruch nach Honig und Bienenwachs. Dieser dürfte bei der nächtlichen Partnersuche eine Rolle spielen, denn neuere Untersuchungen haben ergeben, dass Kakapos über einen für Vögel ungewöhnlich guten Geruchssinn verfügen. Diesen nutzen sie aber wohl vor allem, um ihre Nahrung, wie verschiedenste Pflanzen, Samen und Früchte, zu finden.

Leider hat sich dieser Eigengeruch inzwischen jedoch als ausgesprochen nachteilig für sie herausgestellt. Mit der Besiedlung Neuseelands durch den Menschen gelangten Hunde, Ratten, später auch Katzen, Wiesel und Marder dorthin, die sich bald unkontrolliert vermehrten. Für diese, aber auch für die Menschen, waren die fetten und intensiv riechenden, aber völlig wehrlosen Kakapos eine leichte Beute. 1994 waren gerade einmal 47 Exemplare übrig. Durch intensive Schutzmaßnahmen hat sich der Bestand inzwischen fast verdreifacht, aber dennoch bleibt der Kakapo eine akut vom Aussterben bedrohte Art.

Das ausgestellte, außergewöhnlich gut erhaltene Exemplar ist ein Weibchen und wurde 1884 in Neuseeland erlegt.

(Für weitere Informationen, siehe auch Kakapo in der Wikipedia.)

Mehr über den Kiwi:

Kiwis (Apteryx mantelli) sind auf der Nordinsel Neuseelands vorkommende nachtaktive Tiere. Sie halten einen Weltrekord: Sie legen das im Verhältnis zum Körper größte Ei. Während das Ei im Körper des Weibchens heranwächst, frisst das Weibchen das Dreifache seiner üblichen Nahrungsmenge. Wenige Tage vor der Ablage beginnt es allerdings zu fasten, da dann das Ei eine Größe erreicht hat, die keinen Platz mehr für Nahrung lässt. Das Bebrüten wird ausschließlich vom Männchen übernommen. Kiwi-Paare leben in einer monogamen Bindung, die bis zu 20 Jahre anhalten kann. Eine Besonderheit anderer Art sind noch die Nasenlöcher der Kiwis, die an der Schnabelspitze sitzen. Damit können sie Würmer hervorragend unter der Erde aufspüren. Ähnlich wie beim Kakapo, kommt die größte Bedrohung für die flugunfähigen Vögel von den mit den europäischen Siedlern eingeführten kleinen Säugetieren. Das hier ausgestellte Tier stammt aus dem Berliner Zoo.

(Für weitere Informationen, siehe auch Kiwis und Nördlicher Streifenkiwi in der Wikipedia.)

Entdecken Sie die Elefantenspitzmaus und das gepanzerte Gürteltier ...

Mehr über die Elefantenspitzmaus:

Die Elefantenspitzmaus (Elephantulus), die ausschließlich in Afrika vorkommt, ähnelt äußerlich einer Spitzmaus. Tatsächlich ist sie jedoch nicht mit diesen verwandt, sondern mit Seekühen – und eben Elefanten! Ihre Nahrung, die die Tiere mithilfe ihres Geruchssinnes aufspüren, besteht aus kleinen Wirbellosen wie Termiten und Ameisen sowie Früchten und Samen. Mit der besonders langen Zunge wird die Nahrung blitzschnell ins Maul befördert. Trotz der geringen Körpergröße erreichen Elefantenspitzmäuse eine Geschwindigkeit von bis zu 28 km/h. Mit dieser Fähigkeit und ihrem gut entwickelten Seh- und Hörvermögen können sie sich schnell vor Gefahren in Sicherheit bringen.

(Für weitere Informationen, siehe auch Elefantenspitzmäuse in der Wikipedia.)

Mehr über das Gürteltier:

Das Vorkommen der Gürteltiere (Dasypoda) ist auf Südamerika und das südöstliche Nordamerika beschränkt. Zu den Leichtgewichten zählen sie mit einem Gewicht von 30-60 kg sicherlich nicht. Einige ihrer Vorfahren waren jedoch mit über 100 kg noch deutlich schwerer.

