1400 - 1540

Bilderwelten - Ewiges und Irdisches

Bavarian State Library

Mitteleuropäische Buchmalerei 1400 - 1540

In Bilder versunken – dem Himmel verbunden
Im Spätmittelalter veränderte sich die Qualität des Betens grundlegend. Wichtiger als eine möglichst hohe Gebetsleistung wird die andächtige Vertiefung ins Gebet. Voraussetzung dafür ist das Verständnis des Textes. Deshalb entstehen in jener Zeit immer mehr Gebetbücher in den Volkssprachen, zugleich wird die Ausstattung mit Illustrationen immer reichhaltiger. Die Bilder vermitteln den Betenden ein besseres Verständnis des Textes, können aber auch als Anleitung zu Frömmigkeitsübungen dienen. 

Die wunderschöne und bedeutende Handschrift ist mit zwei Miniaturen von Hans Holbein d. Ä. geschmückt.

Das geistliche Kompendium ist reich von böhmischen Wanderkünstlern illuminiert.

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Die vier Medaillons beziehen sich auf die Jungfräulichkeit Mariens.

Das Gulden puchlein wurde mit Miniaturen und eingeklebten Holzschnitten ausgestattet. Bestimmt war es für ein Frauenkloster – vermutlich das Dominikanerinnenkloster St. Katharina in Nürnberg.

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Die zeitgenössische Druckgraphik wirkte häufig anregend auf die qualitätvolle Buchmalerei.

Christus als Schmerzensmann. Den Fußwunden entwachsen je eine Weinrebe und eine Ähre.

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Das Gebetbuch ist beredtes Zeugnis des Humanismus: Enthalten sind Texte und Gebete in lateinischer, deutscher, griechischer, hebräischer und syrischer Sprache.

Die Handschrift ist ein charakteristisches Erzeugnis der im 15. Jahrhundert blühenden niederrheinischen Buchmalerei.

Das Gebetbuch ist ein typisches Werk der deutschen Renaissance. Verarbeitet werden altdeutsche Elemente ebenso wie moderne flämische.

Das kleine, bislang kaum bekannte Gebetbuch gehörte einst Herzog Siegmund von Bayern-München, der 1468 den Grundstein der Münchner Frauenkirche legte.

Der reich illustrierte Codex ist ein Paradebeispiel für die im Spätmittelalter in großer Anzahl hergestellten Nürnberger Gebetbücher.

Das Gebetbuch wird mit einem so genannten Interzessionsbild eröffnet: Durch das Eintreten (Interzession) Mariens und Christi werden die Christen vor dem Zorn Gottes geschützt.

Der Codex diente mit privaten Einträgen vermutlich als eine Art Familienchronik.

Papst-Vatizinien (Papst-Weissagungen) entwickelten sich im 13./14. Jahrhundert in Italien im Kreise der oppositionellen Franziskaner-Spiritualen.

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Das Andachtsbuch wurde in Tirol oder Bayern (Tegernsee?) von einem Wanderkünstler ausgestattet, der auch die Münchner Gutenbergbibel ausgemalt hat.

Der Heiligen Leben ist die am weitesten verbreitete, volkssprachliche Legendensammlung im Spätmittelalter in Europa.

In diese Abschrift des Münchner Schreibers Leonhard Taichstetter wurden zur Illustration 192 Holzschnitte eingedruckt und koloriert.

Die Handschrift enthält u.a. eine Etymachia („Kampf des Geistes“,), einen anonym überlieferten Text. Die Bilder stecken voller Symbole.

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Beim Totentanz sind alle gleich, die Könige und Päpste, alle Berufsstände wie auch die Jungen und die Alten.

Bemerkenswert sind die kolorierten Federzeichnungen mit ihrer scharfen Polemik gegen den Reformator Martin Luther.

