Frösche können alles

Frogs & Friends

Vom Landgang zur Vielfalt. Amphibien haben mit über 7000 bekannten Arten die ganze Welt erobert, mit Ausnahme der Polarregionen und der Ozeane. Sie sind nur wenige Millimeter gross oder bis zu eineinhalb Meter lang; sie legen Eier oder gebären lebende Junge; leben im Wasser oder auf Bäumen; sind grell gefärbt oder gut getarnt. Amphibien faszinieren durch ihre Vielfalt.

Was kann schon spannend sein an Amphibien? Hört man Mark-Oliver Rödel, Frosch-Experte am Museum für Naturkunde Berlin, zu, ahnt man schon die Faszination, die von Amphibien ausgeht. Aber Achtung: Ansteckungsgefahr!

Amphibien gelten als das älteste Taxon der Landwirbeltiere. Vor etwa 400 Millionen Jahren traten im Erdzeitalter Devon die ersten Amphibien auf. Heute sind uns über 7000 Arten bekannt. Diese lassen sich in drei Amphibienordnungen unterscheiden: die Froschlurche, also Frösche, Kröten und Unken; die Schwanzlurche, also Salamander und Molche; und die beinlosen Blindwühlen.

Alle Amphibien sind Wirbeltiere mit wasserdurchlässiger, drüsenreicher Haut ohne Schuppen, Federn oder Fell. Ihre Eier, der Laich, hat keine schützende Kalkschale. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die durch Kiemen atmen. Erst nach der Metamorphose atmen sie durch Lungen und nehmen das Aussehen der Erwachsenen an. Sie sind leicht von Reptilien zu unterscheiden, auch wenn sich Molche und Eidechsen auf den ersten Blick sehr ähneln.

Die drei rezenten Amphibiengruppen variieren stark in Größe und Aussehen. Auch haben sie ganz unterschiedliche Charakteristiken und Eigenschaften. Einige dieser besonderen Amphibienarten werden in dieser Ausstellung vorgestellt.

Die Colorado Kröte ist vor allem wegen des berüchtigten „toad licking“ bekannt: Sie produziert halluzinogene Hautgifte, die Rauschzustände auslösen können und deshalb für Drogentrips missbraucht werden. Die 19 cm sehr großen Kröten leben überwiegend in den Wüstengebieten rund um den Unterlauf des Colorado in den USA.

Die Nimba-Kröte lebt in den Nimba-Bergen in der Grenzregion von Guinea, Liberia und der Elfenbeinküste. Aufgrund der Gefährdung des Ökosystems ist sie vom Aussterben bedroht. Sie ist die einzige bekannte Krötenart, die lebend gebärt. Und die Schwangerschaft dauert genauso wie bei Menschen exakt 9 Monate!

Der Grabfrosch ist einer der größten Frösche der Welt (25 cm, 1,4 kg). Er lebt in den afrikanischen Savannen. Die Trockenzeit verbringt er unterirdisch in einem Hautkokon. In der Regenzeit laicht er auf Überschwemmungsflächen. Falls die austrocknen, graben die Männchen Kanäle zu noch bestehenden Wasserpfützen.

Für Frösche ungewöhnlich, beim Grabfrosch ist das Männchen deutlich größer als das Weibchen - und zeigt sich gegenüber anderen Männchen extrem territorial - wie auch die noch etwas wuchtigeren Flusspferd-Bullen...

Der Schrecken ist gelb. Schon sein Name lässt ahnen, dass mit diesem Zwerg nicht zu spaßen ist: Der schreckliche Pfeilgiftfrosch. Seine leuchtende Färbung warnt jeden Fressfeind unmissverständlich: Wage es bloß nicht! Man sollte besser auf diese Warnung hören, denn der Frosch verfügt über ein Gift, das zu den tödlichsten Waffen der Welt zählt. Ein einziges, nicht mal 5 cm großes Fröschchen könnte glatt 22.000 Mäusen den Garaus machen. Der Pfeilgiftfrosch ist durch die forschreitende Dezimierung der Regenwälder vom Aussterben bedroht. Nicht mal seine Giftigkeit wird ihm helfen können.

Frogs & Friends hat für den Züricher Zoo eine interaktive Ausstellung zum the 'Schrecklichen Pfeilgiftfrosch' konzipiert und umgesetzt.

Erdbeerfröschchen leben auf der Atlantikseite Mittelamerikas von Nicaragua bis Panama. Dort bewohnen sie die unterschiedlichsten Lebensräume des Tieflands.

Man kann kaum glauben, dass die unterschiedlichen Farbformen dieses nur 2 cm langen Pfeilgiftfrosches zu ein und derselben Art gehören. Nur einige sind erdbeerrot, andere gelb, grün, mal mit blau, mal ohne, sie sind schwarz gefleckt oder zeichnungslos. Die Weibchen produzieren Eier, mit denen sie die Kaulquappen wochenlang füttern.

Ein merkwürdiges Wesen! Doch der ulkige, platt gedrückt wirkende Schildkrötenfrosch, dessen 5 cm langer Körper tatsächlich an einen Schildkrötenpanzer erinnert, aus dem die massigen Beine ragen, ist perfekt angepasst an das Leben in den Wüsten Zentral-Australiens. Dort verbringt er fast das ganze Jahr unterirdisch und ernährt sich von Termiten.

