Residenzgalerie Salzburg HOLLÄNDISCHER BAROCK

DomQuartier Salzburg | Residenzgalerie Salzburg

Holländischer Barock
Im 17. Jh. erlebte die Kunst in Holland eine derartige Blüte, dass diese Epoche auch als „Goldenes Zeitalter“ bezeichnet wird. Das Interesse an der Darstellung der eigenen Region und der Beschaffenheit der Dinge steht in enger Verbindung mit neuen Erkenntnissen der Naturwissenschaft. Optische Experimente sowie reger Kontakt der Künstler mit Gelehrten sind selbstverständlich. Säkularisierung und die Spezialisierung der Künstler führen zu einer Verselbständigung nicht-religiöser Themen wie Stillleben, Landschaften, Genre- oder Marinebildern. Im Sammlungsbestand der Residenzgalerie Salzburg bildet die Malerei der großen holländischen Meister einen herausragenden Schwerpunkt.

In kostbaren Brokat gekleidet nimmt der Sohn Abschied von seinen Eltern. Mit weit ausholender Geste weist er auf die zur Reise aufgezäumten Pferde.

Das lasterhafte Treiben eines Paares erzählt von dem Verprassen des Erbes mit den leichten Mädchen.

Der zu erwartende Ausgang dieses ausschweifenden Gelages zeigt sich durch den mahnenden Abgrund vor dem elegant arrangierten Prunkgeschirr.

Das prachtvolle Architekturcapriccio gibt ebenso wie die Küstenlandschaft im Hintergrund Zeugnis von Jan Weenix' Begegnung mit Rom und Italien.

Brüllend tritt eine Kuh aus der Dunkelheit des Stalls hinaus ins Freie, so als ob sie die Frühlingssonne begrüßen wolle. Eine weitere drängt hinter ihr schon nach.

Die verwahrlosten, wildgestikulierenden Figuren bei den Schweinen streben wahrscheinlich eine moralische Botschaft an: fleißig zu sein und das Tagwerk rechtzeitig zu beginnen.

Eine im gleißenden Licht stehende Kuh lenkt den Betrachter in die Ferne mit kaum auszumachenden Rindern und der Silhouette einer Stadt. Ein Beispiel für Potters genaue Beobachtung ist das rosige, beinahe durchscheinende Ohr des Tieres.

Potters effektvolle Lichtinszenierungen und Tierbilder sind bei den Auftraggebern sehr gefragt. Denn sie zeigen das eigene gelobte Land mit Viehzucht und Milchwirtschaft als Quellen nationalen Wohlstands.

Beladen mit Fracht und Passagieren überqueren Ruderboote und „Smalschipe“ bei voller Besegelung einen Kanal.

Fischer holen ihre Netze ein. Am Horizont erkennt man die Silhouette einer Stadt mit Windmühle und Kirchturm, davor das große Rad eines „Overtoom“, einer Rollbrücke.

Ruysdael erfasst die Atmosphäre der feuchten Seeluft mittels gedämpfter Tonwerte von Blau und Grau. Die monochrome Stimmungsmalerei wird durch das Weiß der Wolken belebt und aufgehellt.

Die Seelandschaft mit Segler links gibt einen Ausblick auf einen gelbgrünen Uferstreifen mit Rindern. Die flatternde Fahne am Masttop setzt einen lebhaften roten Farbakzent.

Ruydaels ausgewogene Kompositionen kennzeichnet eine „klare Ruhe“. Im Vordergrund steht die Darstellung von Licht, Raum und stimmungsvoller Atmosphäre.


Charakteristisch für seine Zeit ist das Gemälde reich an Symbolen. Brot und Wein, letzteres in Form von Weintrauben, stehen für die Eucharistie. Das umgestürzte Glas, roemer genannt, die erloschene Pfeife ...

... und die glimmende Lunte erinnern an den barocken Vanitasgedanken: Mensch bedenke, du bist vergänglich!

Wie durch ein Vergrößerungsglas malt de Heem die aufgeschnittene, großporige Zitrone. Er folgt damit dem Bestreben der holländischen Malerei die innere Struktur der Objekte bloßzulegen.

Glanzlichter steigern die Illusion. Einzigartig vereint de Heem das Interesse der Holländer an der Beschaffenheit der Dinge mit der barocken Prachtentfaltung der Flamen.

Zum Gebet gefaltet heben sich die Hände von dem dunklen Hintergrund hervor. Vielfache Lasuren mit vereinzelten Weißhöhungen lassen die faltige, dünne Haut beinahe durchscheinend wirken ...

... Dagegen erscheint das runzlige, fast zahnlose Gesicht der ins Gebet Versunkenen wie aus Farbe geformt ...

... ähnlich wie die Partie des Kopftuches aus Krapplack. Rembrandt verwendet als Bildträger eine vergoldete Kupferblatte, welche das Bild effektvoll zum Leuchten bringt.

Rembrandt greift nur drei Mal in seinem Schaffen auf diese Technik zurück. Die Verbindung von Feinmalerei, „rower Manier“ und Material macht dieses Bild zu einem besonderen Ereignis.

Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg
Quelle: Alle Medien
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