Zum Schutz gegen Fressfeinde und Pflanzendornen bedeckt ein harter Panzer einen Teil der Körperoberseite. Einige wenige Arten können sich zudem zu einer Kugel einrollen. Bei Gefahr suchen die außergewöhnlichen Tiere häufig Schutz in unterirdischen Bauten und dornigem Gebüsch. Seit den 1960er Jahren ist bekannt, dass Gürteltiere an Lepra erkranken und sterben können. In Texas und Louisiana sind inzwischen bis zu 20 % der Bestände betroffen. Eine Gefahr ganz anderer Art stellt der Straßenverkehr dar, dem viele Tiere zum Opfer fallen.

(Für weitere Informationen, siehe auch Gürteltiere in der Wikipedia.)

Entdecken Sie den Chinesischen Riesensalamander in der Mitte ...

Mehr über den Chinesischen Riesensalamander:

Mit einer Gesamtlänge von bis zu 1,8 m handelt es sich bei dem Chinesischen Riesensalamander (Andrias davidianus) um die größte auf der Erde existierende Amphibie. Die hauptsächlich nachtaktiven Tiere sind in Zentral-China sowie im Süden und Südwesten des Landes verbreitet und an ein Leben ausschließlich im Wasser angepasst. Dabei bilden Bergseen und kalte Fließgewässer mit schneller Strömung den Lebensraum dieser imposanten Tiere. Ihre Nahrung setzt sich aus Fischen und Krebstieren, sowie gelegentlich auch Würmern, Insektenlarven und Schnecken, zusammen. Zu ihren Besonderheiten zählt, dass die Männchen den Nestbau und die Bewachung des Geleges übernehmen. Die Geschlechtsreife wird bei Chinesischen Riesensalamandern erst in einem Alter von 15 Jahren erreicht. In Gefangenschaft können diese lebenden Fossilien mindestens 60 Jahre alt werden. Leider sind auch diese Tiere hochgradig gefährdet. Studien schätzen, dass im Jahr 2000 bereits 90 % der Lebensräume der Tiere zerstört waren.

(Für weitere Informationen, siehe auch Chinesischer Riesensalamander in der Wikipedia.)

Auch das Seepferdchen ist aus dieser Perspektive des Gigapixel-Panoramas nicht zu erkennen. Ein besseres Bild ist auf der folgenden Seite...

Mehr über das Seepferdchen:

Männchen in Wehen

Trotz ihres ungewöhnlichen Körperbaus gehören Seepferdchen (Hippocampus) zu den „normalen“ Fischen, den Knochenfischen. Sie weisen ein interessantes Fortpflanzungsverhalten auf: Während der Paarung legt das Weibchen seine Eier in eine besondere Bruttasche am Bauch des Männchens. Darin werden die Eier befruchtet und ausgebrütet. Die frisch geschlüpften Jungtiere stößt das Männchen später unter heftigen, sichtlich anstrengenden Muskelkontraktionen aus der Bruttasche heraus. Das Ganze erinnert sehr an die Wehen einer gebärenden Frau!

Seepferdchen zählen zu den populärsten Arten jedes Schauaquariums. Neben ihrem friedlich wirkenden Verhalten liegt das vor allen an ihrem skurrilen, aber niedlichen Aussehen. Gern werden sie mit anderen Wirbeltieren verglichen: Sie haben einen Kopf wie ein Pferdefohlen, einen Beutel wie ein Känguru, Augen wie ein Chamäleon und einen Greifschwanz wie ein Klammeraffe. Aber welches männliche Wirbeltier liegt in den Wehen?

(Für weitere Informationen, siehe auch Seepferdchen in der Wikipedia.)

Entdecken Sie die Wabenkröte in dem Alkohol-gefüllten Glas in der Mitte ...

Mehr über die Wabenkröte:

Paarung im Looping

Die Wabenkröte (Pipa pipa) besiedelt stehende bis langsam fließende Gewässer des Amazonasbeckens. Als recht ursprünglicher Froschlurch verfügt sie noch über ein Seitenlinienorgan und hat keine Zunge.

