Das Erbe: Bergbau im Saarland - Teil I

Staatskanzlei des Saarlandes

Kredit der Sonne, Unter Tage, Vater Staat

Nach über 250 Jahren ist die Steinkohleförderung im Saarland im Jahr 2012 zu Ende gegangen. Für das Saarland war das ein bedeutender Einschnitt, weil das Land über eine lange Zeit ohne den Bergbau überhaupt nicht vorstellbar war. Wohl und Wehe des gesamten Landes hingen eng mit der Kohle zusammen. Der Bergbau war in fast allen saarländischen Familien zuhause, weil entweder ein Angehöriger oder zumindest ein Vorfahre im Bergbau arbeitete. Dass der Steinkohlebergbau unserem Land sein Gesicht gegeben hat, ist vor allem das Verdienst der Menschen, die ihn betrieben haben: der saarländischen Bergleute. Sie haben mit ihrer harten Arbeit nicht nur die Grundlagen gelegt für die wirtschaftliche Entwicklung im Saarland und die Energie geliefert für das Wirtschaftswunder in Deutschland. Sie haben auch unser Land, seine Werte und seinen Zusammenhalt beeinflusst wie keine andere Berufsgruppe. Die bergmännische Kameradschaft und Solidarität waren das Vorbild für den Zusammenhalt der Menschen im Saarland. Deshalb stehen wir heute vor der Aufgabe, die Erinnerung an den Bergbau am Leben zu erhalten. Es gilt, das Wissen um die bergbaulichen Wurzeln unseres Landes zu bewahren und insbesondere an die jungen Menschen weiterzugeben. Die nun virtuelle Landesausstellung DAS ERBE spielt für diese Erinnerungskultur eine zentrale Rolle. Wir wollen damit die besondere Bedeutung der vom Bergbau geprägten Zeit für die heutige und zukünftige saarländische Gesellschaft deutlich machen. Die Ausstellung DAS ERBE stellt nicht Maschinen und Fördertürme in den Mittelpunkt, sondern die Bergleute, ihr Leben, ihre Familien, ihre Kultur, ihren Einfluss auf das Zusammensein im Saarland und das, was nach dem Ende des Steinkohlebergbaus davon bleibt. Die Ausstellung macht sichtbar, wie umfangreich und vielfältig das Erbe der Bergleute für unser Land ist.
Ich wünsche den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung „DAS ERBE“ – hier in der Saarland-Staatskanzlei Open Gallery des Google Cultural Institutes –, dass sie Neues über den Bergbau im Saarland erfahren und ein tieferes Verständnis von der Arbeit unter Tage gewinnen können.

Kredit der Sonne
Im Zeitalter des Karbon, als das Gebiet des heutigen Saarlandes noch in der Nähe des Äquators lag, entstand die Grundlage für die Bildung mächtiger Steinkohlenflöze. Unter Luftabschluss und dem Druck auflagernder Sedimente begann der ›Inkohlung‹ genannte chemische Prozess, der Pflanzen in Kohle verwandelt. Wurde während und nach der Vertorfungsphase anorganisches Sediment über das Pflanzenmaterial gespült, so blieben Blätter, Äste und Baumstämme – vor allem von Schuppenbäumen – als Abdrücke in den Kohleschichten erhalten.
Unter Tage
Als Grubengebäude bezeichnet man alle untertägigen Räumlichkeiten, die direkt oder indirekt zur Gewinnung eines Minerals notwendig sind. Die Anlegung eines komplexen Streckennetzes erfüllt mehrere Funktionen: Zum einen muss die Steinkohle auf möglichst günstigem Wege nach überTage transportiert werden. Zum anderen müssen sowohl das permanent zulaufende Grubenwasser abgepumpt als auch die gefährlichen Gase – allen voran das durch den Abbau freigesetzte Methangas – abgeführt und Sauerstoff für die Atmung der Bergleute eingesaugt werden. Das Grubengebäude wird den geologischen Gegebenheiten des jeweiligen Standorts entsprechend angelegt. Gleichzeitig müssen dabei alle Maximen der Sicherheit bedacht werden.

Der Film "Steinkohlenbergwerk" diente der Saarberg AG zur Schulung seiner Auszubildenden. Anhand von aufwendig animierten Schaubildern werden im Film der komplexe Aufbau eines Steinkohlenbergwerks sowie die einzelnen Schritte der Kohlegewinnung erläutert.

Die Aufnahmen entstanden im Bergwerk Saar im Zeitraum von April bis September 2012. Sie zeigen eine Seilfahrt aus vier verschiedenen Perspektiven: Sicht aus dem Förderkorb nach oben, Sicht aus dem Förderkorb auf die vorbeirauschende Wand, Sicht auf Bergleute im Förderkorb und Sicht des Fördermaschinisten auf den Seilzug. Gerade die Geschwindigkeit mit der der Förderkorb in die Tiefe rauscht (acht bis zwölf Meter pro Sekunde) wird hier besonders nachvollziehbar.

Vater Staat
Mit zwei Erlassen des FürstenWilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken von 1751 und 1754 begann die Ära des staatlichen Steinkohlenbergbaus an der Saar. Die noch in fürstlicher Zeit einsetzende Systema­tisierung des Abbaus nach bergmännischer Kunst wurde unter franzö­sischer Herrschaft (1792–1815) fortgesetzt. Als Höhepunkt dieser Phase giltdie erste wissenschaftliche Kartographierung des Saarkohlegebirges im sogenannten Duhamel-Atlas.Nach dem Übergang der Saargruben an Preußen und Bayern begann an der Saar die eigentliche staatliche Ära. Die staatliche Bergwerksgesellschaft sorgte einerseits mit Prämienhäusern und Wohlfahrtseinrichtungen für ihreBergleute, griff andererseits aber auch mit strengen Bestimmungen tief in deren Privatleben ein.
Staatskanzlei des Saarlandes, Öffentlichkeitsarbeit
Quelle: Alle Medien
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