Die Geschichte der Tonaufnahme

Deutsche Grammophon

Von der Schellackplatte zur CD: Der Beitrag der Deutschen Grammophon zur Tonkonservierung

Der Beginn einer Industrie
Emil Berliner (20. Mai 1851 - 3. August 1929) ist der Gründer der Deutschen Grammophon und der Erfinder der Tonkonservierung. Nachdem Thomas Edison im Jahr 1878 den Phonographen entwickelt hatte, erfand Berliner die erste Platte aus Schellack und 12cm im Durchmesser. Sie konnte gepresst und in der Galvanik vervielfacht werden und hatte eine spiralförmige Rille, die von außen nach innen lief.

Berliner erfand außerdem das Grammophon, das solche Platten abspielen konnte.

Die Geburt der Tonaufnahme
Das Verfahren verläuft folgendermaßen: Die Schallquelle versetzt eine Membran in Schwingungen, die sich auf eine Nadel übertragen, die ihrerseits eine wellenförmige Rille in das Speichermaterial graviert. Um den Ton wiederzugeben, folgt eine Nadel dem Verlauf der Rille, erfasst die Schwingungen und überträgt sie auf eine Membran, die den Ton hörbar macht. Dieser wird demzufolge in einer der entsprechenden Vibration ähnlichen, d.h. »analogen«, Form gespeichert.

Am 6. Dezember 1898 gründeten die Berliner-Brüder die Deutsche Grammophon Gesellschaft mbH, die in der Kniestraße in Hannover begann, Platten herzustellen.

1895 betrug der Durchmesser der Platten nunmehr 17 cm, die Spieldauer 1:30 Minuten bei etwa 70 UpM. Sie erhöhten sich auf 78,26 UpM mit der Entwicklung der Elektromotoren. Hier eine der vielen 78er Platten von Caruso aus dem Jahre 1907.

1901 erschienen die ersten Schallplatten mit 25 cm Durchmesser. 1903 gab es dann Platten mit 30 cm Durchmesser, sodass die Spielzeit einer Seite bis zu fünf Minuten betrug.

Die elektrische Aufnahme ermöglichte zweifellos größere Klangtreue. Die Einführung des elektro-akustischen Aufnahmeverfahrens im Jahr 1925 und des elektrischen Lautsprechers zwei Jahre später verbesserten die Hörqualität maßgeblich. Die mechanische Übertragung der Vibrationen auf eine Nadel machte Mikrophon und Verstärker Platz. Erneuerung 1934: Nach Einführung der »High Fidelity« (HiFi), erstreckte sich die Bandbreite der aufgenommenen Frequenzen jetzt von 30 bis 8.000 Hz, was die Tonqualität nochmals erhöhte. Dies ist die Aufnahme von Erna Sack, »Ein Blumenstrauß« von 1936.

Innovationen nach dem Krieg
Nach dem Krieg war die Rückkehr zur Normalität das Ziel der Deutschen Grammophon, ohne das technische Know-how zu verlieren – soweit die schwierigen Verhältnisse das zuließen. Die Tage der 78er-Platte waren gezählt. 1946 systematisierte die Deutsche Grammophon als erstes Label den Einsatz der Tonbandaufnahme und nutzte damit die bahnbrechenden Entwicklungen deutscher Ingenieure während des Zweiten Weltkriegs.
Die Vinyl-LP
Die ersten Langspielplatten verließen die Fabrik in Hannover 1951. Hergestellt aus Polyvinylchlorid (PVC), wurden sie in zwei Größen angeboten: 25 cm (15 Min. Spieldauer pro Seite) und 30 cm (30 Min.) mit gleicher Umdrehungsgeschwindigkeit von 33 1/3 UpM. Gemeinsames Merkmal der Plattenhüllen dieser Jahre ist der gelbe Mittelstreifen.

Dr. Hans-Werner Steinhausen kam 1950 als technischer Direktor zur Deutschen Grammophon. Er legte strikte Regeln für die Plattenproduktion fest. Die Qualität hatte jedoch ihren Preis: Als der durchschnittliche Arbeitslohn 350 DM betrug, kostete eine Schallplatte aus der Fabrik in Hannover etwa 24 DM.

1953 auf den Markt gebracht, hatte die 45er-Polyethylen-Schallplatte (17 cm Durchmesser und fünf Minuten Spielzeit pro Seite) phänomenalen Erfolg im Bereich der Unterhaltungsmusik. Sie wurde auch für kleinere Werke aus der klassischen Musik benutzt. Diese Aufnahme der »Kleinen Nachtmusik« spielte Eugen Jochum mit einem Kammerorchester ein.

Die Stereophonie
Der fast abstrakte Fixpunkt ohne räumliche Tiefe macht nunmehr einem zweidimensionalen Klangbild Platz. Die ersten von der Deutsche Grammophon aufgenommenen Stereo-Platten erschienen 1958: »Also sprach Zarathustra« von Richard Strauss, eingespielt in Berlin mit Karl Böhm am Pult.
Der Aufstieg der Compact Disc
Die Klangwiedergabe änderte sich durch die CD radikal. Interessanterweise entspricht der Durchmesser des neuen Mediums (12 cm) bis auf wenige Millimeter genau dem der ersten Schallplatten von Emil Berliner! Herbert von Karajan konnte die CD-Revolution nicht unbeteiligt an sich vorübergehen lassen. Hier sieht man ihn 1981 in Salzburg mit Sony-Chef Akio Morita bei der Präsentation des neuen Tonträgers.

Das Aufnahmeverfahren wurde ebenfalls digital: 1994 wurde Mahlers 8. Sinfonie mit Abbado als erste 24-bit Mehrspuraufnahme festgehalten, was einen der wichtigsten Entwicklungsschritte der "4D Tonaufnahme" darstellte.

Claudio Abbado: Mahler - Symphony No. 8 in E-Flat Major - "Symphony of a Thousand" - "Neige, neige, du Ohnegleiche"
Mitwirkende: Geschichte

Pierre-Henri Verlhac
Rémy Louis

Quelle: Alle Medien
Der vorgestellte Beitrag wurde möglicherweise von einem unabhängigen Dritten erstellt und spiegelt nicht zwangsläufig die Ansichten der unten angegebenen Institutionen wider, die die Inhalte bereitgestellt haben.
Mit Google übersetzen
Startseite
Erkunden
In der Nähe
Profil