2014 bis 2017

HATS OFF: Das Deutsche Hutmuseum

Deutsches Hutmuseum Lindenberg

Das Deutsche Hutmuseum befindet sich in einer ehemaligen Hutfabrik in Lindenberg im Allgäu, einem kleinen Ort im Süden Deutschlands. Es eröffnete am 13. Dezember 2014 und zeigt 300 Jahre des Hutgeschäfts im Kontext der Stadtgeschichte.

Das Deutsche Hutmuseum zelebriert die Geschichte, verschiedene Stile von Hüten und ihr Handwerk.

Das Deutsche Hutmuseum Lindenberg
1997 hat die Stadt das weitläufige Betriebsgelände der ehemaligen „Hutfabrik Ottmar Reich“ erworben um das repräsentativen Industriekulturdenkmal zu erhalten. Das Fabrikgebäude in dem sich heute das Hutmuseum befindet, gilt als ein wichtiger Zeitzeuge der industriellen Hutfabrikation Lindenbergs. The Hat Museum illustrates the history of millinery in the context of the town’s history, presents fashion and fabrication in a lively appearance. Lindenberg's century-old hat tradition is now being revitalized and visitors can experience it in a new way.

Das Deutsche Hutmuseum ist im schönen Lindenberg im Allgäu ansässig.

Die Geschichte der Fabrik

Lindenbergs größte Hutfabrik, die Firma Ottmar Reich, meldete 1997 Konkurs an, und die Stadt erwarb das Fabrikareal. Nur eines der Fabrikgebäude und das Kesselhaus blieben erhalten, alle anderen Bauten wurden abgerissen. Das Industriedenkmal gilt als wichtiger Zeitzeuge der industriellen Hutfabrikation in Lindenberg. Zu Hochzeiten haben hier bis zu 1200 Menschen gearbeitet. Das Gebäude selbst ist also das erste und größte Exponat.

Der Betrieb geht auf die Brüder Konrad (1802-1880) und Ottmar Reich (1822 bis 1872) zurück. Konrad arbeitete lange Zeit als Spekulant, d.h. er kaufte möglichst billig Strohgeflechte an und ließ sie dann zu Hüten verarbeiten, die er wiederum mit Gewinn auf den Märkten verkaufte. Später übernahm seine Schwägerin Theresia Reich (1826-1894) die Geschäfte und führt sie erfolgreich fort. 1838 gründeten ihre Söhne die Strohhutfabrik Ottmar Reich.

Der Wachstum und Ausbau hielten an, 1886 entstand ein weiteres Gebäude und in rascher Folge eine Bleicherei, eine Färberei, eine Dampfkesselanlage mit Kesselhaus und ein Bürogebäude. Für Ihre Arbeiter und Arbeiterinnen errichtete die Firma Reich eigene Wohnanlagen.

Die Anfänge der Strohhutherstellung in Lindenberg
Bis zum Anfang des 19. Jahrhundert dominierten Ackerbau und Getreideanpflanzung im Allgäu. Im 16. Jahrhundert war der Getreideanbau überlebenswichtig für die Lindenberger Familien, aber der Ertrag reichte nicht aus, um die Menschen zu ernähren. Um ihr Überleben zu sichern, brauchten die Menschen andere Einnahmequellen. Eine bestand darin, die übrig gebliebenen Halme weiterzuverarbeiten und daraus lange Strohborten zu flechten und zu einfachen Hüten zusammenzunähen.

Heimarbeit

Die ganze Familie half mit, aber vor allem die Frauen nähten abends und nachts Hut um Hut.

Kinderarbeit

Die Kinder wurden oft zum Flechten herangezogen. Ihnen wurde eine Zahl 'aufgl'egt', d.h. die Mutter bestimmte, wieviel Meter Stroh die Kinder am Tag flechten mussten.

Industriealisierung

Die ersten Hutfabriken wurden um 1830 gegründet; bis 1900 gab es in Lindenberg und näherer Umgebung bereits 34 Strohhuthersteller, darunter 14 Hutfabriken mit insgesamt 3000 Beschäftigten.

1913 wurden in Lindenberg bis zu 8 Millionen Hüte im Jahr hergestellt, davon fünf Millionen Herrenhüte. Deutschlands Herrenstrohhutzentrum, das "Klein-Paris" der Hutmode, lag mitten im beschaulichen Allgäu.

Handel & Export

Die fertig verpackten Hüte wurden mit dem Pferdefuhrwerk zum Bahnhof gebracht und verladen.

Sie wurden bis in die USA und nach Südamerika verkauft.

