Ende des 19. Jahrhunderts in Fürth gegründet, prägte der Spieleverlag J.W. Spear & Söhne bis in die 1990er-Jahre hinein den deutschen und den internationalen Spielemarkt. Sein Produktarchiv stellt einen einmaligen Schatz zur Spielgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts dar.

Kartenspiele - Von Anfang an bei Spear dabei

In der über 100-jährigen Geschichte des Spieleverlags J.W. Spear & Söhne gelingt es der Familie Spear, zahlreiche Gesellschaftsspiele zu etablieren, die noch heute begeistert gespielt werden. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts macht sich das Spiele- und Spielzeugunternehmen einen Namen. Zu den ersten Dauerbrennern des Verlags gehören neben dem Spiel Die fliegenden Hüte auch Kartenspiele. Als Spear 1904 seinen ersten Produktkatalog herausgibt, befinden sich bereits mehrere Kartenspiele im Verlagsprogramm, die bis in die 1930er-Jahre hinein fester Bestandteil des Produktsortiments bleiben sollen.

Qualität und Themenvielfalt

Spear-Kartenspiele heben sich vor allem durch eine hochwertige Produktion ab: Meist sind sie aufwendig illustriert oder mit Fotografien versehen. Vor allem das Quartett-Angebot zeichnet sich durch eine große Themenvielfalt aus, viele Spiele erzählen eigene Geschichten.

Quartettspiele tauchen bereits 1904 im ersten Produktkatalog von J.W. Spear & Söhne auf. Auffällig ist, dass bei Quartettspielen meist der Künstler oder die Person genannt wird, die das Spiel zusammengestellt hat. Darüber hinaus wird auf den Schachteln der lehrreiche Charakter der Spiele betont. So erinnert die Gestaltung der Spear-Quartette eher an Lehrbücher als an Spiele.

Bis zum Ersten Weltkrieg bleibt diese Art der Spielgestaltung bestehen, die Themen werden aber zunehmend alltäglicher und überaus vielfältig. Vor allem aber sind sie von Anfang an ein Spiegel ihrer Zeit: Der Fortschritt im Verkehr ist genauso Thema wie die berühmten Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts, Grimms Märchen oder eine Weltreise mit Graf Zeppelin.

Ein besonders außergewöhnliches Quartettspiel erscheint 1913: Der Lebenslauf zeichnet ein ganzes Menschenleben mit all seinen Lebensphasen nach.

Im Jahr 1929 übernimmt J.W. Spear & Söhne das kunstvoll gestaltete Kartenspielsortiment der Frankfurter Traditionsfirma Dondorf und führt etwa ein Dutzend der bereits durch Dondorf etablierten Spiele unter neuem Firmennamen weiter. So sichert sich Spear für lange Zeit einen Spitzenplatz in der Kartenspielproduktion. Erst mit der "Arisierung" des Unternehmens 1938 geraten die Kartenspiele mehr und mehr in den Hintergrund des Verlagssortiments.

Wie beim anderen Produktsortiment setzt Spear auch bei den Quartetten von Anfang an auf internationale Absatzmärkte. So gibt es über viele Jahre hinweg spezielle Ausgaben für die Niederlande, die Schweiz und Frankreich.

Auf dem britischen Markt hingegen spielen Spear-Quartette lediglich ein kurzes Intermezzo. Nach 1913 verschwinden die meisten Quartett-Spiele schnell wieder aus dem britischen Verlagsprogramm. Die Quartett-Spiele konnten sich gegen die in Großbritannien bereits etablierten Happy-Families-Spiele mit weitestgehend gleichem Spielprinzip nicht durchsetzen.

Deutsches Spielearchiv Nürnberg
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