1879 bis 2016

Bemerkenswerte Dinge. Teil II

Museum für Völkerkunde Hamburg

In seiner über 130-jährigen Geschichte wurde im Museum für Völkerkunde Hamburg eine bemerkenswerte Sammlung an Objekten zusammengetragen, die Gegenstände aus allen Regionen der Welt umfasst, diverse Lebensbereiche berücksichtigt und deren zeitliche Tiefe von der prähistorischen Vergangenheit bis zur Gegenwart reicht. „Bemerkenswerte Dinge. Teil 2" zeigt weitere 15 Objekte, die für die Sammlung des Museums und seine Ausstellungen von besonderer Bedeutung sind.

Hina Matsuri
Nicht nur die Objekte, die sich im Museum befinden, kommen aus allen Regionen der Welt, sondern auch die Festtage, die hier begangen werden. Ein besonderer Höhepunkt im Veranstaltungsprogramm ist das japanische Mädchenfest Hina Matsuri. Seit 1993 wird es im Museum am 1. Wochenende im März mit einem Begleitprogramm speziell für Jugendliche gefeiert. In diesem Fest drückt sich der Wunsch japanischer Familien aus, ihre Töchter mögen gesund heranwachsen und ein erfülltes, glückliches Leben haben.

Zentraler Bestandteil ist eine mehrstufige, mit Puppen besetzte Bühne, die den japanischen Kaiserhof dargestellt. Vor ihr bewirten die Mädchen ihre Freundinnen und Familien. Auch im Museum wird zu Hina Matsuri ein solcher Puppenberg aufgebaut. Er ist ein Geschenk von Hamburgs Partnerstadt Osaka anlässlich der 1. Japanwoche 1993.

Auslegerboot
Für das Leben auf den pazifischen Inseln waren Schifffahrt und Bootsbau von zentraler Bedeutung. In einer Region, in der auch benachbarte Inseln oftmals mehrere hunderte Kilometer voneinander entfernt liegen, waren Boote wichtige Verkehrsmittel.

Dieses große, zweimastige Auslegerboot kommt von den Siassi-Inseln, die heute zur Morobe-Provinz Papua Neuguineas gehören. Die Inseln waren lange ein wichtiges Handelszentrum, das die Nordostküste Neuguineas mit der vorgelagerten Insel Neubritannien verband. Für die Fahrten über die raue See der Vitiaz- und der Dampier-Straße nutzte man Auslegerboote, die nur auf den Inseln Mandok und Aramot gebaut wurden.

Bei den Bootsbauern der Insel Mandok gaben auch die Teilnehmer der Hamburger Südsee-Expedition (1908–1910) am 23. Januar 1909 die Herstellung dieses Bootes in Auftrag. Sein Körper ist aus einem einzigen Baumstamm gearbeitet. Für Planken, Mast und Ausleger verwendete man u.a. Mangrovenholz. Die Segel wurden aus Pandanus-Blättern geflochten. Auch die Verzierung des Bootes oblag den Bootsbauern. Sie verfügten jeweils über eigene Schnitzstile und Muster, die innerhalb ihrer Familien weitergegeben wurden.

Bemalter Totenschädel
Bei diesem Schädel handelt es sich um eine Sekundärbestattung, bei der Schädel und Gebeine der Verstorbenen in eine Totenkapelle – oft auch als Beinhaus, Ossuarium oder Karner bezeichnet – zur Aufbewahrung gebracht wurden. Besonders in Österreich, aber auch in Teilen Bayerns und der Schweiz, war es vom Ende des 18. Jh. bis ins 20. Jh. üblich, auf Wunsch der Angehörigen die Schädel zuvor zu bemalen. Diese Aufgabe übernahmen zum Teil Totengräber, zum Teil durchreisende Künstler.

Der Direktor des Museums, Georg Thilenius, kaufte den Schädel 1919 aus der Sammlung von Marie Andree-Eysn, die in der bayrisch-österreichischen Alpenregion bereits in den 1910er-Jahren kulturanthropologische Forschungen betrieb.

