06.05.2018 bis 28.07.2018

Die Bamberger Apokalypse

Staatsbibliothek Bamberg

Alle Miniaturen der Handschrift Bamberg, Staatsbibliothek, Msc.Bibl.140

Folio 1 recto:
Die Übergabe der Offenbarung mit Autorenbild

Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, damit er seinen Knechten zeigt, was bald geschehen muss (Apc 1, 1).

Der Gottessohn beugt sich weit aus dem Wolkenzwickel und legt das Buch der Offenbarung, die Apokalypse, in die verhüllten Hände des unter ihm in die Knie sinkenden Johannes. Der Vorderdeckel des Buches ist mit sieben runden Scheiben, den Siegeln, verziert.

Folio 1 verso:
Anfang des lateinischen Texts
Apocalipsis ihesu christi quam dedit deus...
(Die Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat... Apc 1,1)

Volldigitalisat der Handschrift

Folio 3 recto:
Die Leuchtervision

Da wandte ich mich um, weil ich sehen wollte, wer zu mir sprach. Als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der wie ein Mensch aussah; er war bekleidet mit einem Gewand, das bis auf die Füße reichte, und um die Brust trug er einen Gürtel aus Gold. Sein Haupt und seine Haare waren weiß wie weiße Wolle, leuchtend weiß wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen; seine Beine glänzten wie Golderz, das im Schmelzofen glüht, und seine Stimme war wie das Rauschen von Wassermassen. In seiner Rechten hielt er sieben Sterne, und aus dem Mund kam ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Gesicht leuchtete wie die machtvoll strahlende Sonne (Apc 1, 12-16).

Von rechts unten blickt Johannes nach oben zur Erscheinung des Menschensohns und beschattet mit der Rechten seine vom himmlischen Glanz der Vision geblendeten Augen.

Über ihm erscheint Christus ohne Kreuznimbus zwischen sieben brennenden Leuchtern. Ein Schwert schwebt vor seinem Mund, und sieben kreisrunde Sterne umgeben seine im Redegestus ausgestreckte Hand. Er trägt einen breiten, goldenen Gürtel um die Taille und hält diesmal ein siegelloses Buch.

Die sieben Visionen zur Erteilung der Schreibaufträge sind auf vier teilweise doppelzonige Miniaturen verteilt. In jeder Darstellung erscheint Johannes als weißhaariger Greis mit seinen Schreibutensilien, die aus einem Buch bzw. Rolle und einer Schreibfeder bestehen, vor zeichenhaft dargestellten Stadtansichten, die die jeweiligen Gemeinden der Briefadressaten symbolisieren sollen.

Vom Himmelssegment aus befiehlt Christus als Halbfigur mit weit ausgestreckter Handgebärde und flatterndem Mantelzipfel Johannes die Abfassung der Briefe. Der Gottessohn hält in seiner Linken entweder eine Buchrolle oder ein Buch.

Folio 4 verso:
Die Schreibaufträge für Ephesus und Smyrna

An den Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe ... An den Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe ... (Apc 2, 1-7, 8-11).

Johannes ist hier anders als in den folgenden Miniaturen nur einmal mit zwei Baugruppen dargestellt. Er trägt auch nur in diesem Bild einen silbernen Gürtel und präsentiert ein aufgeschlagenes Buch, in dem Schriftzeichen angedeutet sind.

Folio 6 verso:
Die Schreibaufträge für Pergamon und Thyatira

An den Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe ... An den Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe ... (Apc 2, 12-17, 18-29).

In dem doppelzonigen Bild erscheinen Johannes und Christus jeweils einmal im oberen und einmal im unteren Register vor einer Stadtarchitektur.

Folio 8 recto:
Die Schreibaufträge für Sardes und Philadelphia

An den Engel der Gemeinde in Sardes schreibe ... An den Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe ... (Apc 3, 1-6, 7-13).

In dem doppelzonigen Bild erscheinen Johannes und Christus jeweils einmal im oberen und einmal im unteren Register vor einer Stadtarchitektur.

Folio 9 recto:
Der Schreibauftrag für Laodizea

An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe ... (Apc 3, 14-22).

Johannes und Christus vor einer Stadtarchitektur.

Folio 10 verso:
Der thronende Christus im Himmel und die Ältesten

... Und ich sah: Ein Thron stand im Himmel; auf dem Thron saß einer, der wie ein Jaspis und ein Karneol aussah. Und über dem Thron wölbte sich ein Regenbogen, der wie ein Smaragd aussah. Und rings um den Thron standen vierundzwanzig Throne und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste in weißen Gewändern und mit goldenen Kränzen auf dem Haupt. Von dem Thron gingen Blitze, Stimmen und Donner aus. Und sieben lodernde Fackeln brannten vor dem Thron; das sind die sieben Geister Gottes. Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte, rings um den Thron waren vier Lebewesen voller Augen, vorn und hinten. Das erste Lebewesen glich einem Löwen, das zweite einem Stier, das dritte sah aus wie ein Mensch, das vierte glich einem fliegenden Adler. Und jedes der vier Lebewesen hatte sechs Flügel, außen und innen voller Augen ... (Apc 4, 1-8).

In einer Mandorla sitzt Christus mit Kreuznimbus und Buchrolle segnend auf einem edelsteingeschmückten Strahlenbogen. Als Maiestas Domini umgeben ihn die vier, sechsfach geflügelten Evangelistensymbole: der Matthäus-Engel und Johannes-Adler (oben links und rechts), der Markus-Löwe und Lukas-Stier (unten links und rechts).

Die Füße des Herrn ruhen auf der Erdkugel aus einer grünen Scheibe mit blauem und rotem Ring für Wasser und Firmament. Von ihr gehen fünf Blitze aus. In der unteren Zone stehen verehrend acht weißbärtige Älteste in zwei Vierergruppen mit goldenen Kronen auf ihren Häuptern. Sie haben sieben Füllhörner erhoben, aus denen kleine Flämmchen aufsteigen. Zwischen ihnen erscheint als Personifikation des Gläsernen Meeres der Kopf des Okeanus mit wellenförmig auseinander gezogenen Haaren.

Folio 11 verso:
Die Huldigung der Ältesten und das versiegelte Buch

Und wenn die Lebewesen dem, der auf dem Thron sitzt und in alle Ewigkeit lebt, Herrlichkeit und Ehre und Dank erweisen, dann werfen sich die vierundzwanzig Ältesten vor dem, der auf dem Thron sitzt, nieder und beten ihn an, der in alle Ewigkeit lebt. Und sie legen die goldenen Kränze vor seinem Thron nieder ... Und ich sah auf der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, eine Buchrolle; sie war innen und außen beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt ... (Apc 4, 9-11 und 5, 1).

Oben: Unter sieben brennenden Rauchwerkschalen legen acht Älteste als Kronen sichelförmige Kränze vor dem Thron nieder. Christus hält eine Hand redend erhoben und im Schoß das geschlossene, siebenfach versiegelte Buch.

