1914 bis 1918

Kriegsfinanzierung über Kriegsanleihen

Bundesarchiv

Die Kriegsfinanzierung durch Kriegsanleihen war für Deutschland während des Ersten Weltkriegs die Grundlage für die Aufrechterhaltung der finanziellen Kriegsbereitschaft (siehe dazu mit weiterführenden Hinweisen den Quellenkomplex Kriegsfinanzierung).

Neben den eigentlichen Zeichnungsaufrufen bediente sich die Reichsregierung einer ausdifferenzierten Propaganda. Einerseits sollten die finanziellen Vorteile von Kriegsanleihen als sichere und attraktive Geldanlage herausgestellt werden, andererseits appellierte man an patriotische Gefühle und stellte Kriegsanleihen als einen von allen Deutschen zu leistenden Beitrag zum Erreichen eines Sieges dar.

Zeichnungsaufruf für die 3. Kriegsanleihe | BArch R 2 Plak-42096-001 / o.Ang.
Kriegsanleihenplakat 1915-1918 | BArch R 2/52902

Neben den eigentlichen Zeichnungsaufrufen sollten Anzeigen, wie hier in der Zeitschrift des ADAC „Der Motorfahrer“, die finanzielle Attraktivität von Kriegsanleihen verdeutlichen. Kriegsanleihen waren demnach genauso sicher wie ein Sparbuch, mit fünf Prozent waren sie aber höher verzinst und boten – da sie handelbare Wertpapiere waren – die Chance auf Kursgewinne.

Werbeanzeige für die 5. Kriegsanleihe, 1916 | BArch R 2/42090 fol. 21
Werbeanzeige für die 5. Kriegsanleihe, 1916 | BArch R 2/42090 fol. 22

Ein zentrales Element der Kriegsanleihepropaganda war das Ansprechen patriotischer Gefühle. Alle gesellschaftlichen Gruppen sollten dadurch für Kriegsanleihen begeistert werden. Auch vor Schülern machte diese Propaganda keinen Halt, vielmehr beteiligten sich Schüler mittels Sammelanleihen an den Schulen (sogenannten Schul-Kriegsanleihen) an den Zeichnungen und entwarfen eigenes Werbematerial. Exemplarisch zeigt dies die von einem 16jährigen Schüler entworfene Zeichnungs- und Ehrenkarte zur 5. Kriegsanleihe.

"Der deutschen Jugend Heldentat 1916" | BArch R 2/42090 fol. 239v
"Der deutschen Jugend Heldentat 1916" (Rückseite) | BArch R 2/42090 fol.239v
Kinder in der Kriegsanleihepropaganda, 1917 | BArch R 2501/398

Bildunterschrift:

“Papa hat mir hundert Mark für Kriegsanleihe gegeben.”             “Aber für so'n Stück brauchst du ja bloß 98 Mark einzuzahlen.” “Au fein! Da gibt's Anleihe und Bombongs dazu!”

Frauen in der Kriegsanleihepropaganda, 1917 | BArch R 2501/398

Bildunterschrift:

“Das ist das erste Mal, daß ich Männe's Geburtstagsgeschenk nicht umzutauschen brauche: er hat mir Kriegsanleihe geschenkt.”

Soldat bei der Kriegsanleihezeichnung, 1918 | BArch R 2/44207 fol. 313

Eine Möglichkeit der Werbung war die Darstellung der vorgeblich sicheren Grundlagen für einen militärischen Erfolg und damit auch für die Kriegsanleihen als Anlageform. Noch zur 9. Kriegsanleihe im Herbst 1918 wurde mit diesem Mittel geworben.

Angebliche Sicherheit der Kriegsanleihen, 1918 | BArch R 2/52905 fol. 19v

Gezielt wurden bei der bildhaften Darstellung der deutschen Wirtschaftsstärke Einzelaspekte wie beispielsweise die chemische Industrie herausgegriffen, bei denen Deutschland im Vergleich mit den Kriegsgegnern in einem günstigen Licht erschien. Durch vorgeblich objektive Angaben zu Ausgaben für Bildung und Sozialversicherung in Deutschland und bei den Kriegsgegnern ließ sich die Werbung für die ökonomische Sicherheit mit nationalistisch gefärbter Polemik verbinden, wie bei dieser Werbung zur 9. Kriegsanleihe.

Verweis auf Deutschlands Wirtschaftsstärke, 1918 | BArch R 2/42107 fol. 15v

Polemik gegen die Kriegsgegner bei gleichzeitig beschönigender Darstellung der eigenen Lage war ein Element der Bildpropaganda für Kriegsanleihen, wie hier bei einem Werbeaufruf zur Zeichnung der 8. Kriegsanleihe.

Kriegsanleihen als Ostereier, 1918 | BArch R 2501/398

In diesem vertonten Gedicht wurde in spielerischen Reimen die Notwendigkeit von Kriegsanleihen dargestellt.

Das Lied vom feldgrauen Geld, 1917-1918 | BArch R 2501/396

“Infantrie im Schützengraben / Muß Gewehr und Kugeln haben; / Denn was hälf' der Mut dem Mann, / Wenn der Mann nicht feuern kann!” 

  [...]

 “Läßt im U-Boot der Matrose / Feindwärts das Torpedo lose, / Weiß er wohl, daß solch ein Schuß / Vieles Geld ”verpulvern“ muß!”  

  [...]

 “Deutschland kämpft mit einer Welt, / Und zum Krieg gehört auch - Geld!”

Mitwirkende: Geschichte

Quellen der Ausstellung — R 2  Reichsfinanzministerium | R 2501 Deutsche Reichsbank

Quelle: Alle Medien
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