Das Erbe: Bergbau im Saarland - Teil VIII

Staatskanzlei des Saarlandes

Architektur, Nach der Kohle ist vor der Kohle, Schwarz und Grün, Memorandum

Nach über 250 Jahren ist die Steinkohleförderung im Saarland im Jahr 2012 zu Ende gegangen. Für das Saarland war das ein bedeutender Einschnitt, weil das Land über eine lange Zeit ohne den Bergbau überhaupt nicht vorstellbar war. Wohl und Wehe des gesamten Landes hingen eng mit der Kohle zusammen. Der Bergbau war in fast allen saarländischen Familien zuhause, weil entweder ein Angehöriger oder zumindest ein Vorfahre im Bergbau arbeitete. Dass der Steinkohlebergbau unserem Land sein Gesicht gegeben hat, ist vor allem das Verdienst der Menschen, die ihn betrieben haben: der saarländischen Bergleute. Sie haben mit ihrer harten Arbeit nicht nur die Grundlagen gelegt für die wirtschaftliche Entwicklung im Saarland und die Energie geliefert für das Wirtschaftswunder in Deutschland. Sie haben auch unser Land, seine Werte und seinen Zusammenhalt beeinflusst wie keine andere Berufsgruppe. Die bergmännische Kameradschaft und Solidarität waren das Vorbild für den Zusammenhalt der Menschen im Saarland. Deshalb stehen wir heute vor der Aufgabe, die Erinnerung an den Bergbau am Leben zu erhalten. Es gilt, das Wissen um die bergbaulichen Wurzeln unseres Landes zu bewahren und insbesondere an die jungen Menschen weiterzugeben. Die nun virtuelle Landesausstellung DAS ERBE spielt für diese Erinnerungskultur eine zentrale Rolle. Wir wollen damit die besondere Bedeutung der vom Bergbau geprägten Zeit für die heutige und zukünftige saarländische Gesellschaft deutlich machen. Die Ausstellung DAS ERBE stellt nicht Maschinen und Fördertürme in den Mittelpunkt, sondern die Bergleute, ihr Leben, ihre Familien, ihre Kultur, ihren Einfluss auf das Zusammensein im Saarland und das, was nach dem Ende des Steinkohlebergbaus davon bleibt. Die Ausstellung macht sichtbar, wie umfangreich und vielfältig das Erbe der Bergleute für unser Land ist.
Ich wünsche den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung „DAS ERBE“ – hier in der Saarland-Staatskanzlei Open Gallery des Google Cultural Institutes –, dass sie Neues über den Bergbau im Saarland erfahren und ein tieferes Verständnis von der Arbeit unter Tage gewinnen können.

Architektur
Fördertürme und Seilscheibengerüste sind als sinnfällige Leuchttürme des Bergbaus erhalten geblieben. Alte Stollenmundlöcher mit ihren interes-santen Architekturen findet man meist erst nach gezielter Suche. Die bergmännischen Siedlungs­-bauten, die seit der Mitte des 19.Jhs. vom preußi-schen Staatsbergbau und später von den Saarberg-werken gefördert wurden, haben die Ortsbilder im Saarland auf vielfältige Weise geprägt, ob es sich nun um rote Ziegelbauten oder die heute monoton wirkenden Siedlungshäuser der 1970er Jahre handelt. Ein eigens für die Ausstellung ›Das Erbe‹ produzierter Film zeigt in einer einzigartigen Pano-ramafahrt einige dieser Bauten.

Das Konzept der Panomafahrt ist hier in der dritten Folge zu sehen: Nach der Fahrt mit der KölnMindener Eisenbahn von Oberhausen nach Dortmund 1994, den Fahrten auf der Maas bei Venlo und auf dem Niederrhein bei Düsseldorf 2002 sind die Fahrten mit einem Transporter durch Saarländische Dörfer als weiteres Glied in der Serie angesetzt.

Nach der Kohle ist vor der Kohle
Vom Ende des Bergbaus sind weit mehr Menschenbetroffen als nur die Bergleute. In 16 Interviews, die für diese Ausstellung aufgenommen wurden, sind die Reaktionen von Saarländerinnen und Saarländern zum Ende des Bergbaus und ihre Einschät-zungen zu ihrer persönlichen und zur gesellschaftlichen Zukunft festgehalten. Zur Sprache kamen ehemalige Bergleute und Jungbergleute, aber auch Familienmitglieder und Menschen aus dem sozialen Umfeld des saarländischen Bergmanns.
Schwarz und Grün
Die Steinkohle: aus Holz geboren und aus den Tiefen der Erde geborgen. Ganze Wälder wurden in den 250 Jahren saarländischer Bergbaugeschichte abgeholzt, unter anderem um die Stollen und Streben in den Gruben zu stützen. Auf der anderen Seite wurden in den vergangenen Jahren viele Waldflächen neu angelegt. Holz, aus dem theoretisch in ein paar Millionen Jahren wiederum Steinkohle entstanden sein könnte. Diese neu entstandenen Waldlandschaften wurden für die Ausstellung aus der Luft filmisch festgehalten: Im Oktober 2012 wurde bei einer langsamen Fahrt im Heißluftballon mit 6 Kameras die goldene Herbstlandschaft des Saarkohlewaldes eingefangen.

Der in den Filmaufnahmen überflogene Saarkohlenwald erstreckt sich über ein Gebiet von circa 61 Quadratkilometern von Saarbrücken bis nach Neunkirchen (Saar). Die Ausbeutung dieses Waldgebietes im großem Stil, erst zur Gewinnung von Holzkohle und dann zur Lieferung von Grubenholz für den Abbau von Kohle, setzte mit der Entwicklung des Saarlandes zum Montanrevier ein. Inzwischen hat sich das Gebiet wieder zu einem dichten Wald ausgebildet und stellt die grüne Achse des Saarlandes dar. Das mit sechs Kameras parallel aufgenommene Waldgebiet steht für einen doppelten Paradigmenwechsel: Fand im 19. Jahrhundert die Ablösung
von nachwachsendem durch fossilen Brennstoff statt, sind wir jetzt in der Phase des Übergangs von fossilen Brennstoffen zu nachwachsenden.

Memorandum
Die Exponate sind in vier Gruppenzusammengefasst: - Objekte mit den preußischen Insignien stehen für Bergfeste, die im 19. Jh. einen der Höhepunkte im Jahreslauf der Bergleute darstellten.- Bis 1959 existierten im Saarland 16 Tabak verarbeitende Betriebe. Ob in kunstvollen Porzellanpfeifen oder als Kautabak gehörte das Genussmittel über wie unter Tage zum Leben der Bergleute. - Das Symbol des Bergbaus schlechthin sind Schlägel und Eisen, die neben Schächten und Fördertürmen jeden nur erdenklichen Gegenstand – von der - In kunstvollen Fotografien, die jeweils drei unterschiedliche Ansichten vonObjekten zeigen, wurden einige der in vielen saarländischen Gemeinden quasi omnipräsenten Bergbaurelikte festgehalten.
Staatskanzlei des Saarlandes, Öffentlichkeitsarbeit
Quelle: Alle Medien
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