Unten: Johannes mit Buch weist im Redegestus nach oben. Ein Engel weist mit erhobenem Finger auf die Vision.

Folio 13 verso:
Das Lamm Gottes auf dem Thron

Und ich sah auf der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, eine Buchrolle; sie war innen und außen beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt ... Zwischen dem Thron und den vier Lebewesen und mitten unter den Ältesten stand das Lamm; es sah aus wie geschlachtet und hatte sieben Hörner und sieben Augen; die Augen sind die sieben Geister Gottes, die über die Erde ausgesandt sind (Apc 5, 1-6).

Oben: Zwischen zwei Seraphim in hellen Tuniken, deren sechs Flügel mit Augen verziert sind, liegt auf einem Thron aus einer zinnenbekränzten Mauerarchitektur das siebenfach verschlossene Buch. Auf ihm steht das aus der Brustwunde blutende Lamm Gottes mit Kreuznimbus. Sein Kopf hat sieben Augen und sieben Hörner.

Unten: Johannes steht links, ihm gegenüber der nach oben weisende Engel.

Folio 14 recto:
Der erste apokalyptische Reiter

Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel ... Da sah ich ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen. Ein Kranz wurde ihm gegeben, und als Sieger zog er aus, um zu siegen (Apc 6, 1).

Der Reiter mit fliegender Mantelfahne, der den Krieg zwischen den Völkern bringt, sitzt auf einem fahlfarbenen, nicht auf einem weißen Pferd und spannt einen Pfeil im Bogen. Ein dunkelbraunes Lamm bringt ihm einen juwelengeschmückten Siegeskranz. Der Maler verwendete für das Pferd ein gelbliches Ocker, um der im Text genannten Helligkeit zu entsprechen, denn Weiß wurde nie als Flächenfarbe benutzt.

Folio 14 verso:
Der zweite apokalyptische Reiter

Als das Lamm das zweite Siegel öffnete ... erschien ein anderes Pferd; das war feuerrot. Und der, der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben (Apc 6, 3-4).

Der Reiter auf einem rotbraunen statt feuerroten Pferd, der den Krieg bringt, hat sein Schwert gezückt. Ein helles Lamm hält zwischen seinen Hufen das geschlossene Buch.

Folio 15 recto:
Der dritte apokalyptische Reiter

Als das Lamm das dritte Siegel öffnete ... sah ich ein schwarzes Pferd; und der, der auf ihm saß, hielt eine Waage (Apc 6, 5).

Der Reiter auf einem dunklen, aber nicht schwarzen Pferd, der die Teuerung bringt, hält eine Waage in der Hand. Ein helles Lamm bringt ihm einen juwelengeschmückten Siegeskranz.

Folio 15 verso:
Der vierte apokalyptische Reiter

Als das Lamm das vierte Siegel öffnete ... sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt der Tod (Apc 6, 7).

Der Reiter auf dem ockerfarbenen Pferd, der den Menschen den Tod durch Seuchen, Hunger und Kriege bringt, trägt kein Attribut. Ein dunkles Lamm bringt ein offenes Buch, von dem als Zeichen für die Öffnung der ersten Siegel vier rote Bänder herabhängen.

Folio 16 verso:
Die Märtyrer unter dem Altar

Als das Lamm das fünfte Siegel öffnete ... sah ich unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugnisses, das sie abgelegt hatten. Sie riefen mit lauter Stimme: Wie lange zögerst du noch Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, Gericht zu halten und unser Blut an den Bewohnern der Erde zu rächen? Da wurde jedem von ihnen ein weißes Gewand gegeben ... (Apc 6, 9-11).

In der Mitte einer viergeteilten Bildfläche steht das Lamm Gottes mit blutender Seitenwunde auf einem kastenförmigen Altar, der mit einer kostbaren Decke bedeckt ist. Auf ihr liegen kreuzförmig zwei palliumähnliche weiße Bänder mit schwarzen Kreuzen.

Darunter krümmen sich zwei Gruppen von je fünf heftig gestikulierenden Männern, die nach Rache schreienden Märtyrer. Einige bluten an den Hälsen und einige tragen mit roten und schwarzen Kreuzen besetzte Stolen, mit denen sonst Erzbischöfe ausgezeichnet werden. Der Märtyrer ganz rechts außen wendet sich als einziger von der Gruppe ab, schaut nach oben und hält seine Hand schirmend über die Augen.

Folio 17 verso:
Die Zurückhaltung der Winde

Danach sah ich: Vier Engel standen an den vier Ecken der Erde. Sie hielten die vier Winde der Erde fest, damit der Wind weder über das Land noch über das Meer wehte, noch gegen irgendeinen Baum (Apc 7, 1-2).

Oben und unten bannen jeweils zwei Engel in Dreiviertelfigur durch Blick und Redegestus vier gehörnte Windköpfe in den Ecksegmenten. Sie hindern die Winde dadurch, dunkle Strahlen aus ihren Mündern zu blasen.

Folio 18 verso:
Die Huldigung des Lammes durch die Auserwählten

Danach sah ich: eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen ... Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen. Sie riefen mit lauter Stimme: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm (Apc 7, 9-10).

Oben: Sieben barfüßige Männer mit grünen Palmwedeln, von denen drei schlichte, weiße Stolen tragen, neigen sich verehrend vor dem Lamm Gottes auf dem Schollenberg.

Johannes steht links unten mit Buch und blickt zum Lamm empor, seine Hand ist im Segens- oder Redegestus erhoben. Der Engel neben ihm erklärt das Geschehen.

Folio 19 verso:
Die Posaunenengel und der Engel mit dem Rauchfass

Als das Lamm das siebente Siegel öffnete, trat im Himmel Stille ein, etwa eine halbe Stunde lang. Und ich sah: Sieben Engel standen vor Gott; ihnen wurden sieben Posaunen gegeben. Und ein anderer Engel kam und trat mit einer goldenen Räucherpfanne an den Altar, ihm wurde viel Weihrauch gegeben, den er auf dem goldenen Altar vor dem Thron verbrennen sollte ... Dann nahm der Engel die Räucherpfanne, füllte sie mit glühenden Kohlen, die er vom Altar nahm, und warf sie auf die Erde ... (Apc 8, 1-5).

Oben: Sieben Engel blasen die erhobenen Posaunen.

Unten: Der Engel vor dem Altar schüttet glühende Kohlen aus einem Weihrauchfass auf den Boden. Rechts unten erscheint als Halbfigur der erstaunte Johannes mit Buch.

Folio 20 recto:
Das Blasen der ersten Posaune

Der erste Engel blies seine Posaune. Da fielen Hagel und Feuer, die mit Blut vermischt waren, auf das Land. Es verbrannte ein Drittel des Landes, ein Drittel der Bäume und alles grüne Gras (Apc 8, 7).