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Die Welt der letzten Ritter
Durch die Einführung der Feuerwaffen und die neue Kriegstechnik der Fußsoldaten mit verlängerten Piken (Langspießen) büßt das Rittertum im 15. Jahrhundert seine militärische Funktion ein. Trotzdem feiert es sich selbst  im „Herbst des Mittelalters“ nochmals um so prächtiger mit Turnieren, Fechtkämpfen und Festen, die in reich illuminierten Handschriften verewigt werden. Sie lassen uns heute teilnehmen an dieser längst vergangenen Welt, die unter Kaiser Maximilian I., – dem „letzten Ritter“ – einen finalen Höhepunkt erreichte. Bellifortishandschriften (Bellifortis = der Kampfstarke) präsentieren phantastische Kriegstechniken, Büchsenmeister- und Feuerwerksbücher zeigen die neuen Möglichkeiten der Kriegsführung. Reich illustrierte Chroniken übermitteln uns das Geschichtsverständnis und die Politik. Die Kodifizierung des Rechts in reich illuminierten Büchern erinnert daran, dass im Mittelalter nicht alle Konflikte durch Kampf und Krieg entschieden wurden.

Papst Gregor IX. (Papst 1227–1241) beauftragte Raimund von Peñaforte mit der Schaffung eines einheitlichen Kirchengesetzbuches, den Decretales (auch: Liber extra), das fast 700 Jahre, bis 1917, gültig blieb. Das Kirchenrecht wird darin anhand von historischen Fallbeispielen erläutert.

Diese Kirchenrechtshandschrift blieb lange in Benutzung. Noch im späten 14. bzw. im frühen 15. Jahrhundert wurden in den Codex in Böhmen Zeichnungen nachgetragen.

Die wohl im Prämonstratenserkloster Schäftlarn um die Mitte des 15. Jahrhunderts entstandene Sammelhandschrift enthält hauptsächlich Rechtstexte.

Cgm 48 ist die einzige reich mit Deckfarbenminiaturen ausgestattete deutsche Belial-Handschrift auf Pergament. Dieses viel gelesene juristische Werk des Mittelalters beinhaltet die Klage der Mächte der Hölle – vertreten durch den rechtskundigen Teufel Belial – gegen die Befreiung der Altväter aus der Vorhölle durch Jesus Christus.

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Thomas Lirers Chronikhandschrift verbindet in eigenwilliger Weise Historisches und Fiktives.

Dieses Exemplar von Jakob Twingers Chronik ist ein Paradebeispiel des Austauschs zwischen den Medien im 15. Jahrhundert. Hier werden einem Druck kolorierte Federzeichnungen beigegeben, die ihrerseits wieder auf Holzschnitte anderer Drucke zurückgehen. Der gedruckte Text ist ebenfalls handschriftlich ergänzt.

Fechtbücher, Waffen- und Schlachtdarstellungen

Das Turnierbuch Hans Burgkmairs d.J. hat sich in mehreren Exemplaren erhalten.

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Gerichtlicher Zweikampf zwischen Mann und Frau. Der Mann steht „eingegraben bis an den gurtl“ in „der grube“. „die aine hand“ ist ihm mit dem Ellbogen an die Seite gebunden; in der anderen hält er einen Stock. Die Frau, deren Hemd zwischen den Beinen mit einem Band zugeschnürt ist, hält als Waffe einen drei Pfund schweren Stein, mit dem sie auf den Mann losgeht. – Die Frau schlägt den Mann am Kopf.

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Reich illustrierte Fechtbücher waren im 15. und 16. Jahrhundert vor allem beim hohen Adel beliebt.

Ludwig von Eyb d. J. (1455–1521) stand als Hofmeister im Dienst mehrerer Pfalzgrafen und verfasste kulturgeschichtliche Zeitzeugnisse, darunter das 1519 fertiggestellte Turnierbuch.

Konrad Kyeser ist der älteste namentlich bekannte Autor eines Kriegsbuches im deutschen Sprachgebiet. Er beschrieb handbuchartig Maschinen und Geräte, auch phantastische Konstruktionen, die er aus antiken Texten oder eigener Erfahrung kannte.

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Der Mathematiker und Büchsenmeister Martin Merz (1425–1501) nahm an Feldzügen und Belagerungen teil und bildete Geschützmeister aus.

In seiner Chronik des Landshuter Erbfolgekriegs schildert der Ingolstädter Stadtschreiber Andreas Zainer die kriegerischen Ereignisse, die nach dem Tod Georgs des Reichen (Herzog 1479–1503) aufgrund des Fehlens eines männlichen Erben eintraten.

Das Zeugbuch Maximilians ist das Werk von Bartholomaeus Freysleben, der von 1493 bis ca. 1511 oberster Hauszeugmeister der Habsburger Erblande war.

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