Leonard Bernstein im Konzerthaus Berlin

Konzerthaus Berlin

„Ich liebe dieses Haus, ich liebe diese Leute hier!"

„Ich liebe dieses Haus, ich liebe diese Leute hier, und ich liebe dieses Publikum. Und ich komme wieder!“ Sein Versprechen hat er gehalten: Sieben Mal stand Leonard Bernstein im Konzerthaus Berlin, damals noch Schauspielhaus, am Dirigentenpult, von 1984 bis 1989. Zahlreiche Konzertbesucher wie auch langjährige Konzerthaus-Mitarbeiter und Orchestermitglieder berichten bis heute von humorvollen, faszinierenden oder überraschenden Begegnungen mit dem Dirigenten, Komponisten und Musikvermittler. Begeben Sie sich mit uns auf eine kleine Entdeckungsreise durch die prägenden Begegnungen mit Bernstein.

Das erste Mal kam Leonard Bernstein am 24.10.1984 ins Schauspielhaus – mit den Wiener Philharmonikern. Im Oktober 1987 stand er als Dirigent erneut auf der Bühne im Großen Saal und dirigierte das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam gleich drei Mal. Anlass der Konzerte war die 750-Jahrfeier der Stadt Berlin. Auf den Programmen standen unter anderem Franz Schuberts Sinfonie C-Dur D 944 und Gustav Mahlers 1. Sinfonie D-Dur.

Um die blau-weiße Jacke, die Bernstein in einer öffentlichen Generalprobe im Schauspielhaus trug, ranken sich viele Geschichten. Als er im Oktober 1987 anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins im Schauspielhaus drei Konzerte gab, stand Bernstein auch für Autogramme zur Verfügung. Dabei wurde der Dirigent auf die Windjacke eines Berliner Studenten aufmerksam. Er bot ihm einen Tausch mit seinem schwarzen Jackett an. Der Student willigte ein – und Bernstein stand bereits am nächsten Tag mit der neuen, auffälligen Jacke auf der Bühne des Schauspielhauses.
Auch in den Folgejahren, am 17.10.1988 und am 14.07.1989, kam Bernstein wieder ins Schauspielhaus am Gendarmenmarkt. 1988 dirigierte er das London Symphony Orchestra mit eigenen Werken, 1989 spielte das Schleswig-Holstein Musik Festival Orchester unter ihm Berlioz, Debussy und Mendelssohn. Auf dem Programmheft zu sehen ist die Unterschrift von Justus Frantz, Gründer und langjähriger Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

Das wohl bekannteste Konzert im Schauspielhaus gab Bernstein am 25.12.1989 – kurz nach dem Mauerfall. Unter dem Titel „The Berlin Celebration Concert“ dirigierte er einen Klangkörper, den es so noch nicht gab: Auf der Bühne standen Musiker aus beiden deutschen Staaten und denen der Anti-Hitler-Koalition. Das Konzert wurde zu einem überwältigenden und symbolträchtigen Ereignis. Auf dem Programm: Beethovens bewegende 9. Sinfonie mit dem berühmten Schlusschor, dessen Text Bernstein zu diesem Anlass einfach änderte. Aus der Ode „An die Freude“ wurde „An die Freiheit“.

Diese Änderung trug Bernstein sogar handschriftlich in seine Partitur ein. Dazu war an diesem Abend ein Zitat von ihm im Programmheft zu lesen:
„[…] Wenn es je einen historischen Augenblick gegeben hat, in dem man um menschlicher Freiheit willen eine akademische Theorie-Diskussion vernachlässigen darf – jetzt ist er gekommen, und ich bin sicher, daß Beethoven uns seinen Segen gegeben hätte. Es lebe die Freiheit!“

Bernstein war auch immer ein politischer Mensch. Nach dem „Berlin Celebration Concert“ machte er sich gemeinsam mit seinem langjährigen Mitarbeiter Craig Urquhart auf den Weg an die Berliner Mauer. Dort lieh er sich von einem kleinen Jungen einen Hammer und brach einige Stücke aus der Mauer heraus. Er nahm sie mit nach Hause zu seiner Familie – besondere Souvenirs mit starkem symbolträchtigem Charakter.

Der Wiener Bildhauer Hubert Wilfan schenkte der Stadt Berlin anlässlich ihrer 750-Jahrfeier 1987 eine besondere Büste: Das bronzene Porträt Leonard Bernsteins. Seit vielen Jahren steht die Büste im Konzerthaus Berlin und erinnert an die Verbundenheit des Hauses zu dem amerikanischen Musiker.
In der Saison 2013/14 widmete das Konzerthaus Berlin Leonard Bernstein eine zehntägige Hommage. Mit zahlreichen Konzerten, Filmen, einer Ausstellung und vielen mehr legten wir einen Fokus auf sein Schaffen und Wirken. Die Hommage wurde durch unseren Intendanten Prof. Sebastian Nordmann und Leonard Bernsteins Tochter, Jamie Bernstein, am 7. November 2013 feierlich eröffnet.
Ganz besondere Ausstellungsstücke machten den Besuch der Hommage lohnenswert. Gezeigt wurde unter anderem der Frack Leonard Bernsteins, den er bei einem Konzert hier im Haus getragen hat. Ebenso zu sehen war die originale Partitur der 9. Symphonie von Beethoven, die Bernstein beim „Berlin Celebration Concert“ am 25.12.1989 im Konzerthaus Berlin benutzt hatte.
Im Februar 2017 erklangen Bernsteins Werke mehrfach im Konzerthaus Berlin. Bei unserem zehntägigen Länderfestival USA stand der Komponist unter anderem mit „On the Waterfront“ und der Suite aus dem Musical „Candide“ auf dem Programm. Mit diesen Werken eröffnete das Konzerthausorchester Berlin unter dem amerikanischen Dirigenten Wayne Marshall das Festival. Den Gesangspart des Eröffnungskonzertes übernahm die US-amerikanische Sängerin Kim Criswell.
Konzerthaus Berlin
Mitwirkende: Geschichte

© Konzerthaus Berlin

Quelle: Alle Medien
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