Interessant ist insbesondere das Fortpflanzungsverhalten der Wabenkröte: Nachdem das Männchen das Weibchen rücklings an der Hüfte umklammert hat, vollführen beide, mit dem Bauch nach außen, mehrere Loopings zwischen Gewässergrund und Wasseroberfläche. Jedes Mal gibt dabei das Weibchen an der Wasseroberfläche ein paar Eier ab, die zunächst auf den Bauch des Männchens fallen. Sobald beide zum Gewässergrund zurückgekehrt sind, befruchtet das Männchen die Eier und verteilt sie auf dem Rücken des Weibchens. Dort bleiben sie haften und werden nach der Paarung von der Rückenschleimhaut des Weibchens einzeln umschlossen. Dabei bildet sich über jedem Ei ein verhornter Deckel, wodurch eine bienenwabenartige Struktur auf dem Rücken des Weibchens entsteht. Die jungen Wabenkröten wachsen dort im Laufe mehrerer Wochen heran, ohne das für alle anderen Froschluche übliche Larvenstadium einer Kaulquappe zu durchlaufen. Sie schlüpfen als fertig entwickelte kleine Miniaturausgaben ihrer Eltern. Dabei sprengen sie den Deckel ihrer jeweiligen Wabenzelle, was bei dem ausgestellten Exemplar recht gut zu erkennen ist.

(Für weitere Informationen, siehe auch Große Wabenkröte in der Wikipedia.)

Entdecken Sie den Pfeilschwanzkrebs ...

Mehr über den Pfeilschwanzkrebs:

Blaues Blut für die Medizin

Pfeilschwanzkrebse (Limulus) kommen meist an flachen, sandigen Küstenbereichen tropischer Meere vor; eine Art lebt zudem an der südlichen Atlantikküste Nordamerikas. Sie gehören einer stammesgeschichtlich sehr alten Klasse von Gliedertieren an, die bereits vor 450 die Erde bewohnt. Sie sind keine Krebse, sondern mit den Spinnentieren verwandt.

Im Gegensatz zum roten Blut der Wirbeltiere ist das Blut der Pfeilschwanzkrebse blau, da es statt Hämoglobin als Sauerstofftransporter Hämocyanin enthält. Das Blut gerinnt, wenn es mit kleinsten Mengen von Bakteriengiften in Kontakt kommt. Deswegen wird es zur Überprüfung von Impfstoffen, Infusionen und medizinischen Geräten auf bakterielle Verunreinigungen eingesetzt. Leider ist es bisher nicht gelungen, ein synthetisches Mittel zu entwickeln, und so werden jährlich Tausende der Tiere zur unfreiwilligen Blutspende gefangen (und anschließend wieder freigelassen).

(Für weitere Informationen, siehe auch Pfeilschwanzkrebse in der Wikipedia.)

Der kleine Panda in der Mitte des Panoramas ist nur schwer zu sehen, aber wir haben ein besseres Bild auf der folgenden Seite ...

Mehr über den Kleinen Panda:

Niedlich, aber kein Panda

Nur wenige andere Säugetiere entsprechen so perfekt dem so genannten Kindchenschema wie der Kleine Panda oder Katzenbär (Ailurus fulgens): Er hat einen relativ zum Körper großen und rundlich erscheinenden Kopf mit hoher Stirn (wodurch sich Augen, Nase und Schnauze eher im unteren Bereich des Gesichtes befinden), was noch durch die großen Ohren verstärkt wird. Die meisten Menschen finden ihn ausgesprochen niedlich; der große Naturforscher und Zoologe Georges Cuvier nannte ihn sogar „das schönste Säugetier auf Erden“.

Der Kleine Panda ist mit dem bekannten Großen Panda (Ailuropoda melanoleuca) nur sehr entfernt verwandt, wenngleich beide Arten über ein ähnliches Gebiss und einen sogenannten 6. Finger verfügen (welcher eigentlich ein verlängerter Handgelenkknochen ist). Und um eine Katze handelt es sich beim Kleinen Panda auch nicht, auch wenn er sich wie eine solche putzt. Vielmehr repräsentiert er als einzige Art eine recht ursprüngliche, eigenständige Familie innerhalb der Marderartigen. Seine nächsten Verwandten sind bei den Stinktieren (Skunks) zu finden.

(Für weitere Informationen, siehe auch Kleiner Panda in der Wikipedia.)

Entdecken Sie den Amerikanischen Hummer ...

Mehr über den Amerikanischen Hummer (Homarus americanus):

Hummer sind nicht ursprünglich rot

Hummer sind vor allem als exquisite, krebsrote Delikatesse beliebt; trotz ihres Rufes, Aasfresser und Kannibalen zu sein. Zur Beruhigung: Sie fressen vor allem lebende Wirbellose wie Muscheln, Seesterne, Würmer und ähnliches. Und Kannibalismus kommt eigentlich nur in den beengten Verhältnissen einer Hummerfalle vor – oder später im kaum geräumigeren Hälterungsbecken irgendeines Fischhändlers.

