Erlebe die Geschichte der Hafenstadt im Miniaturformat.

Hamburg im Jahr 1050

In diesem Modell von Hamburg im Jahre 1050 sind bereits Handelsschiffe zu sehen, die an einem befestigten Ufer festgemacht haben. Mit dieser ersten Hafenanlage an der Bille ist der Grundstein für die Bedeutung Hamburgs als internationale Hafenstadt gelegt.

Um 1400

Wir befinden uns hier im Inneren unserer Hansekogge. Der bauchige Rumpf der Hansekoggen bot viel Platz zum Verladen von Waren und Rohstoffen. Normierte Tonnen waren der „Container der Hansezeit“. In ihnen transportiert man fast alles, Heringe genauso wie Messer, Barren oder Erzbrocken.
An der Seite sehen wir den Kopf des Piraten Klaus Störtebeker. Er ist eine norddeutsche Legende. Noch heute ist der angebliche Goldschatz in den Masten seines Schiffes eine gern erzählte Geschichte. Dass es aber in der Zeit um 1400 in der Nord- und Ostsee vor Piraten nur so wimmelte, ist historisch belegt.

Die Hansestadt im Jahr 1531

Sehr bedeutend für die Entwicklung der Stadt und ihrer Wirtschaft war die alte Hamburger „Wasserkunst“, die aus einem Pumpwerk, dem antreibenden Wasserrad und einem Hochbehälter - dem Holzturm - bestand. Die alte Wasserkunst lieferte einzelnen Bürgern fließendes Wasser in die Wohnhäuser. Erste Abnehmer waren die hiesigen Hausbrauereien, die mit dem frischen Wasser die Qualität des Bieres sicher stellten – immerhin war Bier der wichtigste Exportartikel der Hansestadt.

Hamburg im Jahr 1535

Seht euch in unserem Modell der Gewerbemühlen um! Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Alster aufgestaut, um Kornmühlen zu betreiben. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Stadt systematisch ausgebaut. Die Alster wurde 1235 ein zweites Mal am Reesendamm, Teil des heutigen Jungfernstiegs, aufgestaut. Im Modell sieht man, wie sich dort um 1535 verschiedene Mahl- und Gewerbemühlen angesiedelt haben, darunter Kornmühlen für die Eigenversorgung der Bevölkerung sowie Mühlen für die Bierbrauer und Bäcker. Auf dem Vorplatz werden Baumstämme zum Bau eines Mühlrades zersägt und behauen.

Die Stadt im Jahr 1644

Das Modell zeigt Hamburg im Zustand von 1644. Wir befinden uns in der Mitte der kreisförmigen Stadtbefestigung mit 22 Bastionen: das große Bauvorhaben Hamburgs im frühen 17. Jahrhundert. Die Anlage zahlte sich sofort aus, denn Hamburg wurde vom Dreißigjährigen Krieg, der das europäische Festland bis 1648 verwüstete, weitgehend verschont.

Hamburg im 17. Jahrhundert

Politisch und wirtschaftlich nahm Hamburg im 17. Jahrhundert einen ungeheuren Aufschwung. Hamburg erschloss sich neue Fahrtgebiete. Die Schiffe fuhren nunmehr direkt England, die Niederlande, Portugal und Spanien an und bereisten alle Häfen des Mittelmeeres. Der Handel brachte großen Reichtum nach Hamburg. Hier stehen wir auf einem Handelsschiff des 17. Jahrhunderts - es wurde ausschließlich mit Windkraft gesegelt.

Die knapp einen Kilometer lange Reeperbahn ist bis heute die bekannteste Straße im Hamburger Vergnügungsviertel St. Pauli. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ließen sich hier, auf freiem Feld vor den Toren zwischen Hamburg und Altona, Reepschläger, Taumacher und Seiler nieder. Ein „Reep“ bezeichnet in der Seefahrt ein Tau oder eine Trosse. Um ein solches Tau herzustellen, braucht es eine etwa 300m lange, gerade Bahn - die Reeperbahn.

Auf den langen Seilerbahnen drehte man das Material dann zusammen, und zwar abwechselnd – und unter großer Spannung – links und rechts herum. Der Bedarf war tatsächlich groß: Ein einziges Segelschiff von circa 50 Metern Länge braucht in etwa 6.000 Meter Tauwerk verschiedener Stärken.

