"Ich bin nicht mehr in der Politik aktiv, ich betrachte alles nur aus der Ferne. Wenn die Leute zu mir kommen und fragen: "Wie gehen wir in einer Situation wie dieser vor?", antworte ich: "Fragt die Politiker. Ich bin nicht mehr in der Politik, ich bin im Ruhestand."

Nelson Mandela widmete sich seit dem Ende seiner Präsidentschaft 1999 zahlreichen gemeinnützigen Projekten. Einige Monate nach seinem Ausscheiden aus der Politik gründete er die Nelson Mandela Foundation (NMF), eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation (NRO), die seine Arbeit koordiniert.

NMF-Hauptsitz

Im Jahr 1994 hatte er den Nelson Mandela Children's Fund ins Leben gerufen, eine Stiftung mit dem Ziel, benachteiligten Kindern durch Stipendien zu helfen. 2003 gründete er die Mandela Rhodes Foundation, eine Nichtregierungsorganisation zur Förderung junger Führungspersönlichkeiten in Afrika über Postgraduierten-Stipendien.

Die NMF nahm sich aller Belange an, für die Mandela Gelder aufbringen konnte, sofern diese nicht in den Zuständigkeitsbereich seiner beiden anderen Organisationen fielen. Das Hauptaugenmerk galt dabei den Bereichen Bildung (vom Schulbau bis zur Untersuchung der besonderen Probleme im Bildungsbereich im ländlichen Südafrika), HIV/AIDS (von der Aufklärungsarbeit bis zur Förderung von Forschungsprojekten) und "Frieden und Versöhnung" (von der Unterstützung des Friedensprozesses in Burundi bis zur Untersuchung der Demokratisierung in Afrika).

2004 verkündete Mandela seinen Rückzug aus der Öffentlichkeit und ernannte sein ehemaliges Präsidentenbüro zum Nelson Mandela Centre of Memory. Es sollte weitere sechs Jahre dauern, bevor er endlich seinen wohlverdienten Ruhestand antreten konnte.

"Ich möchte mit 100 Jahren nicht immer noch nach Lösungen für komplizierte internationale Probleme suchen müssen."

RUFT MICH NICHT AN

Nelson Mandela hat mehrmals seinen Rückzug angetreten.

1999 trat er nach nur einer Amtszeit als Präsident von Südafrika zurück.

2004, einige Wochen vor seinem 86. Geburtstag, hielt er eine Rede, in der er seine Absicht erklärte "sich aus dem Ruhestand zurückzuziehen". Von diesem Tag an, dem 1. Juni 2004, wurden seine Einträge im Terminkalender und seine Aktivitäten "stark und deutlich reduziert".

Er fügte hinzu: "Ich beabsichtige nicht, mich ganz vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Aber von nun an möchte ich in der Lage sein, zu fragen, ob ich willkommen bin, anstatt gebeten zu werden, dies und jenes zu tun und an Veranstaltungen teilzunehmen. Mein Appell lautet daher: Ruft mich nicht an."

Es gab in den folgenden Jahren viele Gelegenheiten, bei denen Mitarbeiter die Öffentlichkeit daran erinnern mussten, dass sich Mandela tatsächlich im Ruhestand befand und Freiraum brauchte, um diesen zu genießen.

Seltenes Filmmaterial: Nelson Mandelas 87. Geburtstag war in mehrerer Hinsicht etwas Besonderes. Er verbrachte ihn an seinem Geburtsort Mvezo und die Kamera war dabei.

Mandela, seine Frau Graça Machel, weitere Familienangehörige sowie Professor Jakes Gerwel, ein langjähriger Gefährte und Freund, wurden von einem Mitarbeiter Mandelas gefilmt, wie sie diesen Tag in der Natur am Ostkap genossen. Mandela, entspannt und mit einem Strohhut gegen die Sonne ausgestattet, verbrachte einen Großteil der Zeit damit, die Kinder des Dorfes zu begrüßen. Sie waren zusammengekommen, um diesen großen Mann zu ehren, der Mvezo in der ganzen Welt bekannt gemacht hatte.