Rechts erscheint Johannes als Halbfigur hinter einem Hügel und blickt mit trauernd ans Kinn gelegter Hand zum Engel empor. Die drei Kreissegmente am Boden stehen für Erde, Bäume und Gräser. In den kahlen Bodenschollen (links), den Bäumchen mit Schirmblättern (Mitte) und der Blumenwiese (rechts) brennen jeweils zum Zeichen des begonnenen Zerstörungswerkes rote Flämmchen.

Folio 20 verso:
Das Blasen der zweiten Posaune

Der zweite Engel blies seine Posaune. Da wurde etwas, das einem großen brennenden Berg glich, ins Meer geworfen. Ein Drittel des Meeres wurde zu Blut. Und ein Drittel der Geschöpfe, die im Meer leben, kam um, und ein Drittel der Schiffe wurde vernichtet (Apc 8, 8-9).

Von rechts weist Johannes (Halbfigur) mit erregter Gebärde auf den Engel, der die zweite Posaune bläst. Der Wasserstreifen unter ihm ist dreigeteilt. Im linken Segment leuchten auf dunkelgrauen Wellen rote Flämmchen; das mittlere zeigt rotgefärbtes Wasser, in dem Fische schwimmen; im rechten befindet sich ein gekentertes Schiff.

Folio 21 recto:
Das Blasen der dritten Posaune

Der dritte Engel blies seine Posaune. Da fiel ein großer Stern vom Himmel, er loderte wie eine Fackel und fiel auf ein Drittel der Flüsse und auf die Quellen. Der Name des Sterns ist ‘Wermut’. Ein Drittel des Wassers wurde bitter, und viele Menschen starben durch das Wasser, weil es bitter geworden war (Apc 8, 10-11).

Von rechts weist Johannes (Dreiviertelfigur) auf den Engel, durch dessen Blasen ein viereckiger Stern mit langen Strahlen am Himmel erscheint. Über einer schmalen Wasserzone sterben zwei nackte Menschen in Verrenkungen.

Folio 21 verso:
Das Blasen der vierten Posaune

Der vierte Engel blies seine Posaune. Da wurde ein Drittel der Sonne und ein Drittel des Mondes und ein Drittel der Sterne getroffen, so dass sie ein Drittel ihrer Leuchtkraft verloren und der Tag um ein Drittel dunkler wurde und ebenso die Nacht. Und ich sah und hörte: Ein Adler flog hoch am Himmel und rief mit lauter Stimme: Wehe! Wehe! Wehe den Bewohnern der Erde! Noch drei Engel werden Posaunen blasen (Apc 8, 12-13).

Die Illustration ist in zwei Bildstreifen aufgeteilt, die den Text einschließen.

Oben: An den Bildrändern stehen sich der Posaune blasende Engel (links) und Johannes (rechts) gegenüber. Zwischen ihnen verdunkeln sich am Himmelsstreifen Sonne, Mond und neun runde Sterne jeweils zu einem Drittel.

Unten: Vor Johannes, der erschreckt die Hand hebt, erscheint ein überlebensgroßer Adler mit Nimbus, der sich wehe schreiend zu ihm zurückwendet.

Folio 23 recto:
Das Blasen der fünften Posaune

Der fünfte Engel blies seine Posaune. Da sah ich einen Stern, der vom Himmel auf die Erde herabgefallen war; ihm wurde der Schlüssel zu dem Schacht gegeben, der in den Abgrund führt. Und er öffnete den Schacht des Abgrunds. Da stieg Rauch aus dem Schacht auf, wie aus einem großen Ofen, und Sonne und Luft wurden verfinstert durch den Rauch aus dem Schacht.

Aus dem Rauch kamen Heuschrecken über die Erde ... Und die Heuschrecken sehen aus wie Rosse, die zur Schlacht gerüstet sind; auf ihren Köpfen tragen sie etwas, das goldschimmernden Kränzen gleicht, und ihre Gesichter sind wie Gesichter von Menschen, ihr Haar ist wie Frauenhaar, ihr Gebiss wie ein Löwengebiss, ihre Brust wie ein eiserner Panzer; und das Rauschen ihrer Flügel ist wie das Dröhnen von Wagen ... Sie haben Schwänze und Stacheln wie Skorpione ... (Apc 9, 1-11).

Johannes steht als Halbfigur rechts unten, über ihm auf Erdschollen der Posaune blasende Engel. Durch sein Blasen stürzt neben der feurig brennenden Sonne ein kleiner, roter Stern vom Himmel in einen Brunnen. Dadurch öffnet sich der Abgrund.

Aus ihm entsteigen neben dünn gekräuselten, dunklen Rauchwölkchen zwei geflügelte Heuschreckenrosse. Ihre pferdeähnlichen Körper sind zur Hälfte mit Plattenpanzern gerüstet. Sie haben Flügel und Schlangenschwänze. Auf ihren Köpfen tragen sie Kronen, ihr Haar ist lang und strähnig, und sie fletschen ihre Zähne.

Folio 24 verso:
Das Blasen der sechsten Posaune

Der sechste Engel blies seine Posaune. Da hörte ich eine Stimme, die von den vier Hörnern des goldenen Altars her kam, der vor Gott steht. Die Stimme sagte zu dem sechsten Engel, der die Posaune hält: Binde die vier Engel los, die am großen Strom, am Eufrat gefesselt sind. Da wurden die vier Engel losgebunden ... Und so sehen die Pferde und die Reiter in der Vision aus: Sie trugen feuerrote, rauchblaue und schwefelgelbe Panzer. Die Köpfe der Pferde glichen Löwenköpfen und aus ihren Mäulern schlug Feuer, Rauch und Schwefel ... Ihre Schwänze glichen Schlangen, die Köpfe haben, mit denen sie Schaden zufügen können (Apc 9, 13-19).

Das Bild gliedert sich in zwei Register mit zwei unmittelbar aufeinander folgenden Ereignissen.

Oben: Über den schematisch stilisierten Wellen des Euphrat befinden sich vier Engel mit gefesselten Händen, die ein Drittel der Menschheit töten werden. Der Posaune blasende Engel rechts oben beginnt beim zweiten Engel von rechts die Handfesseln zu lösen. In der linken Bildecke erscheint hinter einem Altar mit goldener Decke und zwei kreuzförmig übereinander gelegten, weißen Bändern mit roten Kreuzen die weisungsgebende Hand Gottes vor einem Kreuznimbus.

Unten: Vor Johannes als Halbfigur in der linken unteren Ecke galoppieren drei unheilbringende Reiter auf feuer- und aschespeienden Pferden mit Schlangenschwänzen über drei Leichen am Boden.

Folio 25 verso:
Der Engel mit dem Buch

Und ich sah: Ein anderer gewaltiger Engel kam aus dem Himmel herab; er war von einer Wolke umhüllt, und der Regenbogen stand über seinem Haupt. Sein Gesicht war wie die Sonne, und seine Beine waren wie Feuersäulen. In der Hand hielt er ein kleines, aufgeschlagenes Buch. Er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken auf das Land und rief laut, so wie ein Löwe brüllt ... (Apc 10, 1-3).

