1968

 Ein Jahr der Unruhen

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Reg Lancasters Fotos von den Pariser Studentenunruhen und dem Prager Frühling
Von Getty Images

1968 war ein Jahr der politischen Unruhen und des sozialen Umbruchs; weltweit wurde für die bürgerlichen Rechte und gegen den Vietnamkrieg demonstriert. Vor diesem Hintergrund eines weltweiten Kampfes für Demokratie und persönliche Freiheitsrechte fanden auch die Pariser Studentenunruhen und der Prager Frühling statt. 

Beide Ereignisse wurden von Reg Lancaster dokumentiert, einem britischen Pressefotografen und Mitarbeiter des Daily Express, der damals in Paris lebte. 

In Frankreich war es die Studenten, die gegen den Status quo und das Establishment protestierten und später von den desillusionierten Arbeitern unterstützt wurden. Im Mai kam es an mehreren Universitäten in Paris zu Studentenstreiks und der eskalierende Konflikt wurde schließlich auf der Straße ausgetragen.

Lancaster Fotos zeigen die fortschreitenden Unruhen und die Spannung zwischen den rebellierenden Demonstranten und der Bereitschaftspolizei ist spürbar. 

Lancaster arbeitete 44 Jahre lang für den Daily Express, der in seiner Blütezeit den größten festen Mitarbeiterstab aus Fotografen mit Auslandseinsätzen in der ganzen Welt beschäftigte. Lancaster war als Fotograf äußerst vielseitig und fotografierte alles vom Sport bis zur Prominenz – und das stets mit einem guten Auge für Details.

Emotionen auf den Gesichtern der Bereitschaftspolizisten kurz vor dem Abfeuern von Tränengas auf die Menge
Von Überresten der Unruhen und Wurfgeschossen übersäte Straßen

Links: 14. Mai. Die Situation ist angespannt, als eine abwartende Menge der zur Konfrontation bereiten Polizei gegenübersteht. 

Ein Fotograf mit der Kamera in der Hand läuft zur Seite. Auf der Straße ist ein in der Hast zurückgelassener Schuh zu sehen. Unten rechts im Bild scheint ein Demonstrant mit einem Ziegelstein in der Hand auf uns zuzulaufen. Die Luft ist dunstig vom Tränengas.

Die Demonstranten hängen sich zum Zeichen der Solidarität beieinander ein. 
Die Polizei geht im 5. Arrondissement gegen die Studenten in Stellung.
Sanitäter und Polizisten tragen einen Verwundeten.

Links: Die Unruhen arten in Gewalt aus und einige Demonstranten liegen am Boden. Vom Geschehen überraschte Pressefotografen suchen Schutz in einem Türeingang, während einer die Polizei dabei fotografiert, wie sie mit erhobenen Schlagstöcken weiter vordringt.

Das blutüberströmte Gesicht eines Gewaltopfers, dem von einem Kommilitonen geholfen wird, während die Gruppe dahinter die Hände über den Kopf hält.

Polizisten suchen in Erwartung des nächsten Angriffs Schutz hinter ihren Schilden.
Studenten nehmen mit verschränkten Armen Stellung vor der Polizei, einige von ihnen tragen Helme, um sich zu schützen.
Ein Polizist und ein Fotograf gehen in Deckung, beide ihrer jeweiligen Rolle gemäß bewaffnet.
Hinter den Reihen der Polizei aufgenommene Bilder bieten eine interessante Perspektive.
Ein einzelner Polizist wirft eine Tränengasgranate, um die Menge zu zerstreuen.
Die Bereitschaftspolizei schiebt sich voran, um die Straßen von den Demonstranten zu befreien.
Die Pariser kehren zum Alltag zurück und klettern über die Schutthaufen, die von den Studentenunruhen übrig geblieben sind.

Im August desselben Jahres war Lancaster in der Tschechoslowakei, um die Krise in Prag zu fotografieren.

Als Prager Frühling wird der kurze Zeitraum bezeichnet, in dem Alexander Dubček, der beliebte Führer der kommunistischen Partei, versuchte, ein Reformprogramm umzusetzen und die Zensur zu lockern. 

Trotz der Bemühungen, der sowjetischen Führung zu versichern, dass die Tschechoslowakei keine Absicht habe, den Warschauer Pakt zu verlassen, wurden die Bestrebungen eines liberalen Regierungsansatzes von der Sowjetunion als Bedrohung angesehen und eine bewaffnete Intervention für notwendig erachtet. 

Links: 27. August. Studenten am Prager Wenzelsplatz beim Aufhängen eines Transparents mit dem Namen des tschechoslowakischen Generalsekretärs Alexander Dubček.

Rechts: Ein bewegendes Bild, als sich die Menschen mit Tränen in den Augen und Blumen in der Hand den russischen Invasionstruppen in Prag entgegenstellen.

Russische T-55-Panzer auf den Straßen Prags, als die Sowjets die Macht in der Tschechoslowakei übernehmen.
Studenten inspizieren einen Panzer.
Zwei Kinder spielen auf einem abgestellten Panzer.
Entspannte, aber wachsame Soldaten lungern auf ihren Jeeps und Panzern herum.
Soldaten schließen sich den Demonstranten an. Der Gesichtsausdruck des Soldaten besitzt bei genauem Hinsehen eine visuelle Intimität, die auch in anderen Bildern aus dieser Reihe zu finden ist. 
Studenten verbrennen in einem friedlichen Akt des Widerstands russische Zeitungen. 
Die Menschen in Prag gehen ihren Geschäften nach, während im Hintergrund bedrohlich ein Panzer steht.
Eine Gruppe Menschen hört angespannt Radio, in der Hoffnung auf aktuelle Nachrichten über die Invasion. 
Wütende tschechische Jugendliche attackieren einen sowjetischen Panzer.
Studenten verteilen auf dem Wenzelsplatz Flugblätter aus Protest gegen die sowjetische Besatzung ihres Landes.
Auf der Beerdigung eines der Opfer der Auseinandersetzungen. Den Mittelpunkt dieses düsteren, dunklen Fotos bildet eine trauernde Frau, auf ihrer Schulter eine blasse tröstende Hand, durch die die Emotionalität noch verstärkt wird. 
Überbleibsel der Barrikaden
Menschenmenge auf dem Wenzelsplatz
Die Menge pfeift aus Protest gegen die sowjetische Besatzung. 
Sowjettruppen marschieren durch das Prager Zentrum. 
Ein Meer aus Händen, die gegen die Invasion protestieren
Mitwirkende: Geschichte

Curator - Archive Research Manager — Caroline Theakstone
Photographer - Reg Lancaster  Express Photos —

Quelle: Alle Medien
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