Laut seiner Beschriftung stammt der Schädel von Joh. Kögl – einem Mann aus Tirol. Die Aufschrift „Jüngling“ verweist dabei nicht auf das jugendliche Alter des Verstorbenen, sondern auf seinen ledigen Familienstand. Darauf deutet auch der aufgemalte, leuchtend grüne Blätterkranz mit weißen Blüten hin. In Teilen der Alpenregion war das Motiv des Blätterkranzes unverheirateten Personen vorbehalten.

Spiegelpercht
Dieses beeindruckende Maskenkostüm, dessen reich verzierter Aufsatz fast 2 m in die Höhe ragt, stammt aus dem österreichischen Pongau. Es handelt sich um die vollständige Ausstattung eines Spiegelperchts. Er gehört zum breiten Figurenrepertoire der Perchtenläufe, die in der bayerisch-österreichischen Alpenregion noch heute verbreitet sind und zumeist am 6. Januar stattfinden. Begleitet von einer Vielzahl anderer Maskengestalten ziehen die Schönperchten von Hof zu Hof und bringen den Menschen Glücks- und Segenswünsche. Diese Umzüge werden zumeist als symbolische Austreibung des Winters interpretiert.

Wichtigster Teil der bis zu 50 kg schweren Kostüme ist die Perchtenkappe, die den Reichtum ihres Trägers zur Schau stellt. Die beiden rautenförmigen Tafeln sind auf den Vorderseiten mit zahlreichen Schmuckstücken und zwei Spiegeln besetzt, die Unheil abwehren sollen. Die detailreiche Bemalung der Rückseiten zeigt eine alpine Landschaft mit mehreren Häusern und ihren Bewohner.

Palma
Die aus Stein gefertigten palmas gelten als rituelle Nachbildungen eines im mesoamerikanischen Ballspiel getragenen Oberkörperschutzes und dienten häufig als Grabbeigaben. Sie zeugen von der großen gesellschaftlichen und religiösen Bedeutung, die dem Spiel in den Kulturen Mittelamerikas vor der kolonialen Eroberung durch die Spanier zukam. Eine moderne Form des Spiels findet sich heute noch im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. Das ulama genannte Spiel wird – wie seine älteren Varianten – mit einem schweren Gummiball gespielt.

Palmas wurden vor allem in der Region des heutigen mexikanischen Bundesstaats Veracruz gefunden. Charakteristisch sind die gewölbte Unterseite und das paddelförmige Oberteil, das bei dem hier zu sehenden Exemplar mit einem Volutenmuster verziert ist. Es bildet als Flachrelief den Hintergrund für die vollplastische Figur eines fledermausartigen Mischwesens, zwischen dessen untergeschlagenen Beinen ein verzierter Lendenschurz zu erkennen ist.

Fragmento de Nochistlan
Dieses Fragment einer mixtekischen Handschrift wird nach seinem vermuteten Herkunftsort „Fragmento de Nochistlan" genannt. Die Mixteken fertigten in der Zeit vor der spanischen Eroberung komplexe Bilderhandschriften an, die sich einer Kombination bildhafter und abstrakter Zeichen bedienten. Diese aus Hirschleder bestehenden Faltbücher erzählen die Geschichte der Mixteken und geben Auskunft zu kulturellen und religiösen Praktiken. Von ihnen sind heute nur noch acht erhalten. Bei dem hier zu sehenden Fragment handelt sich wahrscheinlich um die Abschrift eines älteren, vorkolonialen Dokumentes, die am Ende des 16. Jh. hergestellt wurde.

Die in zwei Zeilen angeordneten, farbig gestalteten Elemente der Bildfläche geben die Entstehungsgeschichte zweier Herrscherdynastien wieder. Aufgrund der großen stilistischen Ähnlichkeit mit der als Codex Becker II bezeichneten Handschrift, die sich heute in Wien befindet, wird angenommen, dass es sich um das fehlende Anfangsblatt dieses Codex handelt.

Maximón
Diese lebensgroße Holzfigur des Maximón stammt aus dem im westlichen Hochland Guatemalas gelegenen Nahualá. Sie wurde 2004 für das Museum erworben, nachdem sich mehrere Jahre zuvor die sie betreuende Gemeinschaft aufgelöst hatte. Maximón, der auch San Simon genannt wird, wird besonders im Hochland Guatemalas verehrt. In ihm verbinden sich christliche Glaubensinhalte mit Elementen der vorkolonialen Religion der Maya. So lassen sich in ihm Eigenschaften der Maya-Gottheiten erkennen, die für Handel und Tabak zuständig waren.

