1994 bis 1999

NELSON MANDELA: Präsidentschaft

Nelson Mandela Centre of Memory

"Meine Ernennung zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten der Republik Südafrika erfolgte gegen meinen Rat."

Nelson Mandela wurde im Jahr 1991 Präsident des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC). Er führte die Verhandlungen des ANC mit dem Apartheid-Staat, der mit den ersten demokratischen Wahlen in Südafrika im Jahre 1994 endete, und mit anderen politischen Organisationen. Die Wahl wurde vom ANC gewonnen und im Mai 1994 wurde Mandela der erste demokratisch gewählte Präsident Südafrikas. Von Anfang an war er entschlossen, nur eine Amtszeit als Präsident zu amtieren. 1999 gab er seinen Rücktritt als Präsident bekannt und zog sich aus der aktiven Politik zurück.

Am 16. Oktober 1998 setzte sich Nelson Mandela an seinen Schreibtisch, nahm ein blaues Notizblatt und schrieb mit seinem Lieblingsstift in klarer, entschiedener Schrift in römischen Ziffern das Datum nieder. Dann fuhr er mit dem Arbeitstitel fort: "Präsidentschaft", gefolgt von "Erstes Kapitel". Dies war der Beginn einer Fortsetzung seiner Autobiografie "Der lange Weg zur Freiheit".

Irgendwann schrieb er oben auf der Seite das Wort "Entwurf". Das letzte Jahr seiner Präsidentschaft, seine Beteiligung an den Burundi-Verhandlungen, aktuelle politische Geschehnisse, die Anforderungen seiner karitativen Arbeit und ein endloser Besucherstrom standen dem Fertigstellen des Buches im Weg.

Seine Berater schlugen ihm vor, mit einem professionellen Schriftsteller zu arbeiten, aber er lehnte dies ab. Das Buch lag ihm sehr am Herzen und er wollte es selbst schreiben. Für eine Weile hatte er zwar eine wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt, wurde aber mit der Zeit unzufrieden mit diesem Arrangement. Schließlich kam das Vorhaben dann zum Erliegen.

Das Buch "Bekenntnisse" (Originaltitel: Conversations with Myself), das im Jahr 2010 veröffentlicht wurde, enthält Ausschnitte aus diesem Fortsetzungsentwurf. Zitate daraus finden sich im Buch "Nelson Mandela By Himself: The Authorised Book of Quotations", das 2011 veröffentlicht wurde.

"Ich bin davon überzeugt, dass der Präsident eines Landes wie dem unseren nicht völlig anders leben darf als all die Menschen, die ihm die Macht übertragen haben."

In der Rohfassung der Fortsetzung seiner Autobiografie schreibt er, wie ihm das Amt des Präsidenten, das er nach den ersten demokratischen Wahlen des Landes im Jahr 1994 antrat, "aufgedrängt" worden sei und dass er der Ansicht gewesen sei, jemand Jüngeres sollte diese Verantwortung übernehmen.

Bemerkenswert ist auch, dass Mandela vor der Ernennung als Präsident beschloss, nur für eine Amtszeit anzutreten. Diese Einstellung seinerseits wird vielleicht am häufigsten als Beispiel für das genannt, was ihn von den politischen Führern in anderen afrikanischen Ländern unterscheidet.

Nelson Mandela scherzt vor dem Präsidentenbüro in Kapstadt (Tuynhuys) mit US-Vizepräsident Al Gore – mit im Bild Vizepräsident Thabo Mbeki.
TAGEBÜCHER: 29. August
Terminkalender: 11. bis 13. Dezember

Als Präsident nutzte Nelson Mandela seine Tischkalender sowohl als Notizbücher als auch als Tagebücher. Sein persönlicher Assistent machte Notizen zu den Aktivitäten, wie Partys für Veteranen des Befreiungskampfes, Enthüllung von Gedenktafeln, Fundraising-Tees, Regierungsarbeit und vor allem "Ruhe".

Als Präsident nutzte Nelson Mandela die Tagebücher in erster Linie, um sich zur Vorbereitung auf bevorstehende Treffen Notizen zu machen oder festzuhalten, was die verschiedenen Mitglieder des Parlaments im House of Assembly gesagt hatten.

Auf der Seite für den 29. August 1995, auf der auch Statistiken über Mittel für HIV/AIDS-Kampagnen aufgeführt sind, vermerkte er:

"An Schulen und in Jugendzentren werden Programme für verantwortungsvollen Umgang mit Geschlechtsverkehr durchgeführt. 200 'Aids-Taxis' sind rund um Gauteng und KwaZulu/Natal unterwegs und weitere 50 in jeder Provinz."

In seinem Kalender von 1998 notierte er auf der Seite für den 11. bis 13. Dezember, dass man in einem südafrikanischen Gefängnis gewesen sein muss, um zu erfahren, wie grausam Menschen zueinander sein können.

Nelson Mandela bei einem Treffen mit Oberst Muammar al-Gaddafi, Jassir Arafat und anderen
Gesundheitszustand: Diese Notiz, bei der ein Absatz handschriftlich korrigiert wurde, wird im Archiv des Nelson Mandela Centre of Memory aufbewahrt.

Während seiner gesamten Amtszeit als Präsident Südafrikas sprach Nelson Mandela stets offen über seine Gesundheit. Er hatte sich in seiner Gefängniszeit an Gerüchte über seinen "schlechter werdenden" Gesundheitszustand gewöhnt.

Als Präsident ging er direkt auf alle entsprechenden Fragen ein; ob es sich um Pressemitteilungen handelte oder darum, sich mit seinen Ärzten vor der Presse zu zeigen, er äußerte sich stets freimütig.

Dabei ging er sogar so weit, für den 22. Februar 1990 selbst eine offizielle Mitteilung zu seiner Gesundheit zu verfassen. Diese getippte Notiz mit einem ausgestrichenen und handschriftlich ersetzten Absatz befindet sich im Archiv des Nelson Mandela Centre of Memory.

Valentinstag: Nelson Mandela nahm sich die Zeit, einem jungen Bewunderer zu antworten, der ihn gefragt hatte, ob er den Valentinstag gefeiert hätte.

Mitten während seiner zermürbenden Amtszeit als Präsident von Südafrika nahm sich Nelson Mandela die Zeit, einem jungen Bewunderer zu antworten, der ihn gefragt hatte, ob er den Valentinstag gefeiert habe.

In seiner Antwort vom 13. Februar 1995 gab er zu, dass er nicht sehr viel darüber wüsste. Er nutzte das Schreiben, um von seiner Herkunft zu erzählen sowie davon, dass er eigentlich erst nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis das erste Mal Valentinsgrüße erhalten habe – und da war er bereits über 70 Jahre alt.

Nelson Mandela zu Beginn eines Staatsbesuchs auf den Philippinen (1. bis 3. März 1997)
Mitwirkende: Geschichte

Photographer — Ardon Bar-Hama
Research & Curation — Nelson Mandela Centre of Memory Staff

Quelle: Alle Medien
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