1918 bis 1990

Leonard Bernstein

Deutsche Grammophon

In seinen DG-Aufnahmen zeigt sich der wahre Könner

Dirigent, Pianist, Komponist
Leonard Bernsteins Aufnahmetätigkeit kann man grob in drei Phasen unterteilen. Die erste ging seiner Berufung zum Chefdirigenten des New York Philharmonic 1958 voraus, als der junge Star für verschiedene Labels als Pianist und Dirigent Aufnahmen machte.

In einer zweiten Phase spielte Bernstein über 200 Schallplatten ein, wobei er seine Musiker zu leidenschaftlichen Interpretationen selten gespielter Werke und lebhaften Aufführungen des Standardrepertoires anspornte. Seine dritte, europäische Phase war zunächst geprägt von bewährten Klassikern und profitierte von einer langjährigen Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern (197 Konzerte in 24 Jahren).

Die DG-Aufnahmen
Die meisten von Bernsteins späteren Aufnahmen entstanden für Deutsche Grammophon (beginnend mit »Carmen«). Dazu gehören Gesamteinspielungen der Symphonien von Mahler, Beethoven, Brahms und Schumann.
»Carmen«
1972 machte Bernstein eine Aufnahme von Bizets »Carmen«, in einer der ersten Stereoversionen mit dem gesprochenen Originaldialog zwischen den gesungen Abschnitten der Oper. Es war seine erste Aufnahme für Deutsche Grammophon.

1979 dirigierte Bernstein erstmals die Berliner Philharmoniker in zwei Konzerten mit Mahlers Symphonie Nr. 9. Eine dieser Aufführungen, die seinerzeit im Rundfunk übertragen wurde, erschien nach dem Tod des Dirigenten auf CD bei Deutsche Grammophon.

Berlin Philharmonic, Leonard Bernstein: Gustav Mahler - Symphony No. 9 in D major – Adagio. Sehr langsam und noch zurückhaltend

Nachdem er bis dahin nie das vollständige Werk dirigiert hatte, nahm Bernstein 1984 »West Side Story« mit Kiri Te Kanawa und José Carreras auf. Das Album wurde ein internationaler Bestseller.

Ein Jünger Beethovens
Beethoven gehörte immer zum Kern von Bernsteins Repertoire als Dirigent. Die Neunte Symphonie war ein Werk, das er für außergewöhnliche Anlässe wählte – am berühmtesten sind wohl die Aufführungen, die er im Dezember 1989 in West- und Ostberlin gab, um den Fall der Berliner Mauer zu feiern.

Die Neunte dirigierte er erstmals 1950. Seinen Eltern schrieb er über dieses bedeutende Ereignis: »Meine erste Aufführung von Beethovens Neunter war ein Triumph! Ich war sehr besorgt deswegen – die große Prüfung im Leben eines jeden Dirigenten. Aber es war so großartig – das Solisten-Quartett war das beste, das ich je gehört habe – der Chor war wundervoll – das Orchester hat nie besser gespielt. Welch ungeheure Erfahrung, dieses Werk aufzuführen. Es geht wirklich an die Substanz.«

Leonard Bernstein: Ludwig van Beethoven - No.9 In D Minor, Op.125 - "Choral" - 2. Molto vivace
Das letzte Konzert
Seinen letzten Auftritt als Dirigent hatte Bernstein am 19. August 1990 am Pult des Boston Symphony Orchestra. Trotz eines Hustenanfalls im dritten Satz von Beethovens Symphonie Nr. 7 brachte er die Aufführung zu Ende, war aber offensichtlich erschöpft und hatte Schmerzen, als er das Podium unter den letzten Ovationen verließ. Deutsche Grammophon veröffentlichte später die Live-Aufnahmen aus Tanglewood auf CD unter dem Titel »Bernstein – The Final Concert«.

Bernstein erhielt insgesamt 16 Grammys in verschiedenen Kategorien, darunter einige für posthum veröffentlichte Aufnahmen sowie 1985 den Preis für sein Lebenswerk.

Mitwirkende: Geschichte

Text: Nigel Simeone

Quelle: Alle Medien
Der vorgestellte Beitrag wurde möglicherweise von einem unabhängigen Dritten erstellt und spiegelt nicht zwangsläufig die Ansichten der unten angegebenen Institutionen wider, die die Inhalte bereitgestellt haben.
Mit Google übersetzen
Startseite
Erkunden
In der Nähe
Profil