"Ich zähle mich zu den Älteren unserer Gesellschaft und in diesem Sinne auch zur ländlichen Bevölkerung, zu denen, die sich um das Wohl der Kinder und Jugend sorgen, und als engagierter Weltbürger werde ich mich für ein besseres Leben für alle einsetzen, solange ich dazu in der Lage bin..."

Es liegt in euren Händen

Zwanzig Jahre nach dem legendären Konzert im Londoner Wembley-Stadion, bei dem Freiheit für Nelson Mandela gefordert wurde, stand er auf einer anderen Bühne in der Stadt und rief die neue Generation dazu auf, ihren Beitrag zu leisten, um der Welt zu helfen.

20 Tage vor seinem 90. Geburtstag im Jahr 2008 erinnerte Nelson Mandela das Publikum daran, dass es immer noch Armut, Unterdrückung und Krankheit auf der Welt gibt und dass "unsere Arbeit noch längst nicht getan ist".

"Nach fast 90 Jahren ist es an der Zeit, dass neue Hände die Lasten heben. Es liegt in Euren Händen."

Von diesem Moment an wurde der Slogan "Es liegt in Euren Händen" ein Appell an die Menschen, Verantwortung zu übernehmen und ihren Teil dazu beizutragen, dass die Welt ein besserer Ort wird.

"Nach fast 90 Jahren ist es an der Zeit, dass neue Hände die Lasten heben. Es liegt in Euren Händen."

Bekenntnisse

Gemäß dem Wunsch Nelson Mandelas, dass die jüngere Generation ihren Beitrag dazu leisten möge, das Leben anderer zu verbessern, wurde an seinem Geburtstag im Jahr 2009 der Mandela Day ins Leben gerufen.

Innerhalb weniger Monate erklärten die Vereinten Nationen den 18. Juli als Internationalen Nelson-Mandela-Tag. Rund um die Welt ist der Tag zu einem Gedenktag geworden, an dem Einzelpersonen und Organisationen dazu ermutigt werden, Gutes für die Menschen um sie herum zu tun.

Nach drei erfolgreichen Mandela-Tagen heißt es jetzt: "Macht jeden Tag zum Mandela-Tag".

NELSON MANDELA CENTRE OF MEMORY

Die Nelson Mandela Foundation wurde als Büro für Nelson Mandela geschaffen, als dieser 1999 von seinem Amt als Präsident Südafrikas zurücktrat.

Die ursprünglich in seinem Haus in Johannesburg untergebrachte Stiftung zog in ein nahe gelegenes Gebäude um, das am 6. Mai 2003 offiziell eingeweiht wurde.

Bis Ende 2004 hatte sie sich zu einem Zentrum der Erinnerung und des Dialogs entwickelt, dessen neue Aufgabe lautete, ein Archiv über das Leben und Werk Nelson Mandelas aufzubauen und den Dialog als Mittel zur Erreichung sozialer Gerechtigkeit zu fördern.

Als Mandela 2004 das Centre of Memory and Dialogue einweihte, sagte er: "Wir möchten, dass es sich der Rückeroberung der Erinnerungen und Geschichten widmet, die durch die Macht unterdrückt wurden. Das ist der Ruf der Gerechtigkeit – der Ruf, der die maßgebliche Kraft des Projekts sein muss".

Als Nelson Mandela sich Ende 2010 endgültig ins Privatleben zurückzog, wurde aus der Nelson Mandela Foundation das Nelson Mandela Centre of Memory.

Bekenntnisse

Nelson Mandelas zweites umfassendes Buch seit dem Ende seiner Präsidentschaft wurde schnell zu einem internationalen Bestseller.

"Bekenntnisse" wurde 2010 veröffentlicht und ist die erste echte literarische Annäherung an den Mann hinter der öffentlichen Person, den Menschen hinter dem Freiheitskämpfer.

Das Buch wurde von einem Team des Nelson Mandela Centre of Memory in Zusammenarbeit mit dem Historiker Tim Couzens sowie Nelson Mandelas langjährigem Weggefährten und Freund Ahmed Kathrada zusammengestellt. Es spiegelt Nelson Mandelas eigene, ungefilterte Ansichten anhand von Briefen, Tagebucheinträgen, Notizen und Gesprächen wider.