Der Niedergang der Lindenberger Hutindustrie

In den 20er-Jahren aber erfährt die Strohhutindustrie eine Krise und die Betriebe versuchen in den nächsten Jahrzehnten, mit Filz, Leder, Dralon und Pelz gegenzusteuern, was auch gelingt. Dann aber kommt mit den 60er- und 70 er Jahren eine zunehmend hutlose Mode. Sie zwingt alteingesessene Firmen, ihre Fabrikation einzustellen. Die Hutindustrie verliert ihre vorrangige Stellung im Lindenberger Wirtschaftsleben. Heute gibt es nur mehr eine namhafte Hutfabrik am Ort: die Firma Mayser GmbH & Co.KG.

Die Sammlung des Museums
Das Hutmuseum erinnert an die Zeit, in der die Ursprünge des heutigen Lindenbergs liegen. Auf 4 Etagen und 1000m2 sind über 5000 Artefakte, darunter Hunderte von Hüten, zu sehen. Darüber hinaus werden mit originalen Arbeitsgeräten und Maschinen die vielen Arbeitsschritte nachempfunden. Die verschiedenen Modestile der vergangenen Jahrhunderte zeigen unzählige Hutmodelle aus allen Epochen. Diese vermutlich bedeutendste Sammlung der Hutkultur wurde von Hans Stiefenhofer und Manfred Röhrl über mehrere Jahrzehnte zusammengetragen.

Der Matelot

Der Exportschlager und Verkaufshit Nummer eins war der Matelot. Millionenfach ging er von hier aus in die ganze Welt. Es bestanden rege Handelsbeziehungen nach Südamerika, in die USA und in ganz Europa.

Der Matelot

Wegen seiner einzigartigen Form und großen Beliebtheit trägt dieser Hut viele Namen: Matelot, Kreissäge, Butterblume, Canotier oder Boater.

Der Matelot

Gerader Rand und flacher Kopf sind seine Markenzeichen, dazu ein breites Hutband mit einer seitlichen Schleife. Er kann aus Borten zusammengenäht oder gepresst werden.

Der Matrosenhut

In der Firma Ottmar Reich ist dieser Strohhut für die kaiserlichen Matrosen von Wilhelm II. gefertigt worden.

Damenhüte

Um 1910 kamen für die Damen die erste schlichte Topf- und Glockenhüte auf, die eng am Kopf anliegen und tief ins Gesicht gezogen wurden. Ihre Form verlängerte die schlanke und sportliche Silhouette der neuen Frauenmode, die in den 1920er-Jahren zum neuen Schönheitsideal avancierte.

Der Zylinder

Die Fedora

Der Panamahut

Die Ausstellungsräume

Ansicht der Dauerausstellung

Sonderausstellungen

Die Sonderausstellungsebenen im 1. und 2. Stock bieten viel Raum für wechselnde Sonderaustellungen.

Die Kulturgeschichte des Huts

Eine Kunstinstallation von Anja Luithle, der Huttornado, empfängt den Besucher im 4. Obergeschoss. Auf sechs dunklen Stahlstangen wirbeln weiße Hüte in großzügigen Ellipsen vom Boden zur Decke empor. Die unterschiedlichen Nachbildungen von markanten Hutformen ziehen den Betrachter hinein in die abwechslungsreiche Kulturgeschichte des Hutes der letzten 300 Jahre. Dem Huttornado zugewandt, zeigen großformatige Fotografien und Bilder den zeitlichen Kontext und prägen so das Raumbild. Sie lassen die wechselnden Modeströmungen wieder aufleben und ergänzen die Inszenierungen und Exponate in den Vitrinen. So entsteht ein Querschnitt durch die modische Entwicklung des Hutes sowohl im regionalen Bezug als auch im internationalen Modegeschehen des 19., 20. und 21. Jahrhunderts. Je nach Position und Betrachtungswinkel ergeben sich verschiedene Schwerpunkte und überraschende Blickbezüge.

Die Hutfabrikation

Den Mittelpunkt der ersten Ausstellungsebene bildet das Fabrikationsregal: ein gläserner, begehbarer Kubus, der die technischen Herstellungsabläufe der Hutfabrikation verdeutlicht.

Rescherche, Werkstätten und Events
Das Hutmuseum bietet ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für Kinder und Schüler: <a href="http://www.deutsches-hutmuseum.de/vermittlung/kindergarten-und-vorschule.html">Deutsches Hutmuseum, Vermittlung</a>
Deutsches Hutmuseum Lindenberg
Mitwirkende: Geschichte
Quelle: Alle Medien
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