Vom Depot in die Datenbank

Das Kupferstichkabinett beherbergt ein Universum der Kunst auf Papier mit Meisterwerken von Sandro Botticelli über Albrecht Dürer, Rembrandt, Adolph Menzel und Vincent van Gogh, Ernst Ludwig Kirchner und Pablo Picasso bis hin zu Andy Warhol und Gerhard Richter.

Die Sammlung des Museums umfasst etwa 550.000 druckgrafische Arbeiten und 110.000 Zeichnungen, Aquarelle, Pastelle und Ölskizzen. Damit ist es die größte graphische Sammlung Deutschlands und gehört zu den vier bedeutendsten Museen seiner Art weltweit.

Dieses enorme Spektrum von Kunstwerken auf Papier und Pergament spiegelt sich auch in der Vielfalt der künstlerischen Zeichen- und Drucktechniken wider.

Das Kupferstichkabinett ist traditionell ein Ort der Forschung und der Kennerschaft. Im Studiensaal können sich Wissenschaftler wie Laien die originalen Kunstwerke zur Betrachtung vorlegen lassen, wobei manche Bestände zuvor konservatorisch geprüft werden müssen...

... etwa bei den gut 500 Jahre alten Zeichnungen Albrecht Dürers.

Kunstwerke auf Papier und Pergament sind äußerst licht- und klimaempfindlich. Sie werden daher bei Ausstellungen, Ausleihen und der Nutzung im Studiensaal besonders beansprucht.

Die langfristige Erhaltung der Arbeiten ist eine Aufgabe der Restaurierungsabteilung. Restauratoren sichern die Werke beispielsweise durch eine genaue Zustandsüberprüfung mittels modernster Technologien, eine Kontrolle der Licht- und Klimabedingungen sowie durch speziell entwickelte Montierungen und sachgemäße Lagerung.

Ein weiterer nachhaltiger Umgang mit der Sammlung ist die Entwicklung von schonenden Erfassungskonzepten für die elektronische Katalogisierung und Digitalisierung der empfindlichen Werke. Qualitativ hochwertige Bilddateien sowie sauber erfasste Metadaten ermöglichen einen werkschonenden Zugriff von spezialisierter Wissenschaft und allgemeiner Öffentlichkeit auf die Sammlung. Hierzu ist eine digitale Museumsdatenbank im kontinuierlichen Aufbau, in der zur Zeit etwa 10 Prozent des Gesamtbestands erfasst ist. Komplett enthalten ist bereits der wissenschaftliche Katalog des Nachlasses Karl Friedrich Schinkels mit rund 6000 Werken.

Im Frühjahr 2017 kommt der Gesamtbestand der Werke Albrecht Dürers in der Sammlung des Kupferstichkabinetts hinzu.

Im Rahmen eines Kooperationsprojekts des Kupferstichkabinetts mit der Freien Universität Berlin fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Digitalisierung der rund 1600 Dürer-Werke und seiner Nachfolger der Sammlung.

Der Dürer-Bestand beinhaltet auch eine außergewöhnlich hohe Anzahl von Abzugvarianten einer Druckplatte oder eines Druckstocks auf verschiedenen Papieren und/oder von späterer Hand.

Zudem verwahrt das Kupferstichkabinett als eine der wenigen graphischen Sammlungen weltweit einige Dürer-Druckstöcke aus Holz.

Das Digitalisierungs-Projekt macht auch die einzigartigen Zeichnungen Dürers, wie das „Porträt seiner Mutter, Barbara Holper“ (1514), die „Drahtziehmühle“ (1494) oder der „Hummer mit ungewöhnlich großen Scheren“ (1495) durch die Museumsdatenbank und online zugänglich.

Die Qualität der Digitalisate, deren Herstellung den aktuellen Standards und Empfehlungen für kulturelle Forschungsdaten entspricht, erlaubt eine intensive Untersuchung und genaue Analyse der Originale, die dem Forschungsinteresse und den konservatorischen Bedingungen zum Schutz der Werke gleichermaßen entsprechen.

Für solche Digitalisierungs-Projekte wird im Team von KunsthistorikerInnen, DatenbankmitarbeiterInnen, RestauratorInnen, Magazinern und Fotografen ein Workflow mit einer schonenden Handhabung der Kunstwerke konzipiert.

Diese Teilbestands-Erschließungen tragen zur langfristig angelegten Open-Access-Strategie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bei, die ihre umfangreichen Sammlungen allen Interessierten unter vereinfachten Bedingungen weltweit auf Portalen wie SMB-digital, Deutsche Digitale Bibliothek oder Graphikportal zugänglich machen wird.
Mitwirkende: Geschichte

Text: Staatliche Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Konzept/Redaktion: Nadine Rottau
Translation: Catherine Hales, Stephan Schmidt

© Staatliche Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz

www.smb.museum
Kupferstichkabinett

Quelle: Alle Medien
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