Von der mittelalterlichen Stadt bis zur Zeit der Reformation

Die Entstehung und Entwicklung der Hansestadt

Das heutige Hamburg liegt an der Elbe, vor über 1000 Jahren war das ganz anders: Damals lag der kleine Ort noch mindestens 2 km vom Elbstrom entfernt: Ur-Hamburg lag an der Alster. Während der Alsterfluss in früheren Zeiten eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt spielte, ist seine Bedeutung in der Neuzeit immer stärker in den Hintergrund getreten und die Elbe wurde zum entscheidenden Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung Hamburgs.

Der feste Geestgrund inmitten der sumpfigen Elbmarsch, der Zugang zu frischem Wasser und die geografische Lage machten diesen Ort für die spätere Hafenstadt so interessant. Zur Zeit dieses ersten Wallbaus lag Hamburg noch in einem heiß umkämpften Niemandsland zwischen dem christlichen Frankenreich, den dänischen Wikingern und den noch heidnischen Slawen - in einer gottlosen Gegend, in der sich die machtpolitischen Verhältnisse erst mit der Durchsetzung des Christentums stabilisierten.

Das heutige Hamburg liegt an der Elbe, vor über 1000 Jahren war das ganz anders: Damals lag der kleine Ort noch mindestens 2 km vom Elbstrom entfernt: Ur-Hamburg lag an der Alster. Während der Alsterfluss in früheren Zeiten eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt spielte, ist seine Bedeutung in der Neuzeit immer stärker in den Hintergrund getreten und die Elbe wurde zum entscheidenden Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung Hamburgs.

Direkt am Tor innerhalb des neuen Walls und gegenüber dem ersten Ringwall steht ein Rundturm, von dem Archäologen vermuten, es könne der damalige Bischofssitz gewesen sein. An derselben Straße weiter links steht an der noch unbefestigten Alster ein eckiger Turm. Hier vermuten Forscher den Wohnsitz des damaligen Landesherrn, des Sachsenherzogs Bernhard II. Die politische Machtverteilung in der Doppelstadt prägte Hamburg für lange Zeit.

Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Alster aufgestaut, um Kornmühlen zu betreiben. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Stadt systematisch ausgebaut. Die Alster wurde 1235 ein zweites Mal am Reesendamm, Teil des heutigen Jungfernstiegs, aufgestaut. Im Modell sieht man, wie sich dort um 1535 verschiedene Mahl- und Gewerbemühlen angesiedelt haben. Zwei Kornmühlen sind zu sehen, von denen eine vor allem der Eigenversorgung der Bevölkerung diente, die andere war den Brauern und Feinbäckern weitgehend vorbehalten. Daneben gibt es eine Poliermühle, in der Rüstungen aus Metallplatten, der so genannte Harnisch, gemacht und poliert werden und eine Zimmerei, auf deren weitem Vorplatz Baumstämme zum Bau eines Mühlrades zersägt und behauen werden.

Der Holzturm wurde 1531 erbaut. Er ist Teil der alten Hamburger „Wasserkunst“, die aus einem Pumpwerk, dem antreibenden Wasserrad und einem Hochbehälter - dem Holzturm - bestand. Die alte Wasserkunst lieferte einzelnen Bürgern fließendes Wasser in die Wohnhäuser. Erste Abnehmer waren die hiesigen Hausbrauereien, die mit dem frischen Wasser die Qualität des Bieres sicher stellten – immerhin war Bier der wichtigste Exportartikel der Hansestadt.

Als Wasserleitung dienten ausgehöhlte Baumstämme, die so genannten „Teucheln“. Im Modell ist zu sehen, wie eine solche Leitung im Boden verlegt wurde.

