Aus der Reihe #HistoryOfUs: Heinrich Schliemann – Indiana Jones aus Mecklenburg

1876, Aus der Sammlung von: LIFE Photo Collection

Wenn es jemand verstand, aus wenig viel zu machen, dann Heinrich Schliemann. Vom mittellosen Pastorensohn aus Mecklenburg schaffte er es bis zum Millionär. Er trieb Handel in Russland, gründete in Kalifornien eine Bank für Goldsucher und hatte mit 46 Jahren nur noch eines im Sinn: Troja zu finden – die legendäre Stadt, die Homer in der „Ilias“ beschrieb.

Silbergefäße aus dem "Schatz des Priamos", Unbekannt, um 2500 v. Chr., Aus der Sammlung von: Neues Museum, Staatliche Museen zu Berlin
Um Troya zu finden ...
studierte Schliemann Homers Epen, lokalisierte die längst in Vergessenheit geratene Stadt an der Westküste Anatoliens und buddelte den Berg Hisarlik an den Dardanellen auf. Es dauerte nicht lange, da stieß er auf Kelche, Vasen und Speerspitzen, auf Gold und Silber.
Halskette (Nachbildung) aus dem sog. "Schatz des Priamos", 2. Hälfte 3. Jahrtausend v. Chr, Aus der Sammlung von: Neues Museum, Staatliche Museen zu Berlin

In einem Henkelgefäß lag prachtvollster Schmuck: Ketten, Diademe, Ohrgehänge und Armbänder. Mehr als 10 000 Stücke wurden ans Licht geholt. Für Schliemann war klar: Dies musste er sein – der Schatz des Priamos! Troja hatte existiert – und er hatte es gefunden!

Ohrgehänge (Nachbildung) aus dem sog. „Schatz des Priamos", 2. Hälfte 3. Jahrtausend v. Chr, Aus der Sammlung von: Neues Museum, Staatliche Museen zu Berlin

Schliemann war nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, er hatte auch Ahnung von Marketing:

Diadem aus dem Schatzfund A von Troja (Nachbildung, sog. Großes Diadem aus dem "Schatz des Priamos"), Unbekannt, 2600 - 1800 v. Chr. (Bronzezeit), Aus der Sammlung von: Neues Museum, Staatliche Museen zu Berlin

Das Geschmeide hängte er seiner Ehefrau um, machte ein Foto und schrieb „die Juwelen der Helena“ (die schönste Frau der antiken Welt und Auslöser des berühmten Troyanischen Krieges). Ein voller Erfolg: Foto und Funde sorgten für Furore.

Schliemann. Heinrich Mycaenae & Troy., Aus der Sammlung von: LIFE Photo Collection

1881 schenkte Schliemann den Schatz „dem Deutschen Volke zu ewigem Besitze und ungetrennter Aufbewahrung in der Reichshauptstadt“. Hier wurden die Funde zur Attraktion der Vorgeschichtlichen Abteilung des Königlichen Museums für Völkerkunde.

Neues Museum Berlin - Schliemannfunde, Aus der Sammlung von: Neues Museum, Staatliche Museen zu Berlin
Und doch war Schliemann gescheitert.
Kurz vor seinem Tod musste er einsehen, dass es nicht Troja war, das er gefunden hatte. Die Schicht, in der er gegraben hatte, war mehr als tausend Jahre älter als das Troja Homers. Die Juwelen gehörten nicht Helena, der Schatz nicht Priamos – und Troja blieb weiterhin ein Rätsel.
Raum „Schliemanns Troja“, Neues Museum, Museumsinsel Berlin, Friedrich August Stüler / David Chipperfield u.a., 1843/2009, Aus der Sammlung von: Neues Museum, Staatliche Museen zu Berlin

Den Wert der Fundstücke schmälerte das keineswegs. Im Gegenteil: Im Zweiten Weltkrieg landeten Teile des Schatzes als „Beutekunst“ in der Sowjetunion. Im Neuen Museum sind heute Repliken ausgestellt. Eine mögliche Rückgabe an Deutschland ist noch immer ein Politikum. Und inzwischen erhebt auch die Türkei Anspruch auf die Fundstücke.

Mitwirkende: Geschichte

Reihe #HistoryOfUs

Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

www.smb.museum

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