Kurz vor der weltweiten Veröffentlichung des Buches schenkten Ahmed Kathrada und seine jüngste Tochter Zindzi Mandela ihm eine Vorabausgabe. Das Nelson Mandela Centre of Memory hat diesen Moment in einem Video festgehalten.

Nelson Mandela schaut zu, wie der Generalsekretär der Südafrikanischen Kommunistischen Partei, Blade Nzimande, sein Hemd hochzieht, um dem kubanischen Präsidenten Fidel Castro sein T-Shirt zu zeigen, auf dem die Gesichter von ihm und Mandela abgebildet sind – 2. September 2001

Nelson Mandela mit dem Anführer der Südafrikanischen Kommunistischen Partei, Blade Nzimande, der dem kubanischen Präsidenten Fidel Castro sein T-Shirt zeigt
Burundi: Nach dem Tod von Mwalimu Julius Nyerere im Jahr 1999 erklärte sich Nelson Mandela bereit, dessen Platz als Vermittler bei der Friedensmission in Burundi zu übernehmen.

Der ehemalige Präsident von Tansania genoss in Burundi das Vertrauen aller Konfliktparteien, sodass die Vereinten Nationen ihn 1996 mit der Rolle des Friedensvermittlers betraut hatten. Nelson Mandela war dieser Aufgabe in ihren Augen ebenfalls würdig.

Mandela führte Nyereres Politik des Dialogs fort. Seiner Intervention war die Unterzeichnung eines Friedens- und Versöhnungsabkommens für Burundi am 28. August 2000 in Arusha zu verdanken. Auch nach der Übernahme des Amtes durch Präsident Jacob Zuma im Oktober 2001 setzte sich Mandela weiter für die Mission ein.

Im März 2001, nachdem drei afrikanische Regierungen vereinbart hatten, Friedenstruppen nach Burundi zu entsenden, schrieb Nelson Mandela an Kofi Annan, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen. Er wies darauf hin, dass, obwohl Belgien sich zur Übernahme der Kosten bereit erklärt hatte, er dankbar wäre, wenn die Vereinten Nationen für ein mögliches Defizit aufkommen würden.

Er schrieb, dass die Tötungen trotz der Fortschritte am Verhandlungstisch weitergingen: "Wir haben Truppen [aus Südafrika, Ghana und Nigeria] beordert, die nach Burundi entsendet werden, um dem Morden unschuldiger Zivilisten ein Ende zu setzen."

Er ist ehemaliger Präsident und war ein knallharter Taktiker ... aber Nelson Mandela ist auch für seinen Sinn für Humor bekannt.

Fröhlich tanzen: Ein humorvoller Brief an Kgalema Motlanthe, den damaligen Generalsekretär des African National Congress (2002)

Nelson Mandela war nicht nur Freiheitskämpfer, politischer Gefangener, Friedensnobelpreisträger und als Präsident ein knallharter Taktiker, er ist auch für seinen Sinn für Humor bekannt.

2002 schrieb er während seines Jahresurlaubs einen humorvollen Brief an seinen Kameraden Kgalema Motlanthe. Dieser war ebenfalls politischer Gefangener gewesen und wurde später Generalsekretär des African National Congress.

Mandela berichtete in seinem Brief, dass er die Feierlichkeiten zum 90. Jahrestag der Gründung des ANC im Fernsehen gesehen habe – dort waren "zwei bekannte Schwergewichte" aus der Organisationszentrale zu sehen, die "munter mit dem Publikum tanzten".

"Ganz bestimmt waren alle, die ihre leichtfüßigen Schritte sehen konnten, enorm beeindruckt. Manch einer hätte erwartet, dass sie sich angesichts der Würde ihrer Ämter und aufgrund von Konventionen gravitätisch bewegen würden."

Mandela ist dafür bekannt, dass er bei Versammlungen auf der ganzen Welt auf der Bühne tanzt.

Mitwirkende: Geschichte

Photographer — Ardon Bar-Hama
Photographer — Matthew Willman
Photographer — Debbie Yazbek
Photographer — Benny Gool
Animation — Umlando WeZithombe
Research & Curation — Nelson Mandela Centre of Memory Staff

Quelle: Alle Medien
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