Der bauchige Rumpf der Hansekoggen bot viel Platz zum Verladen von Waren und Rohstoffen. Normierte Tonnen waren der „Container der Hansezeit“. In ihnen transportiert man fast alles, Heringe genauso wie Messer, Barren oder Erzbrocken. Im 13. und 14. Jahrhundert waren es vor allem Koggen, die Ostsee und Nordsee befuhren. Sie waren im Wattenmeer ebenso fahrtüchtig wie auf hoher See und trugen als zuverlässige Langstreckensegler wesentlich zum Erfolg der Hanse bei. Der stetig wachsende Handel über See führte in vielen Städten, so auch in Hamburg, zum Ausbau der Hafenanlagen.
Unser Koggennachbau orientiert sich an den Maßen eines 1962 im Bremer Hafenbecken gefundenen Wracks, das auf 1380 datiert wird. Das Handelsgut wurde trocken und sicher unter Deck verstaut, die Besatzung hingegen musste an Bord dem Wind und Wetter trotzen.

Der Begriff Hanse meint ursprünglich „Schar“, also eine Gruppe von Kaufleuten. Diese schlossen sich ab der Mitte des 12. Jahrhunderts zu Vereinigungen zusammen, um ihre Sicherheit bei der gefährlichen Überfahrt zu gewährleisten und wirtschaftliche Interessen zu vertreten. Spätestens seit Mitte des 14. Jahrhunderts entwickelte sich diese „Kaufmannshanse“ zu einem Städtebund, bestehend aus etwa 72 Städten, weitere 130 waren locker angegliedert. Für viele Hansestädte typisch sind die aus Backstein errichteten Häuser mit den prächtigen Treppengiebeln, wie sie im Modell zu sehen sind.

Eine Hamburger Legende

Klaus Störtebeker ist eine norddeutsche Legende. Noch heute ist der angebliche Goldschatz in den Masten seines Schiffes eine gern erzählte Geschichte. Dass es aber in der Zeit um 1400 in der Nord- und Ostsee vor Piraten nur so wimmelte, ist historisch belegt. Hamburger Kaufleute versuchten, durch Fahrten im Verband und unter dem Schutz bewaffneter Begleitschiffe ihre Waren zu schützen.

Seht euch in der alten Kogge um!

Für Piraten – wurden sie gefasst – sah das mittelalterliche Recht eine grausame Strafe vor: Man schlug ihnen die Köpfe ab, die dann zur Abschreckung für alle gut sichtbar auf einen Pfahl genagelt wurden. Untersuchungen ergaben, dass die Hinrichtung der Besitzer dieser Schädel zwischen 1375 und 1430 stattfanden, und zwar auf dem Grasbrook, der damals Hamburgs Richtplatz war. Heute befindet sich dort die Speicherstadt. Im Jahr 1400 wurde dort wahrscheinlich auch der berühmt-berüchtigte Pirat Klaus Störtebeker geköpft.

Da der Nagel in dem Schädel sehr vorsichtig eingeschlagen wurde, vermutet man, dass es sich um eben jenen Störtebeker handeln könnte, dessen Kopf von seinen Henkern sorgsam behandelt wurde, damit er möglichst lange noch erkennbar bleiben sollte. So hat der berühmte Pirat vermutlich ausgesehen!

Christentum in der Region Hamburg

Dieses – übrigens aus Knochen geschnitztes – Kreuz ist neben einer Kreuzfibel aus dem 9. Jahrhundert das älteste Symbol christlichen Glaubens in Hamburg. Die Darstellung des gekreuzigten Christus ist seit dem 4. Jahrhundert bekannt. In dieser Zeit erhob Konstantin der Große das Christentum zur wichtigsten Religion im römischen Reich. Bis das Christentum die Gegend um Hamburg erreichte, vergingen allerdings noch gut 500 Jahre.

Das Modell zeigt, wie der Mariendom um 1280 ausgesehen hat. Die Flechtwandhütten rund um den Dom markieren die damaligen Größenverhältnisse: während die Wohnhäuser nicht über zwei Geschosse hinauskommen, ragt der Dom weit über ihre Dächer hinaus.