Sein facettenreicher Charakter ermöglicht seinen Anhängern, unterschiedlichste Anliegen an ihn heranzutragen. Hierzu gehören z. B. eine gute Ernte, Erfolg im Geschäftsleben und die Heilung von Krankheiten. Zudem ist er mehr als andere Volksheilige für Bitten empfänglich, die dazu dienen, andere Menschen gefügig zu machen und ihnen zu schaden. Bei seiner Verehrung spielen Tabak und Alkohol eine große Rolle: Sie gelten als besonders wirksame Opfergaben.

Schachspiel
Dieses sorgfältig gestaltete Schachspiel aus dem südwestlich von Guatemala Stadt gelegenen Ort San Pedro las Huertas wurde 2009 vom Museum erworben. Das Spielbrett sowie alle 36 Spielfiguren sind aus Jade gearbeitet. Eingefasst ist es in einem verzierten Holzkasten, der zugleich der Aufbewahrung der Figuren dient.

Carlos Reyes, der Hersteller des Spiels, gestaltete die aus grüner und schwarzer Jade gearbeiteten Spielsteine nach Motiven aus der Mythologie und Geschichte der Maya:

Der als Maisgott Ixiim dargestellte König ist einer Büste des Gottes nachempfunden, die sich in einer Tempelanlage der in Honduras gelegenen Ruinenstätte Copán befindet. Als Motiv für die Dame wurde die Mondgöttin Ix Uh in Begleitung des den Mond symbolisierenden Kaninchens gewählt.

Weitere Darstellungen mythologisch bedeutsamer Tiere finden sich bei den als Affen gearbeiteten Bauern und den jaguarartigen Springern des Spiels. Als Vorlage für die Turmfiguren dienten die charakteristischen Stufenpyramiden der antiken Maya-Stadt Tikal, die im Norden Guatemalas liegt. Die Läufer erinnern an die für Mittelamerika besonders bedeutende Kultur der Olmeken, deren Blütezeit zwischen 1200 und 300 v. Chr. lag

Schamanengewand
Schamanismus findet sich in vielen Teilen der Welt und umfasst eine Vielzahl an religiösen und rituellen Praktiken. Die Schamanen gelten dabei als Vermittler zwischen den verschiedenen kosmischen Ebenen. Besonders ausgeprägt ist die Vorstellung einer diesseitigen Welt der Menschen und einer jenseitigen der Geister im sibirischen Schamanismus.

Dieses Gewand für einen männlichen Schamanen stammt aus dem Tuwa-Gebiet im südlichen Sibirien und kam 1910 ins Museum. Der vogelschwanzförmige Mantel aus Rentierfell ist dicht mit farbigen Stoffstreifen besetzt. Sie repräsentieren die Hilfsgeister des Schamanen, die durch den Klang der am Rücken befestigten Eisenschellen angelockt werden sollen. Die Eisenplatten im Schulterbereich dienen zum Schutz vor gegnerischen, böswilligen Kräften.

Der mit Eulenfedern besetzte Kopfschmuck verweist auf die Verwandlungsmöglichkeiten des Schamanen bei seinen Reisen zwischen den Welten. Eine Trommel – das wichtigste Instrument des Schamanen – vervollständigt das Gewand. Mit ihrer Hilfe versetzten sich die Schamanen in Trance und erreichten einen erweiterten Bewusstseinszustand.

Prinzenhaus
Den Mittelpunkt der Ausstellung „Ein Traum von Bali“ bildet das „Prinzenhaus“. Es gehörte vermutlich einst zu einem fürstlichen Anwesen. Ebenso wie Tempelkomplexe und einfache Gehöfte umfassen Palastanlagen auf Bali eine Vielzahl an kleineren Gebäuden, die nach Funktionen getrennt sind.

Für die Ausstellung wurden mit Hilfe eines balinesischen Baumeisters die reich beschnitzten Originalbauteile des Hauses zusammengesetzt und um fehlende Elemente wie z.B. die Dachbedeckung ergänzt.

