Metamorphose

Frogs & Friends

Die Metamorphose ist eine evolutionäre Errungenschaft der Amphibien, bei der aus kiemenatmenden, fischartigen Larven lungenatmende, landbewohnende Amphibien werden. Evolutionsgeschichtlich gesehen ist sie die Fähigkeit, in zwei verschiedenen Welten das Optimum herauszuholen und sich damit einen evolutionären Vorteil zu verschaffen.

Alle Amphibiens sind Wirbeltiere mit einer wasserdurchlässigen, drüsenreichen Haut ohne Schuppen, Federn oder Fell. Sie legen Eier ohne schützende Kalkschale, den Laich. Aus ihm schlüpfen Larven, die durch Kiemen atmen und oft ganz anders aussehen als ihre Eltern. Erst mit der Metamorphose nehmen sie die Gestalt der Erwachsenen an und werden zu lungenatmenden Tieren. Sie sind also gut von Reptilien zu unterscheiden, auch wenn Molche und Echsen sich durchaus auf den ersten Blick ähnlich sehen.

Die Fortpflanzung der meisten Amphibien ist ans Wasser gebunden. Das Gewässer ist im Frühjahr mit Laichballen aus jeweils hunderten Froscheiern übersät. In der Gallerte wächst aus der Eizelle in wenigen Tagen die Kaulquappe heran, die dann die schützende Eihülle verlässt.

Kaulquappen wachsen innerhalb weniger Tage in der Gallerte heran und durchbrechen dann die Schutzhülle. Junge Kaulquappen haben keine Gliedmaßen oder Flossen und atmen noch über Kiemen. Sie ernähren sich von Algen und Wasserpflanzen.

Nach etwa zehn Wochen entstehen die Hinterbeine. Diese sind anfänglich noch sehr klein.

Nach ungefähr drei Monaten entwickeln sich auch die Vorderbeine. Nun wird der Schwanz langsam zurückgebildet, und die Lungen entwickeln sich in Vorbereitung auf den Landgang.

Endspurt: Kaulquappen kurz vor dem Landgang.

Geschafft! Sobald die Umstellung von der Kiemenatmung auf die Lungenatmung abgeschlossen ist, kriecht der Jungfrosch aus dem Wasser an Land. Auch die Ernährung wird nun auf "Erwachsenenfutter" umgestellt.

Die Umwandlung jedoch ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Noch muss sich der Schwanz zurückbilden. Erst dann hat sich aus der Kaulquappe ein Jungfrosch entwickelt, der sein "Froschleben" beginnen kann.

Nur noch ein Stummel erinnert bei diesem jungen Gespenster-Makifrosch an das frühere Kaulquappendasein.

Keine Norm ohne Abweichung! Zurzeit sind 39 verschiedene Fortpflanzungsstrategien bekannt, die sich von der entwicklungsgeschichtlich ursprünglichsten Variante, der Metamorphose des von im Wasser abgelegten Laichs hin zur Kaulquappe unterscheiden. Denn im Wasser lauern viele Gefahren, was Alternativen attraktiv macht.

Beutelfrösche beispielsweise verstauen den Laich in einer Hauttasche auf dem Rücken, ähnlich einem Kängurubeutel, und brüten ihn dort aus.

Eine weitere erfolgreiche und einzigartige Fortpflanzungsstrategie ist die der Wabenkröten, die in einem bizarren Unterwassertanz durch geschickte Saltos ihren Laich auf dem Rücken des Weibchens platzieren.

Dort wird er rasch von einer Hautschicht überwuchert. Gut geschützt entwickeln sich so die Larven im Rücken der Mutter - bis zum ‚Alien‘ Moment der freudigen Geburt.

Das Bauen von Schaumnestern ist insbesondere bei tropischen Fröschen, wie beispielsweise dem Wallace Flugfrosch, äußerst beliebt. Schaumnester schwimmen entweder auf dem Wasser oder kleben an Pflanzen, wo sie den Eiern Schutz vor Fressfeinden, Krankheitserregern, Hitze, Austrocknung und UV-Strahlen bieten. Die ausgebildeten Kaulquappen bahnen sich dann ihren Weg aus den Schaumnestern, entweder kämpferisch oder einfach durch Plumpsen ins Wasser.

Eine ungewöhnliche und einmalige Strategie, ihre Nachkommen auf die Welt zu bringen, haben auch die Darwin-Frosch Männchen entwickelt. Erst schlucken sie ihre Kaulquappen runter, um sie Wochen später als fertige Jungfrösche wieder auszuspucken.

Spektakulär und bedroht: Der Darwinfrosch ist nur eine von rund 2000 bedrohten Amphibienarten weltweit. Wenn Sie mehr erfahren wollen über die Schutzbemühungen zu seinem Erhalt oder die spektakulären Bilder einer Darwinfrosch-"Geburt" sehen wollen, besuchen Sie doch die Frogs & Friends Webseite.

Insgesamt pflanzen sich zwei Drittel aller Froschlurche unabhängig von Gewässern fort. Das klassische Froschfamilienmodell wird also nur noch von einer Minderheit gelebt. Am Ende kommt es eben nur auf Eines an: dass der Nachwuchs gesund und munter in die Zukunft springt.


Frogs & Friends
Mitwirkende: Geschichte

Ausstellung von Frogs & Friends
Ausstellungskuratoren: Björn Encke & Annette Kinitz

Texte zu Illustrationen: Interaktive Exkursion von Frogs & Friends
Art Director: Sebastian Baurmann
Illustration und Animation: Jonas Lieberknecht
Text: Lena Thiele, Heiko Werning

Fotografien:
European tree frog: Emanuele Biggi/Minden Pictures
White-lined leaf frog: Pete Oxford/Minden Pictures
Marsupial frog: Michael&Patricia Fogden/Minden Pictures
Wallace's Flying Frog: Stephen Dalton/Minden Pictures
Surinam toad: David Massinem
Woodfrog on land: Steve Byland
Algae eating tadpoles and tadpole hind legs: Morley Read
Frog on spawn: Matteo photos

Gefördert durch die Interactive Media Foundation gGmbh (IMF)

Quelle: Alle Medien
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