Beim Abriss des Doms Anfang des 19. Jahrhunderts ging ein großer Teil der Ausstattung verloren. Übrig geblieben sind unter anderem diese steinernen Reste des Lettners. Junge Frauen mit lockigen Haaren und schmerzverzerrten Gesichtern sind zu sehen - die „törichten Jungfrauen“ von denen es im Neuen Testament heißt, sie hätten die Ankunft Jesu Christi, ihres himmlischen Bräutigams verpasst , weil sie bei Anbruch der Nacht erst Öl für ihre Lampen kaufen mussten. Bei den hier gezeigten drei Figuren aus der Zeit um 1270 handelt es sich um das älteste noch in Hamburg erhaltene Skulpturenensemble.

1500 bis 1650 – Reformation in Hamburg
Der christliche Glaube und die Frömmigkeit im Alltag der Menschen spielten im Mittelalter eine wichtige Rolle. Die hier gezeigten Figurengruppen sind einige der wenigen von den frühen Kirchenausstattungen erhaltenen Zeugnisse: Hamburg wechselte 1529 von der katholischen zur lutherisch-protestantischen Konfession und auch wenn es keinen gewaltsamen Bildersturm gab, gingen große Teile der ursprünglichen Ausstattungen verloren.

Eines der wenigen bedeutenden Hamburger Kunstwerke aus dem frühen 15. Jahrhundert ist dieses mit Gold und Farben gefasste Holzkreuz.

Christus ist hier leidend dargestellt, wir sehen seinen geschundenen Körper und wie er an Händen und Füßen ans Kreuz genagelt ist. Seit dem 13. Jahrhundert hatte sich diese Darstellung des leidenden Christus in der abendländischen Kunst durchgesetzt.

Nach der Reformation gelangte das Kreuz an das Hiobs-Hospital, ein 1505 gegründetes Pockenhaus. Hospitäler waren seit dem Mittelalter Krankenhäuser, aber auch Altersstifte, Wohnungen für Arbeitslose oder Herbergen für Reisende, die durch Spenden der Bürger finanziert wurden.

Das Haus am Pferdemarkt 28
Rissig und fast schwarz ist das reich verzierte Balkenwerk vom ehemaligen Fachwerkhaus am Pferdemarkt 28. Kein Wunder, denn die Balken waren knapp 400 Jahre dem Hamburger Wind und Wetter ausgesetzt. Es galt bei seinem Abriss 1910 als ältestes Haus Hamburgs. Das Haus wurde ursprünglich von Geistlichen der Jakobikirche bewohnt. Entsprechend verwundert es nicht, dass eine der zentralen Geschichten des Neuen Testaments, die Geburt Christi, beziehungsweise der Besuch der ersten Gäste nach der Geburt dargestellt ist.

Die beiden Konsolen des Eckständers zeigen Maria mit offenem Haar, das Kind auf dem Schoß, ...

... und ihren Mann Joseph, der, mit seinem Hut in der Hand von hinten auf sie zutritt.

Ihrem Reichtum verliehen die Bauherren in der Ausstattung ihrer Häuser weithin sichtbaren Ausdruck. Beim Rundgang durchs Museum sind immer wieder bemalte Holzdecken oder Schmuckelemente wie Fenstereinfassungen und Portale historischer Gebäude zu entdecken, die zum festen Bestandteil der Museumsarchitektur geworden sind.

Auf den Konsolen unter dem mit Flechtband geschmückten Querbalken sind zwei der drei Könige mit Geschenken zu sehen.

Der dritte König ist verloren gegangen, er war früher in der Ecke gleich neben Maria angebracht.

Dass am gleichen Haus eine kleine Schar herumalbernder Gaukler ihr närrisches Spiel treibt, war für die damalige Zeit kein Widerspruch.

Sogenannte Drolerien, das heißt Grimassen ziehende Menschen oder Mischwesen, gab es schon an mittelalterlichen Kirchen.

Sie sollten Unheil abwehren und sind damit ein anschauliches Beispiel für das Nebeneinander von Elementen der christlichen Religion mit traditionellem Volks- und Aberglaube.

Mitwirkende: Geschichte

Projektkoordination und Umsetzung: Anna Symanczyk, Martina Fritz
Texte: SHMH
Fotos: SHMH

Quelle: Alle Medien
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