Die rote Farbe eines zubereiteten Hummers ist auf Astaxanthin-Farbstoffe zurückzuführen, die überwiegend erst beim Erhitzen aus anderen Farbstoffen (Crustacyaninen) erzeugt werden.

Hummer können über 90 Jahre alt werden. Bis sie eine verkaufsfähige Größe erreicht haben, vergehen mehrere Jahre. Zwar haben sie sich dann schon fortpflanzen können, sind aber noch deutlich kleiner als der hier ausgestellte Amerikanischen Hummer. Exemplare dieser Größe werden nur noch selten gefangen, weil die Bestände überfischt sind.

Das ausgestellte Exemplar ist übrigens echt. Es wurde während der Präparation lediglich etwas nachkoloriert.

(Für weitere Informationen, siehe auch Amerikanischer Hummer in der Wikipedia.)

Das Goldhähnchen ist hier leider so sehr im Schatten, dass man es kaum erkennt. Daher bitte weiter zum nächsten Bild ...

Mehr über das Goldhähnchen (Regulus regulus):

Goldhähnchen sterben aus, wenn man 50 wird

Winter- und Sommergoldhähnchen sind die beiden kleinsten Vogelarten Europas. Sie wiegen mit 4-7 g weniger als eine 1-Euro-Münze! Ihr goldgelber Scheitel erinnert an eine kleine Krone, worauf die Gattungsbezeichnung Regulus Bezug nimmt (Verkleinerungsform von rex, König, also „Königlein“).

Wie viele andere kleine Singvögel können Goldhähnchen in der Natur oft nur anhand ihres typischen Gesanges sicher bestimmt werden. Dieser ist zwar recht laut, aber sehr hoch. Deshalb können ihn manche gestandene, aber ältere Ornithologen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr hören, weil mit zunehmendem Alter das Gehör des Menschen hohe Töne immer schlechter wahrnimmt. Böse Zungen sagen deshalb: „Goldhähnchen sterben ab 50 aus.“

Übrigens: Das ausgestellte Exemplar ist ein männliches Wintergoldhähnchen.

(Für weitere Informationen, siehe auch Goldhähnchen und Wintergoldhähnchen in der Wikipedia.)

Entdecken Sie die Brückenechse ...

Mehr über die Brückenechse:


Die Brückenechse hat die Dinosaurier gut gekühlt überlebt

Die Brückenechse (Sphenodon punctatus) kommt auf mehreren rattenfreien kleinen Inseln um Neuseelands Nordinsel vor. Auf den beiden Hauptinseln wurde sie durch von den Menschen eingeschleppte Ratten und andere bodenbewohnende Tiere ausgerottet. Sie ist nachtaktiv und hat, dem kühlen Klima ihres Lebensraums entsprechend, mit durchschnittlich 16-21 °C die niedrigste Vorzugstemperatur aller heutigen Reptilien. Bei 28 °C stirbt sie den Hitzetod! Entsprechend langsam ist ihr Stoffwechsel. Sie wird erst mit 10-20 Jahren geschlechtsreif und kann nachweislich ein Alter von mehr als 90 Jahren erreichen.

Von den recht ähnlich aussehenden Schuppenkriechtieren, zu denen Eidechsen und Schlangen gehören, unterscheidet sich die Brückenechse durch das Vorhandensein der namensgebenden Brücke zwischen Kiefergelenk und Oberkiefer. Dieses und einige andere ursprünglichen Merkmale weisen sie als den letzten lebenden Vertreter der recht urtümlichen Reptilienordnung Sphenodontia aus, welche seit ungefähr 240 Millionen Jahren fossil nachgewiesen ist. Daher wird die Brückenechse als lebendes Fossil bezeichnet. Sie hat die Dinosaurier überlebt – gut gekühlt auf Neuseeland!

(Für weitere Informationen, siehe auch Brückenechse in der Wikipedia.)

Der Darwin-Nandu ist im Gigapixel-Panorama nicht gut sichtbar, aber ...

... wir haben ein anderes Bild und noch etwas mehr Informationen über den Darwin-Nandu:

Ein gefundenes Fressen für die Wissenschaft

Der Darwin-Nandu oder Darwinstrauß (Rhea pennata) kommt verstreut in den Steppengebieten und grasbewachsenen Hochebenen Patagoniens vor. Er ist kleiner und schon zu Darwins Zeiten deutlich seltener als der ebenfalls in Südamerika anzutreffende Große Nandu (Rhea americana).