Vor Johannes erscheint ein überlebensgroßer Engel mit dem geöffneten Buch, der mit einem Fuß auf Erdschollen und mit dem anderen auf ein dreistreifiges Wassersegment tritt.

Folio 26 verso:
Der Engel reicht Johannes das Buch

Dann wurde mir ein Messstab gegeben, der aussah wie ein Stock, und mir wurde gesagt: Geh, miss den Tempel Gottes und den Altar und zähle alle, die ihn anbeten (Apc 11, 1).

Der Engel des vorangegangenen Bildes tritt ein zweites Mal auf. Er überreicht Johannes neben dem Buch, das er verschlingen soll, eine gekerbte Messlatte zum Ausmessen des Tempels. Das zwischen ihnen stehende Gotteshaus ist ein Saalbau mit kreuzbekröntem Dachreiter; er hat einen Vorhof und eine Ringmauer mit Zinnenkranz.

Folio 27 verso:
Die beiden Zeugen und das Tier

Und ich will meinen zwei Zeugen auftragen, im Bußgewand aufzutreten und prophetisch zu reden ... Wenn sie ihren Auftrag als Zeugen erfüllt haben, wird sie das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, bekämpfen, besiegen und töten. Und ihre Leichen blieben auf der Straße der großen Stadt liegen ... Aber nach den dreieinhalb Tagen kam von Gott her wieder Lebensgeist in sie, und sie standen auf (Apc 11, 3-11).

Oben: Die zwei weißbärtigen Propheten, die meist als Elias und Enoch bezeichnet werden, stehen sich in langen, aus Säcken gemachten Kleidern heftig gestikulierend gegenüber.

Unten, linke Bildhälfte: Nachdem die beiden Propheten Zeugnis abgelegt haben, kauern sie ängstlich vor dem Drachen, der sie töten wird.

Unten, rechte Bildhälfte: Die beiden nach drei Tagen auferstandenen Propheten stehen sich wie am Anfang gestikulierend gegenüber.

Folio 28 verso:
Das Blasen der siebten Posaune

Der siebente Engel blies seine Posaune. Da ertönten laute Stimmen im Himmel ... Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen sitzen, warfen sich nieder, beteten Gott an ... (Apc 11, 16-17).

Über der Halbfigur des Johannes erscheint in der unteren linken Ecke der segnende Christus mit offenem Buch in einer Mandorla auf einem goldenen Bogen sitzend. Er wird von acht weißhaarigen, bärtigen Ältesten mit kugelbesetzten Stufenkronen verehrt. Über ihnen erscheint der Posaune blasende Engel.

Folio 29 verso:
Die apokalyptische Frau und der Drache

Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar ... Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, der Mond unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf den Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn ... (Apc 11, 19 und 12, 1-5).

Am Himmel erscheint eine Frau, die auch als Sonnenfrau oder apokalyptisches Weib bezeichnet wird, frontal aufgerichtet in einem reich mit Schmuckbordüren verzierten Purpurgewand barfuß auf der Mondsichel. Ihre strähnigen, blonden Haare sind in antikischer Manier in der Mitte zu einem Schleifenknoten zusammengebunden. Hinter ihrem Kopf erscheint wie ein Nimbus die Sonne als zwölfzackiges Strahlenrad mit Kugeln (Sternen) an den Enden. Die Frau zieht ihren gerade geborenen, nackten Knaben zu sich heran und schützt ihn mit der ausgestreckten Linken vor dem Angriff des geflügelten Drachen.

Der Nacken des Drachen ist mit sechs kleinen, zehnfach gehörnten Schlangenköpfchen besetzt. Um die Bedeutung dieser Erscheinung als Sinnbild der Kirche (Ekklesia/Maria) anzudeuten, erscheint neben der Frau im Hintergrund oben rechts eine Basilika mit der Bundeslade in der geöffneten Pforte.

Folio 30 verso:
Der Kampf mit dem Drachen

Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel (Apc 12, 7-8).

Zwei gleichartige, weitgehend symmetrisch einander zugeordnete Engel vor Goldgrund unterwerfen mit Schild und Lanze jeweils einen sich windenden Drachen.

Sie stoßen den Untieren ihre Lanze ins geöffnete Maul und drücken sie im unteren, dunkel grundierten Bildfeld zusammen. Auf eine Auszeichnung des Erzengels Michael, der als Anführer der Himmlischen Heerscharen den Drachen besiegt, wurde verzichtet.

Folio 31 verso:
Die Flucht der apokalyptischen Frau

Als der Drache erkannte, dass er auf Erden gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Sohn geboren hatte. Aber der Frau wurden die beiden Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste an ihren Ort fliegen konnte ... Die Schlange spie einen Strom von Wasser aus ihrem Rachen hinter der Frau her, damit sie von den Fluten fortgerissen werde. Aber die Erde kam der Frau zu Hilfe; sie öffnete sich und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen gespien hatte (Apc 12, 13-16).

Die apokalyptische Frau mit Strahlenkranz hat zwei Flügel bekommen, mit denen sie am Himmel schwebt. Sie entkommt dem siebenköpfigen Drachen, weil die Erde in Form eines kleinen, unter ihr schwebenden Schollenhügels den todbringenden Wasserschwall verschluckt, den das Untier ausspeit.

Folio 32 verso:
Das Tier aus dem Meer

Und ich sah: Ein Tier stieg aus dem Meer, mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf seinen Hörnern trug es zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen, die eine Gotteslästerung waren. Das Tier, das ich sah, glich einem Panther, seine Füße waren wie Tatzen eines Bären und sein Maul wie das Maul eines Löwen ... Einer seiner Köpfe sah aus wie tödlich verwundet ... (Apc 13, 1-3).

Johannes steht als Halbfigur hinter einem Wassersegment, dem eine riesige, pantherähnliche Bestie mit Löwenkopf und Bärentatzen entsteigt. Seine Mähne ist zottelig und sein Hinterteil spiralförmig aufgerollt.

Folio 33 verso:
Das Tier aus der Erde

Und ich sah: Ein anderes Tier stieg aus der Erde herab. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm, aber es redete wie ein Drache. Die ganze Macht des ersten Tieres übte es vor dessen Augen aus. Es brachte die Erde und ihre Bewohner dazu, das erste Tier anzubeten, dessen tödliche Wunde geheilt war (Apc 13, 11-12).

Johannes weist als Halbfigur auf den riesigen, geflügelten Drachen mit Widderhörnern, der zwischen einem Wasser- und Erdstreifen aus dem Boden steigt.

Das Tier wendet den Kopf zu einer siebenköpfigen Männergruppe, welche die satanische Macht verehren.