Die undagi genannten Architekturspezialisten müssen zusätzlich zu ihren bautechnischen Fähigkeiten und künstlerischem Können auch die kosmologisch-philosophischen Prinzipien verinnerlicht haben, die der balinesischen Architektur zugrunde liegen. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, die bei ihnen beauftragten Gebäude so an die vorgefundenen, räumlichen Gegebenheiten anzupassen, dass ihre Bewohner in Harmonie mit dem Universum leben können.

Schnitzereien an Türen, Fenstern und Säulen geben auf Bali auch Auskunft über den sozialen Stand der Hausbesitzer. Aufwendig gestaltete Verzierungen finden sich vor allem bei Gebäuden von öffentlichem Interesse. Typisches Zierelement sind die gehörnten bhoma-Köpfe, die negative Kräfte und Einflüsse abhalten sollen. Einen solchen Kopf mit weit aufgerissenen Augen und spitzen Zähnen eingebettet in Blumen- und Vogelmotive zeigt auch der hölzerne Türsturz des Prinzenhauses.

Tino Aitu (Götterfigur)
Diese nahezu abstrakt gearbeitete Holzskulptur beeindruckt auch heute noch mit ihrer klaren Formsprache. Sie stammt von dem im westlichen Pazifik liegenden Nukuoro-Atoll. Eine Anzahl dieser Figuren, von denen sich heute noch zwei weitere in der Sammlung des Museums befinden, wurde in den 1870er-Jahren dort von Stanislaus Kubary für das damals in Hamburg ansässige Museum Godeffroy erworben. Die hier zusehende Skulptur zählt zu den größeren Exemplaren, die im ausgehenden 18. und frühen 19. Jh. angefertigt wurden. Ihre Herstellung erfolgte ohne Metallwerkzeuge. Bis heute sind weltweit nur 37 dieser Figuren bekannt.

Sie verkörpern Götter und vergöttlichte Vorfahren, die den fünf Familiengruppen der Bevölkerung Nukuoros zugeordnet waren. In Tempelbezirken aufgestellt, erhielten sie zu hohen Festlichkeiten Nahrungsmittel als Opfergaben und wurden rituell eingekleidet und mit Blumen geschmückt.

Hemlout-Maske
Diese beeindruckende Doppelmaske wurde während der Hamburger Südsee–Expedition auf der zu Neubritannien gehörenden Gazelle Halbinsel erworben. Organisiert wurde die von 1908 bis 1910 dauernde Forschungsreise von Georg Thilenius, dem ersten hauptamtlichen Direktor des Museums. Ein großer Teil der Museumssammlung zur Inselwelt des westlichen Pazifiks geht auf diese Expedition zurück. Charakteristisch für diese von den Sulka hergestellte Maskenart, die o hemlout (alter Mann) genannt wird, ist der große Schirm.

Seine Bemalung wird beim Auftritt der Masken immer nur kurz gezeigt. In den letzten Jahren haben Gespräche mit den Maskenspezialisten der Sulka ergeben, dass das hier zu sehende Muster einen Regenbogen symbolisiert. Bei den Figuren unterhalb des Schirms handelt es sich ihnen zufolge um die Darstellung einer Frau und eines Mannes. Trotz der lebendigen Masken-Tradition und ihrer großen kulturellen Bedeutung im Leben der Sulka geriet diese zwei Köpfe vereinende Art der hemlout-Maske fast in Vergessenheit. Bei der Wiederaufnahme ihrer Herstellung lieferten Fotografien des hier zu sehenden Exemplars den Maskenbauern wichtige Hinweise.

Malangan-Figur
Auf Neuirland werden im Rahmen komplexer malanggan genannter Totengedenkfeiern, die von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung sind, eine Vielzahl an filigran gearbeiteten Masken, Schmuckbrettern und Skulpturen aus Holz hergestellt. Die Feierlichkeiten dienen der Ehrung und Verabschiedung der Verstorbenen. Von besonderer Bedeutung sind dabei Schnitzwerke, die als Abbilder der verstorbenen Personen und ihrer Lebenskräfte gelten.

Hierzu gehört auch diese in kräftigen Rot-, Schwarz- und Weißtönen bemalte, von einer Schlange umschlungene Figur mit weit ausgestreckten Armen. Nach der einmaligen Präsentation der Schnitzwerke als Höhepunkt und Abschluss der Zeremonien werden sie dem Verfall überlassen oder, wie seit der Kolonialzeit am Ende des 19. Jh. häufig üblich, an Außenstehende verkauft.