Perfekt getarnt in der Südsee! Dieser 10 cm lange Frosch lebt auf dem Waldboden. Mit seinem dreieckigen Kopf, den Hautleisten und dem spitzen Schnauzenfortsatz ahmt der Salomonen-Zipfelfrosch perfekt ein Blatt der Laubstreu nach. Seine Eier legt er in kleine Löcher im Boden. Die Jungfrösche durchlaufen darin alle Larvenstadien und schlüpfen als fertige kleine Frösche.

Die Morphologie von Salamandern ist weniger spezialisiert als die der anderen Untergruppen von Amphibien. Sie haben relativ kleine Köpfe und einen langen Körperbau mit vier Beinen und einem Schwanz.
Der Feuersalamander ist eine sehr auffällige Amphibie. Mit seiner schwarz-gelben „Wespenfärbung“ warnt dieser etwas über 20 cm lange Salamander vor seinem wirkungsvollen Hautgift. Er lebt in kühl-feuchten Buchenwäldern. Ihm wird nachgesagt, dass er Brände löschen könnte, was ihm zu seinem Namen verhalf. Einzigartig ist seine Fortpflanzung: Das Weibchen bringt lebende Larven zur Welt, die es in kleinen Waldbächen absetzt.

Wassermonster - das bedeutet das Wort Axolotl bei den Azteken. Die Tiere sind eine biologische Sensation! Sie bleiben Zeit ihres Lebens Babys, mit allen typischen Larven-Merkmalen. Da sie als Larven über embryonales Gewebe verfügen, haben die Axolotl eine atemberaubende Regenerationsfähigkeit. Verlieren sie ein Bein, wächst einfach ein neues nach. Selbst ihr Rückenmark können sie in Teilen regenerieren, weshalb sie für die medizinische Forschung von grosser Bedeutung sind.

Der Chinesische Riesensalamander gilt als Delikatesse, und ihm werden wundersame Heilwirkungen zugeschrieben. Mit dem Wirtschaftsboom ist die Nachfrage nach seinem (teuren) Fleisch explodiert. Trotz gesetzlichem Schutz wird er vor allem von der Elite des Landes weiter verspeist. Mehrere Zuchtfarmprojekte in China und Japan sollen helfen, Riesensalamander für den Markt zu produzieren. Dennoch werden nach wie vor Riesensalamander für den Schwarzmarkt gefangen und zu hohen Preisen verkauft.

Der japanische Bruder

„Lebende Fossilien“ mit einer Länge von 1,5 m und einem Gewicht bis zu 20 kg, nach dem Chinesischen Riesensalamander die größten Amphibien überhaupt. Sie leben in kühlen Bergbächen und klaren Flüssen. Der Laich wird in selbst gegrabenen, mit Wasser gefüllten Nestern nahe dem Ufer abgelegt. Stark bedroht durch Jagd für Fleisch und Dammbau. Auf dem Foto ist ein Riesensalamander zu sehen, der sein Gelege bewacht.

Blindwühlen bilden mit etwa 200 Arten die kleinste Ordnung in der Klasse der Lurche. Eine der ganz besonderen Art ist die Taita-Erdwühle, denn ihre Brutpflege hat es in sich! Die aus Eiern schlüpfenden Jungtiere ernähren sich von der Haut der Mutter. Das Weibchen bildet dafür eine fettreiche Nährschicht, die von den Jungen gierig abgeraspelt wird. Ansonsten sehen Taita-Erdwühlen mit ihren 33 cm Länge überdimensionierten Regenwürmer ziemlich ähnlich und graben sich auch wie diese durch den Waldboden.

Es gibt eine unglaubliche Vielfalt an Formen, Farben und Verhaltensweisen von Amphibien. Auch wenn Amphibien als Folge ihrer Larvenentwicklung und der feuchtigkeitsbedürftigen Haut abhängig vom Wasser bleiben, haben sie zahlreiche Tricks und Spezialisierungen entwickelt, was ihnen ermöglicht, nahezu alle Lebensräume unseres Planeten zu erobern. Allerdings sind Amphibien auch die am stärksten bedrohte Tiergruppe auf der Erde.
Auf der Webseite von Frogs & Friends können Sie mehr über diese vom Aussterben bedrohte Art erfahren.

Frogs & Friends
Mitwirkende: Geschichte

Ausstellung von Frogs & Friends
Ausstellungskuratoren: Björn Encke & Annette Kinitz

Texte zu illustrationen: Interaktive Exkursion von Frogs & Friends
Creative Director: Lena Thiele (Miiqo Studios)
Art Director: Sebastian Baurmann (Miiqo Studios)
Illustration und Animation: Jonas Lieberknecht
Texte & wissenschaftliche Beratung: Heiko Werning

Fotografien:
Chinese read-bellied toad: reptiles4all
Colorado River toad: Mirko Rosenau
Nimba toad: Piotr Naskrecki/Minden Pictures
Golden poison frog: Dirk Ercken
Fire salamander: Marek R. Swadzba
Axolotl: dezignor
Taita Hills caecilian: Alexander Kupfer
Strawberry poison frog: Dirk Ercken, Klaus Ulrich Mueller
Chinese giant salamander and Japanese giant salamander: Cyril Ruoso/Minden Pictures

Quelle: Alle Medien
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