Folio 34 verso:
Die Anbetung des Lammes

Und ich sah: Das Lamm stand auf dem Berg Zion, und bei ihm waren hundertvierundvierzigtausend; auf ihrer Stirn trugen sie seinen Namen und den Namen seines Vaters (Apc 14, 1).

Johannes mit Buch sieht als Dreiviertelfigur zum Lamm Gottes auf einem hohen Schollenberg (Zion) empor. Das Tier wird links und rechts von einer zehnköpfigen, barfüßigen Männergruppe verehrt, die für die 144.000 Auserwählten steht.

Folio 35 verso:
Die Ankündigung des Gerichts

Dann sah ich: Ein anderer Engel flog am Himmel. Er hatte den Bewohnern der Erde ein ewiges Evangelium zu verkünden ... Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen ... Ein zweiter folgte und rief: Gefallen, gefallen ist Babylon ... Ein dritter folgte ihnen und rief mit lauter Stimme: Wer das Tier und sein Standbild anbetet ... der muss den Wein des Zornes Gottes trinken ... und er wird mit Feuer und Schwefel gequält (Apc 14, 6-10).

Drei Engel fliegen übereinander gestaffelt am Himmel und künden durch Redegesten das bevorstehende Gericht an.

Folio 37 recto:
Der Menschensohn auf der Wolke

Dann sah ich eine weiße Wolke. Auf der Wolke thronte einer, der wie ein Menschensohn aussah. Er trug einen goldenen Kranz auf dem Haupt und eine scharfe Sichel in der Hand. Und ein anderer Engel kam aus dem Tempel und rief dem, der auf der Wolke saß, mit lauter Stimme zu: Schick Deine Sichel aus, und ernte! Denn die Zeit zu ernten ist gekommen: Die Frucht der Erde ist reif geworden. Und der, der auf der Wolke saß, schleuderte seine Sichel über die Erde, und die Erde wurde abgeerntet. Und ein anderer Engel trat aus dem himmlischen Tempel. Auch er hatte eine scharfe Sichel. Vom Altar her kam noch ein anderer Engel, der die Macht über das Feuer hatte. Dem, der die scharfe Sichel trug, rief er mit lauter Stimme zu: Schick deine scharfe Sichel aus, und ernte die Trauben vom Weinstock der Erde ... (Apc 14, 14-18).

Johannes mit Buch und Feder als Dreiviertelfigur in der oberen linken Bildhälfte erhält von der Hand Gottes aus dem Himmelssegment rechts den Auftrag, seine Vision aufzuschreiben.

Christus sitzt mit Krone, Kreuznimbus, Buch und Sichel auf einer gelben Wolke. Unter ihm befindet sich ein Erdstreifen mit drei Weinstöcken und einem Ährenfeld.

Aus der geöffneten Tempeltür drängen zwei Engel. Der obere redet auf den Herrn ein, die Ernte zu beginnen; der untere macht sich mit einer Sichel an die Arbeit.

Folio 38 verso:
Die sieben Engel mit den Schalen

Dann sah ich ein anderes Zeichen am Himmel, groß und wunderbar. Ich sah sieben Engel mit sieben Plagen, die sieben letzten, denn in ihnen erreicht der Zorn Gottes sein Ende. Dann sah ich etwas, das einem gläsernen Meer glich und mit Feuer durchsetzt war. Und die Sieger über das Tier, über das Standbild und über die Zahl seines Namens standen auf dem gläsernen Meer und trugen die Harfen Gottes (Apc 15, 1-2).

Oben: Sieben Engel mit Füllhörnern stehen in einer Reihe nebeneinander. Der vorderste, dem eine himmlische Gestalt, vielleicht der Matthäus-Engel, gerade ein Füllhorn überreicht, gießt gleichzeitig eine zweite Schale in einem roten Strahl aus.

Unten: Sechs paarweise einander zugeordnete Männer, die Schar der Bewährten, in kurzen Tuniken mit bunten Mänteln stehen auf dem Gläsernen Meer und spielen auf erhobenen Harfen.

Folio 39 verso:
Das Ausgießen der ersten drei Schalen

Dann hörte ich, wie eine laute Stimme aus dem Tempel den sieben Engeln zurief: Geht und gießt die sieben Schalen mit dem Zorn Gottes über die Erde. Der erste ging und goss seine Schale über das Land. Da bildete sich ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Kennzeichen des Tieres trugen und sein Standbild anbeteten. Der zweite Engel goss seine Schale über das Meer. Da wurde es zu Blut, das aussah wie das Blut eines Toten; und alle Lebewesen im Meer starben. Der dritte goss seine Schale über die Flüsse und Quellen. Da wurde alles zu Blut (Apc 16, 1-4).

Oben: Drei Engel gießen aus ihren Füllhörnern die Plagen als rote Strahlen auf drei Erdsegmente aus.

Unten: Der Standstreifen ist in drei unterschiedliche Segmente für Erde, Flüsse und Quellen aufgeteilt. Ganz links gestikulieren drei bekümmert drein blickende Männer, von denen der linke eine kleine, blutende Wunde unter dem Kinn hat. In der Mitte schwimmen sterbende oder tote Fische im blutigen Meer. Im rechten Segment brechen aus drei Schollen Quellen hervor.

Folio 40 verso:
Das Ausgießen der vierten bis sechsten Schale

Der vierte Engel goss seine Schale über die Sonne. Da wurde ihr Macht gegeben, mit ihrem Feuer die Menschen zu verbrennen ... Der fünfte Engel goss seine Schale über den Thron des Tieres. Da kam Finsternis über das Reich des Tieres und die Menschen zerbissen sich vor Angst und Schmerz die Zunge ... Der sechste Engel goss seine Schale über den großen Strom, den Eufrat. Da trocknete sein Wasser aus, so dass den Königen des Ostens der Weg offen stand. Dann sah ich aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister hervorkommen, die wie Frösche aussahen (Apc 16, 8-13).

Oben: Drei Engel gießen ihre Füllhörner in roten Strahlen auf die Erde aus.

Unten: Der Strahl des vierten Engels im linken Segment trifft die rot glühende Sonne (sol), die als männliche Halbfigur im Profil mit Strahlenkranz dargestellt ist, die trauernd ihre verhüllten Hände vors Gesicht hält. Darunter haben zwei Männer in kurzen Tuniken und mit rötlicher Gesichtsfarbe ihre Hände abschirmend erhoben, um sich vor dem Verbrennen zu schützen.

Der Strahl der fünften Plage, die Finsternis ins Tierreich und Angst über Menschen bringt, trifft in das Maul eines Untiers, neben dem ein Mensch mit hilfesuchend erhobenen Armen steht. Rechts von dieser Gruppe entsteigen zwei gehörnte Untiere dem austrocknenden Eufrat. Aus ihren geöffneten Mäulern springen Frösche. Ganz rechts außen schaut Johannes mit Buch als Halbfigur auf die Ereignisse.