Der Einsatz von Bildelementen und Gestaltungsformen - wie das hier verwendete Schlangenmotiv ­wird dabei über ein vielschichtiges System aus Urheber- und Nutzungsrechten geregelt. Diese Rechte ergeben sich aus der Zugehörigkeit zu bestimmten Familiengruppen, können aber auch durch prestigeträchtige Handlungen erworben werden.

Der Einschluss der Lebenskräfte der verstorbenen Person in die malanggan-Schnitzwerke wird mit dem Einsetzen der Augen vollendet, die aus Verschlussdeckeln der Meeresschnecke Turbo Petholatus bestehenden.

Haus Rauru
Das Haus Rauru ist eins der wenigen Māori-Versammlungshäuser, die sich außerhalb Neuseelands befinden. Das aufgrund seiner Geschichte, Formensprache, Größe und Vollständigkeit einzigartige Haus gilt den Māori als wichtiger Botschafter ihrer Kultur in Europa. Im Leben der Māori haben solche Versammlungshäuser einen zentralen Stellenwert. Sie sind Orte der Begegnung und gelten als Verkörperung wichtiger Vorfahren. Das Haus Rauru ist z. B. mit dem mythischen Begründer der Holzschnitzkunst verbunden und trägt dessen Namen.

Das Haus stammt aus der Nähe der Stadt Rotorua auf der Nordinsel Neuseelands. Nach einem vermutlichen ersten Baubeginn in der Mitte des 19. Jahrhunderts blieb es für mehrere Jahrzehnte unvollendet. Erst 1900 wurden die Arbeiten im Auftrag des europäischen Hotelbetreibers Charles Nelson fertiggestellt. Er verkaufte das Haus später nach Europa, wo es 1907 von Georg Thilenius für das Museum erworben wurde.

Der Ausstellungsaal, in dem sich das Haus befindet, wurde 2012 grundlegend umgestaltet und Rauru in enger Kooperation mit neuseeländischen Fachkräften restauriert. Seine Neueröffnung wurde im Oktober 2012 gemeinsam mit Vertretern der Te Arawa aus Rotorua gefeiert.

Te ika a Māui (Schnitzpaneel)
Die Gestaltung und Umsetzung der Schnitzereien und Flechtarbeiten Raurus gilt heute als herausragendes Beispiel für Entwicklungen in der Schnitzkunst der Māori am Ende des 19. Jh., wie sich an diesem Wandpaneel verdeutlichen lässt: Es zeigt Māui – einen Held der Māori-Mythologie.

Er zieht die Nordinsel Neuseelands aus den Tiefen des Ozeans. Geschaffen wurde es von Tene Waitere, der zusammen mit zwei weiteren Schnitzern mit der Fertigstellung Raurus beauftragt war.

Bemerkenswert an dem Paneel ist besonders die perspektivische Darstellung des Kopfs im Halbprofil. Sie weicht deutlich von der stilisierten Formensprache der in dieser Zeit üblichen Schnitzkunst ab. Die Verbindung traditioneller Elemente mit Einflüssen aus der europäischen Kunst findet sich nur in den Arbeiten, die Tene Waitere für europäische Auftraggeber fertigte. Er nutzte diese Aufträge zur Arbeit mit neuen Gestaltungsformen. Seine für Māori geschaffenen Werke entsprachen weiter dem traditionellen Darstellungskanon. Heute gilt Tene Waitere als einer der wichtigsten, modernen Schnitzkünstler der Māori

Museum für Völkerkunde Hamburg
Mitwirkende: Geschichte

Redaktion & Textarbeit: Gesa Grimme, Meike Röttjer
Wissenschaftliche Unterstützung: Christine Chávez, Irene Hübner, Susanne Knödel, Jeanette Kokott, Jana Caroline Reimer, Bernd Schmelz, Carl Triesch, Rahel Wille
Fotos: Kim Löffka, Paul Schimweg, Brigitte Saal
Bildbearbeitung: Meike Röttjer
Übersetzung: Michael Dills

Mit freundlicher Unterstützung der Hamburger Sparkasse

Quelle: Alle Medien
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