Als Darwin während seiner legendären Reise mit der „Beagle“ um Weihnachten 1833 nach Patagonien kam, setzte er viel daran, ein Exemplar der damals noch unbekannten Art zu erlegen und der Wissenschaft zugänglich zu machen. Zunächst erfolglos, kam ihm schließlich der Zufall zu Hilfe: Nach einem wohl recht rustikalen Abendessen musste er zu seinem Leidwesen feststellen, dass unwissentlich ein Exemplar des ersehnten Vogels von den Mitgliedern des Expeditionscorps erlegt, gekocht und danach – auch von ihm selbst – verspeist worden war. Er sammelte kurzerhand die Reste dieses doch recht exklusiven Mahls, wie Kopf, Hals, Beine, Flügel, einige große Federn und ein großes Hautstück, und schickte sie nach London. Dort wurden sie dann als Rhea darwinii beschrieben – für die Wissenschaft ein im wahrsten Sinne des Wortes „gefundenes Fressen“.

(Für weitere Informationen, siehe auch Darwin-Nandu in der Wikipedia.)

Noch Fragen?

Und was ist nun mit den im Titel erwähnten 8 Millionen?
Es leben noch viel mehr Arten auf unserem Planeten, als wir in der Biodiversitätswand überhaupt zeigen könnten. Noch mehr Arten finden sich unter den 30 Millionen Objekten im Museum, das bedeutet 30 Millionen individuelle Tiere, nicht 30 Millionen Arten. Tatsächlich existieren viel mehr Arten, als Wissenschaftler beschrieben haben oder naturkundliche Museen beherbergen. Wir kennen nur einen winzigen Bruchteil der existierenden Arten. (Erdaufgang, Apollo 8; Public Domain/NASA)

Leben also 8 Millionen Arten auf der Welt? Vielleicht!

(Die Erde von Apollo 17 aus; Public Domain/NASA)

Wissenschaftler arbeiten daran, sichere Schätzungen zu erstellen.

Aktuelle Schätzungen schwanken stark. Sie liegen bei 8,7 ± 1,3 mio. (UNEP 2011), 5 ± 3 mio. (Costello et al 2013) oder 1 Billion Arten (10 hoch 12, Lennon and Locey 2016). Dies ist ein aktives und aufregendes Forschungsfeld!

Um in dieser Online-Ausstellung eine Vorstellung der Größenordnung geben zu können, haben wir im Titel der Einfachheit halber die wahre Spannbreite der Schätzungen auf eine mittlere, plausible Zahl von "8 Millionen" verkürzt.

Mitwirkende: Geschichte

Hauptautoren: Gregor Hagedorn (Konzept und verschiedene Texte), Oskar Neumann (Nagelrochen, Dampfschiffente, Kakapo, Seepferdchen, Große Wabenkröte, Pfeilschwanzkrebs, Kleiner Panda, Hummer, Chamäleon, Goldhähnchen, Brückenechse, Darwin-Nandu), Sonja Calvus (Schuhschnabel, Wellensittich, Marderhund, Riesenschuppentier, Schnabeligel, Zwergplumplori, Kiwi, Elefantenspitzmaus, Gürteltier, Riesensalamander)

Mitarbeiter und wissenschaftliche Beratung: Martin Aberhan, Alice Chodura, Oliver Coleman, Jason Dunlop, Pascal Eckhoff, Astrid Faber, Sylke Frahnert, David Lazarus, Johannes Müller, Mark-Oliver Rödel, Johannes Vogel (Museum für Naturkunde Berlin)

Entdecken Sie die berühmte Biodiversitätswand auch in anderen Ausstellungen:

1. Eine Virtual-Reality Erzählung über Evolution, Diversität, und Massenaussterben (englischer und deutscher Film; geschätzte Zeit: 5 Minuten)

2. Die Biodiversitätswand mit Namen stellt Ihnen ein hochauflösendes Gigapixelpanorama zur Verfügung, in das Sie hineinzoomen können um die Namen ausgewählter Tiere und Artengruppe zu lesen (geschätzte Lesezeit: 4 Min. – plus beliebig viel Zeit, um die Namen Ihrer Lieblingsarten zu entdecken!).

© www.naturkundemuseum.berlin

Quelle: Alle Medien
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