Folio 41 verso:
Das Ausgießen der siebten Schale

Und der siebte Engel goss seine Schale in die Luft. Da kam eine laute Stimme aus dem Tempel, die vom Thron her rief: Es ist geschehen. Und es folgten Blitze, Stimmen und Donner; es entstand ein gewaltiges Erdbeben, wie noch keines gewesen war, seitdem es Menschen auf der Welt gibt. So gewaltig war dieses Beben (Apc 16, 17-18).

Der siebente Engel fliegt über einer Stadt aus drei Gebäuden und einer abbrechenden Mauer und schüttet sein Füllhorn über ihr aus. Eine helle Wolke zeigt das heraufziehende Gewitter an.

Folio 43 recto:
Die Hure Babylon

Dort sah ich eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das über und über mit gotteslästerlichen Namen beschrieben war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte. Die Frau war in Purpur und Scharlach gekleidet und mit Gold, Edelsteinen und Perlen geschmückt. Sie hielt einen goldenen Becher in der Hand, der mit dem abscheulichen Schmutz ihrer Hurerei gefüllt war. Auf ihrer Stirn stand ein Name, ein geheimnisvoller Name: Babylon, die Große, die Mutter der Huren und aller Abscheulichkeiten der Erde (Apc 17, 1-5).

Am unteren Bildrand erscheint frontal sitzend eine Frau mit weit ausgebreiteten Armen, die Hure Babylon. Sie hält in ihrer Linken statt eines Bechers ein Trinkhorn. Ein Nimbus umrahmt ihren Kopf. Sie trägt ein kaiserliches, langes Purpurgewand mit breiten, goldenen Schmuckbordüren und einem roten, kordelähnlichen Gürtel. In ihre Haare mit antikisierendem Schleifenknoten im Scheitel sind Schmuckbänder eingeflochten. Als Thron dient ihr das drachenähnliche Untier mit einem großen und sechs kleineren, gehörnten Köpfen, einem spiralförmigen Körper und einem Fischschwanz, der in einer dreiteiligen Blattform endet. Hinter dem Goldstreifen weisen Johannes und ein Engel gestikulierend nach unten auf die Erscheinung.

Folio 45 recto:
Der Fall Babylons

Danach sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen; er hatte große Macht, und die Erde leuchtete auf von seiner Herrlichkeit. Und er rief mit gewaltiger Stimme: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große! ... Dann hörte ich eine andere Stimme vom Himmel her rufen: Verlass die Stadt, mein Volk, damit Du nicht mitschuldig wirst an ihren Sünden und von ihren Plagen mitbetroffen wirst ... Die Könige der Erde, die mit ihr gehurt und in Luxus gelebt haben, werden über sie weinen und klagen ... Auch die Kaufleute weinen und klagen um sie ... und sie streuten sich Staub auf den Kopf, sie schrien weinten und klagten ... (Apc 18, 1-4, 9-19).

Vom Himmel weist ein Engel die auf dem Kopf stehende Stadt Babylon.

Das offene Tor zeigt an, dass dieser Ort der Hurerei bereits entvölkert ist. Auf Befehl der Hand Gottes, die vor Kreuzstrahlen erscheint, wenden sich drei Männer in der linken Bildhälfte ab und werden gerettet. Der letzte von ihnen, der noch einmal zurückblickt, trägt ein hochherrschaftliches Purpurgewand mit Schmuckbordüren.

Rechts beklagen sechs Männer den Fall Babylons. In der vorderen Reihe dieser Gruppe stehen drei Könige mit goldenen Kronen. Zwei der hinteren Männern halten ihre Hände so über die Köpfen, als wollten sie sich Asche aufs Haupt streuen.

Folio 46 recto:
Der Engel mit dem Mühlstein

Dann hob ein gewaltiger Engel einen Stein auf, so groß wie ein Mühlstein; er warf ihn ins Meer und rief: So wird Babylon, die große Stadt, mit Wucht hinabgeworfen werden, und man wird sie nicht mehr finden (Apc 18, 21).

Ein riesiger Engel schreitet über eine starre Wellenfläche und wirft mit seiner rechten Hand einen Mühlstein in Form einer Scheibe ins Wasser.

Folio 47 verso:
Das große Halleluja

Danach hörte ich etwas wie den lauten Ruf einer großen Schar im Himmel ... Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier Lebewesen fielen nieder vor Gott, der auf dem Thron sitzt, beteten ihn an und riefen: Amen, Halleluja! ...und ich fiel ihm zu Füßen, um ihn anzubeten. Er aber sagte: Tu das nicht! Ich bin ein Knecht wie du und deine Brüder, die das Zeugnis Jesu festhalten: Gott bete an! ... (Apc 19, 1-4, 10).

Oben: Christus sitzt mit segnend ausgebreiteten Armen in der Mandorla auf einem goldenen Bogen. Er wird umrahmt von den vier halbfigurigen Evangelistensymbolen. Der Lukas-Stier und der Markus-Löwe zu seinen Füßen halten jeweils ein Buch. Zu beiden Seiten bläst jeweils ein Engel eine Posaune.

Unten: Zwei Gruppen, die linke aus sechs und die rechte aus sieben Ältesten mit Kronen, neigen sich in Verehrungsgebärden Christus zu. Am vorderen Bildrand fällt Johannes vor dem Engel anbetend nieder.

Folio 48 verso:
Die drei Reiter und die Vögel des Himmels

Dann sah ich den Himmel offen, und siehe, da war ein weißes Pferd, und der, der auf ihm saß, heißt 'Der Treue und Wahrhaftige'; gerecht richtet er und führt er Krieg. Seine Augen waren wie Feuerflammen, und auf dem Haupt trug er viele Diademe ... die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden; sie waren in reines, weißes Leinen gekleidet. Aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert ... Dann sah ich einen Engel, der in der Sonne stand. Er rief mit lauter Stimme allen Vögeln zu, die hoch am Himmel flogen: Kommt her! Versammelt euch zum großen Mahl Gottes. Fresst Fleisch von Königen, von Heerführern und von Helden ... (Apc 19, 11-18).

Oben: Der vordere der drei Reiter erscheint als Herrscher auf einem hellen Pferd mit Zepter und Reifendiadem. Vor seinem Mund schwebt das Schwert des Gerichtes. Ihm folgen als Heer des Himmels zwei weitere Reiter, der hintere trägt einen Palmzweig.

Unten: Neben dem Posaune blasenden Engel weist Johannes als Halbfigur auf zwei tot am Boden liegende Könige, die von Adlern gefressen werden.

Folio 49 verso:
Sieg über das Tier und seine Anhänger

Dann sah ich das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um mit dem Reiter und seinem Heer Krieg zu führen. Aber das Tier wurde gepackt und mit ihm der Falsche Prophet; ... Bei lebendigem Leib wurden beide in den See von brennendem Schwefel geworfen. Die übrigen wurden getötet mit dem Schwert, das aus dem Mund des Reiters kam: und alle Vögel fraßen sich satt an ihrem Fleisch (Apc 19, 19-21).