Hamburg vor dem großen Brand von 1842

So wie in diesem Modell sah Hamburg vor dem großen Brand von 1842 aus: eine frühindustrielle Hafenstadt, noch ohne Eisenbahn, dafür mit einem auf die Elbe vorverlagerten Hafen für die großen Hochseeschiffe. Die damals neuartigen Dampfschiffe erhielten aus Sicherheitsgründen elbabwärts eigene Landungsbrücken. Es gab im Hafen keine Kaimauern. Stattdessen machten die Schiffe an so genannten Duckdalben fest, das sind – meist mehrere - in den Hafengrund gerammte Eichenpfähle.

Frühmorgens in der Nacht zum 5. Mai 1842 begann der verheerende Große Brand, der in nur 82 Stunden mehr als ein Viertel der Innenstadt vernichtete. Beim Wiederaufbau wurde der abgebrannte Stadtteil nach modernen Maßstäben mit breiteren Straßen angelegt und mit gasbetriebener Straßenbeleuchtung und zentraler Frischwasserzufuhr versorgt. Hamburg machte sich auf den Weg in die Moderne.

Zwischen 1850 und den 1930er Jahren

Über den Hamburger Hafen verließen zwischen 1850 und den 1930er Jahren fast fünf Millionen Auswanderer das Land. Die meisten Passagiere, die in Hamburg an Bord der Frisia gingen, waren Auswanderer.

In der Mitte des Rumpfes der Frisia lag der Antrieb des Dampfers: eine gigantische Maschine samt Kessel und Kohlebunker. Sie nahm mehr als ein Drittel des gesamten Schiffsraumes ein. dennoch verfügte sie außerdem über Segel.

Mitte des 19. Jahrhunderts

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war das Gedränge an den Duckdalben in der Elbe so groß geworden, die Verzögerung des Umschlages durch das Umladen in Kähne so offensichtlich, dass der Bau eines neuen, modernen Hafens unumgänglich wurde. Der Sandtorhafen entstand, ein künstliches Hafenbecken, das mit festen Kaimauern, landseitigen Lagerschuppen und Kränen sowie Gleisanschluss einen schnellen Umschlag garantierte.

Das Schiff läuft in den Hafen ein und macht direkt an der Kaimauer fest. Über Krane, damals vor allem aber noch mit Hilfe der Muskelkraft von Schauermännern, werden die Waren direkt auf Eisenbahn, Straße oder Binnenschiff umgeladen.

An den neuen Kaianlagen fuhren die Schiffe unter Dampf direkt an ihren Liegeplatz. Das Löschen und Laden begann, sobald das Schiff vertäut war. Bei Bedarf wurde und wird im Hafen auch nachts gearbeitet. Müssen Waren vor dem Weitertransport noch gelagert oder umsortiert werden, kommen sie so lange in die großen Lagerschuppen.

Hamburg heutzutage

Wer heute einen Bummel durch die Hamburger Innenstadt macht, kommt an der Mönckebergstraße nicht vorbei. Sie ist eine der Haupteinkaufsstraßen der Stadt und verbindet den Hauptbahnhof mit dem Rathausmarkt. Das war nicht immer so. Denn die Mönckebergstraße ist relativ neu, eine Idee des frühen 20. Jahrhunderts. Damals erholte sich die Stadt gerade von der 1892 ausgebrochenen Choleraepidemie.

Mit der Mönckebergstraße als neuer Verkehrsachse änderte sich seit 1910 das Gesicht der Innenstadt grundlegend. Aus einer engen Wohngegend wurde ein modernes Geschäftsviertel mit großflächigen Büro- und Kontorhäusern. Unter Baudirektor Fritz Schumacher, der übrigens auch Architekt unseres Museums war, verschwanden die alten Gängeviertel, die Bewohner zogen nach und nach in die neuen Hamburger Wohnbezirke.

Bürokomplexe nach amerikanischem Vorbild entstanden - die so genannten „Hamburger Kontorhäuser“ - die nicht länger eigenständige Firmensitze waren, sondern gleich an mehrere Firmen vermietet wurden. Moderne Einrichtungen wie Rohrpost oder Paternosteraufzüge machten diese Gebäude für ihre Mieter besonders attraktiv.

Mitwirkende: Geschichte

Projektkoordination und Umsetzung: Anna Symanczyk, Martina Fritz
Texte: SHMH
Fotos: SHMH

Quelle: Alle Medien
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