Vom oberen Register stoßen zwei sich gegenüberstehende Krieger mit ihren Lanzen auf den Drachen im brennenden Abgrund der unteren Zone ein.

An das Untier ist der Satan angekettet, der Widersacher Christi, der auch als Falscher Prophet oder Teufel bezeichnet wird. Er ist nackt, und seine schwarzen Haare sträuben sich. Ein dritter Reiter beugt sich tief nach unten, um mit seinem Schwert zwei heftig gestikulierende Anhänger des Satans zu töten.

Folio 51 recto:
Die Bindung und Lösung Satans

Dann sah ich einen Engel vom Himmel herabsteigen; auf seiner Hand trug er den Schlüssel zum Abgrund und eine schwere Kette. Er überwältigte den Drachen, die alte Schlange - das ist der Teufel oder der Satan -, und er fesselte ihn für tausend Jahre. Er warf ihn in den Abgrund, verschloss ihn und drückte ein Siegel darauf ... Wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis freigelassen werden. Er wird ausziehen, um die Völker an den vier Ecken der Erde, den Gog und den Magog zu verführen ... (Apc 20, 1-8).

Oben: Ein Engel fesselt den Pseudopropheten, die nackte Gestalt mit gesträubten, dunklen Haaren, an einen gehörnten Drachen und schiebt beide in den brennenden Abgrund.

Unten: Die Lösung des Pseudopropheten, die dem Text nach erst 1000 Jahre später stattfindet, folgt im Bild unmittelbar anschließend. Ein geflügelter Dämon mit wilden Haaren löst die nackte Gestalt, den Widersacher Christi, vom gehörnten Drachen im brennenden Abgrund, damit er für kurze Zeit sein unheilvolles Werk auf der Erde verrichten kann.

Folio 53 recto:
Das Jüngste Gericht

Dann sah ich einen großen weißen Thron und den, der auf ihm saß; vor seinem Anblick flohen Erde und Himmel, und es gab keinen Platz mehr für sie. Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und die Bücher wurden aufgeschlagen; auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen. Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war (Apc 20, 11-12).

Im Himmel thront Christus mit einem großen Kreuz. Ihm wenden sich je vier halbfigurige, posauneblasende Engel zu. Rechts und links unter dem Kreuz sitzen auf Thronbänken je sechs Apostel. Die Ehrenposition zur Rechten Christi nimmt Petrus mit Schlüsseln in Form seines Namensmonogramms ein. Ihm gegenüber sitzt Paulus mit einem Buch.

Zu Füßen des Throns breiten zwei große weißgekleidete Engel ihre Schriftbänder mit Zitaten aus Endzeitreden Christi aus. Die Inschrift in goldenen Minuskeln lautet links: venite benedic(ti) patr(is) mei p(aratum) e(st) r(egnum); und rechts: disc(edite) a me maledicti in ign(em) ae(ternum) (Mt 25, 34: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, das Reich ist vorbereitet; und Mt 25, 41: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer).

Unter ihnen stehen zehn Tote aus ihren kastenförmigen Gräbern auf. In der linken Bildhälfte über Johannes als Halbfigur treten zwölf Selige heran. Den vorderen jungen Mann in weltlicher Kleidung präsentiert ein weißhaariger Erzbischof. Daneben steht ein Mönch in rotbrauner Kutte. Innerhalb der sonst nicht weiter differenzierten Gruppe der Seligen ist ganz außen ein Frauenkopf mit Schleier zu erkennen.

Auf der rechten Seite wandert die Reihe der Verdammten in die brennende Hölle mit zwei nackten Teufelsgestalten. Vorn am Höllenrand sitzt, an Händen und Füßen gefesselt, der Satan als Sinnbild der Unterwelt. Hinter ihm steht ein Teufel, der einem gekrönten Herrscher in Prunkkleidung schon seine schwere Kette um den Hals gelegt hat, um ihn in den Abgrund zu ziehen. Der König wendet sich hilfesuchend zu einer betrübt dreinblickenden Frau um. Es folgt ein verdammter Erzbischof, der sich im Redegestus auffällig zurückwendet.

Folio 55 recto:
Das himmlische Jerusalem

Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigt mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis. Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf ... Der Engel, der zu mir sprach, hatte einen goldenen Messstab, mit dem die Stadt, ihre Tore und ihre Mauer gemessen wurden ... Ihre Mauer ist aus Jaspis gebaut, und die Stadt ist aus reinem Gold, wie aus reinem Glas. Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; ... der erste Grundstein ist aus Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. Die zwölf Tore sind zwölf Perlen ... (Apc 21, 1-21).

Einer der Engel, der zuvor eine Schale des Zorns ausgegossen hatte, ergreift Johannes am Handgelenk, um ihn zu sich auf den Berg zu ziehen. Mit einem lilienbekrönten Stab weist er auf das Neue, das Himmlische Jerusalem, eine Stadt mit einem ovalen Mauerkranz.

Die zwölf kuppelbekrönten Türme sind zu vier Dreiergruppen zusammengefasst. Alle weiteren Angaben zu diesem Ort wurden vom Maler übergangen. Im leeren Stadtzentrum steht das Lamm Gottes auf einer versiegelten Schriftrolle.

Folio 57 recto:
Thronender Christus mit Strom des Lebens

Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus. Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker ... Und als ich es hörte und sah, fiel ich dem Engel, der mir dies gezeigt hatte zu Füßen, um ihn anzubeten. Da sagte er zu mir: Tu das nicht! Ich bin nur ein Knecht wie du und deine Brüder ... Gott bete an! (Apc 22, 1-2, 8, 9).

Im Himmel thront der segnende Christus mit ausgebreiteten Armen auf einer Steinbank mit Kissen. Zu beiden Seiten verehrt ihn ein halbfiguriger Engel.

Von seinem Thron fließt das Wasser des Lebens zu drei Bäumen, die reiche Früchte tragen. Im Vordergrund kniet Johannes vor einem Engel.

Folio 59 verso:
Herrscherbild

Oben: In der Mitte thront frontal ein bartloser Herrscher mit dunklen, kurzen Haaren in reich verziertem Prunkgewand. In seiner Rechten hält er ein Stabzepter mit Kugelbekrönung, in seiner Linken eine weiße Weltkugel mit goldenem, eingeschriebenem Kreuz (Sphaira). Neben ihm stehen Petrus und Paulus mit Büchern, die beide zur Bestätigung der Herrschaft seine Krone berühren.

Die Bilder sind durch Tituli in goldgelben Majuskeln auf Purpurstreifen bezeichnet; oben: UTERE TERRENO. CAELESTI POSTEA REGNO+

Folio 59 verso:
Herrscherbild

Unten: Vier stehende, gekrönte Frauen als Personifikationen der Völker präsentieren dem Herrscher Schalen oder Füllhörner mit Edelsteinen.

Die Bilder sind durch Tituli in goldgelben Majuskeln auf Purpurstreifen bezeichnet; Mitte: DISTINCT(A)E GENTES FAMULANT(UR) DONA FERENTES+

Folio 60 recto:
Der Triumph der Tugenden über die Laster

In der oberen und unteren Bildzone sind je zwei Zweiergruppen dargestellt. Je eine Frau mit weißem Schleier, die eine Tugend symbolisiert, steht triumphierend auf einer nackten, sich hilflos am Boden krümmenden Gegnerin mit langen Haaren, der Personifikation eines Lasters. Ihre Überwindung wird jeweils durch einen Lanzenstoß in den Mund veranschaulicht.

Die Bildtituli in goldgelben Majuskeln auf Purpurbändern lauten oben: IUSSA D(E)I CO(M)PLENS. MUNDO SIS CORPORE SPLENDENS+

Jede Tugend zieht außerdem eine männliche, unbezeichnete Person am Handgelenk heran, deren Identität nur aus dem Text- und Sinnzusammenhang erschlossen werden kann.

Dargestellt sind im oberen Register links wohl die Personifikation des Gehorsams mit Abraham und rechts die Keuschheit mit Moses, der jedoch statt Gesetzestafeln ein Buch hält.

Folio 60 recto:
Der Triumph der Tugenden über die Laster

Unten links zieht die Personifikation der Bußfertigkeit einen jugendlichen König mit Lilienzepter und Krone, David, zu sich heran. Rechts neben ihr steht die Geduld mit Hiob, einem weißbärtigen Mann, dessen aussätziger Körper nur teilweise mit einem Mantel bekleidet ist.

Die Bildtituli in goldgelben Majuskeln auf Purpurbändern lauten unten: POENITEAT CULPAE. QUID SIT PATIENTIA DISCE+

Evangelistar
Der zweite Teil des Codex enthält Auszüge aus den Evangelien, ein Evangelistar.

Folio 61 verso:
Titelseite des Evangelistars
Incipiunt evangelia que leguntur diebus festis per circulum anni sequentia sancti evangelii secundum Matheum. In illo tempore
(Hier beginnen die Evangelien, die an den Festen im Jahreslauf gelesen werden)

Folio 62 recto:
Weihnachtsabend

Cum esset desponsata mater iesu Maria Joseph...
(Als Maria, die Mutter Jesu, mit Joseph verlobt wurde... Mt 1,18)

Folio 63 verso:
Die Geburt Christi und die Verkündigung

Oben: Vor einer giebelbekrönten Doppelarkade mit Ochs und Esel liegt das besonders große Christuskind in einer mauerähnlichen Krippe. Von einem muldenförmigen, fast senkrecht aufgerichteten Bettpolster weist Maria auf ihren Sohn. Auf der anderen Seite steht Joseph, ebenfalls mit hinweisender Gebärde auf den Menschensohn. Drei Engel verkünden als Halbfiguren vor der Krippe den Hirten in der unteren Bildzone die Frohe Botschaft.

Folio 63 verso:
Die Geburt Christi und die Verkündigung

Unten: Ein stehender Hirte neben der zentralen Turmarchitektur (turris gregis) stützt sich auf seinen Stab und blickt zu einem der Verkündigungsengel zurück. Vor ihm weiden zwei von einem Hund bewachte Schafe, auf der anderen Seite zwei weitere. Von einem fünften schaut nur der Kopf aus der offenen Tür des Turmhauses. Die beiden sitzenden Hirten auf dem Schollenberg zeigen durch ihre erhobenen Hände ihr Erstaunen.

Folio 68 verso:
Die Kreuzigung und Grablegung Christi

Oben: Christus hängt bekleidet mit einem knielangen Lendentuch als Lebendig-Toter mit geöffneten Augen zum Zeichen seiner Doppelnatur an einem Kreuz mit zwei Querbalken. Zu seiner Rechten öffnet Longinus mit einem Lanzenstich die Seitenwunde. Von der anderen Seite tritt Stephaton mit einem Eimer hinzu und reicht ihm den Essigschwamm auf einem Stab. Seitlich trauern Maria und Johannes, der in seiner Linken ein Buch hält.

Folio 68 verso:
Die Kreuzigung und Grablegung Christi

Unten: Der tote, in weiße Leichentücher eingehüllte Körper Christi wird von zwei bartlosen Männern mit Nimben, Joseph von Arimathia und Nikodemus, in einen porphyrroten, kastenförmigen Sarkophag gebettet.

Folio 69 verso:
Die Frauen am Grabe

Der Erzengel sitzt überlebensgroß mit Kreuzstab auf der porphyrfarbigen Grabtumba vor einer säulengerahmten Zentralarchitektur mit den zeichenhaft zusammengeknoteten Leichentüchern in der offenen Tür. Er verkündet den drei Frauen, die mit ihren Salbgefäßen und dem Weihrauchfass herantreten, die Frohe Botschaft. Auf dem Dach über dem Zinnenkranz schlafen zwischen Ecktürmchen und Kuppel zwei Wächter mit Helm, Lanze und Schild.

Folio 70 recto:
Ostersonntag

Sequentia sancti evangelia secundum Marchum. Maria...
(Es folgt das Evangelium nach Markus. Maria... Mc 16,1)

Folio 70 verso:
Himmelfahrt

In illo tempore. Recumbentibus...
(In jener Zeit. Als sie bei Tisch waren... Mc 16,14)

Folio 71 verso:
Die Himmelfahrt Christi

Christus steht mit ausgebreiteten Armen und Kreuzstab auf einer Lichtwolke zwischen zwei halbfigurigen Engeln im Akklamationsgestus. Auf den Bodenschollen stehen zwei große, auf Christus weisende Engel. Der linke wendet sich zu Maria mit einer Gruppe von zehn Personen, der rechte zu Petrus, der von zehn Jüngern begleitet wird.

Folio 72 recto:
Pfingsten

Si quis diligit me...
(Wenn jemand mich liebt... Jo 14,23)

Folio 73 recto:
Das Pfingstwunder

Auf einer Bank sitzen die zwölf Apostel in zwei Sechsergruppen mit Büchern oder Rollen und roten Flämmchen auf den Köpfen. In der Mitte präsentieren Petrus und Paulus gemeinsam ein offenes Buch. Über ihnen schwebt die Taube des Heiligen Geistes in einem Himmelssegment mit zwölf goldenen Strahlen.

Staatsbibliothek Bamberg
Mitwirkende: Geschichte

Bamberg, Staatsbibliothek, Msc.Bibl.140

Vollständiges Digitalisat der Handschrift

Staatsbibliothek Bamberg

Texte: Gude Suckale-Redlefsen
Quelle: CD-ROM, Berlin: Dt. Historisches Museum, 2002
Fotos: Gerald Raab
Layout: Bettina Wagner

Quelle: Alle Medien
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