TRISTAN – Berlin zeigt Zähne

Museum für Naturkunde Berlin

Der erste Tyrannosaurus rex in Europa

Wer ist Tristan?
Tristan Otto ist das bisher einzige Originalskelett eines T. rex in Europa. Das zwölf Meter lange und 4 Meter hohe tiefschwarze Skelett des Raubsauriers aus der Oberkreidezeit wurde 2010 in Montana, USA, in der Hell Creek Formation gefunden. Es ist eines der am besten erhaltenen Tyrannosaurus rex Exemplare weltweit.
Geschichte des T-Rex
Bereits 1902 wurden in diesem Gebirgszug die Skelettreste eines noch unbekannten Raubsauriers gefunden, dem Henry Fairfield Osborn drei Jahre später einen wissenschaftlichen Namen gab: „König der Schreckensechsen“ - Tyrannosaurus rex. Inzwischen ist der bekannteste Saurier aller Zeiten aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken.
Der gigantische Raubsaurier war im ausgewachsenen Zustand bis zu 4 Meter hoch, über 12 Meter lang und etwa 7 Tonnen schwer. Sein massiger Schädel war an das Reißen großer Beute angepasst.
Von Tristan sind 170 Knochen erhalten, alleine 50 Schädelknochen, was eine absolute Besonderheit darstellt. Nicht alle sind vollständig, aber identifizierbar. Das Fossil ist etwa 66 Millionen Jahre alt.
Die Knochen sind insgesamt sehr gut erhalten, aber auch fragil. Tristan Otto war in tonhaltigem Gestein eingebettet, was sein Skelett angreifbar macht. Tonmineralien sind für die dunkle Färbung des Fossils verantwortlich.

Der Tyrannosaurus-Fund wurde zunächst verschiedenen Museen in Nordamerika und Kanada zum Kauf angeboten, allerdings ohne Erfolg. Besonders für die Wissenschaft kann es deshalb als großer Glücksfall angesehen werden, dass der Geschäftsmann und private Sammler Niels Nielsen zu diesem Zeitpunkt auf der Suche nach einem T. rex Schädel war. Begeistert von dem Skelett, erwarb er 2014 zusammen mit seinem Freund, Jens Peter Jensen, die tiefschwarzen Überreste des Raubsauriers. Die Söhne beider Eigentümer sind Namenspaten dieses außergewöhnlichen Fossils: Tristan Otto.

Wie Tristan nach Berlin kam
Von Anfang an war geplant Tristan Otto der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das Fossil der Forschung zur Verfügung zu stellen. Dabei fiel die Wahl der Eigentümer auf das Museum für Naturkunde in Berlin. Nicht nur wegen seiner Erfahrungen in der Präsentation von originalen Dinosaurierskeletten – auch die paläontologische Forschung hat am Berliner Naturkundemuseum eine lange Tradition.
Tristans Skelett zeigt eine Reihe krankhafter Veränderungen. Schwellungen am linken Unterkiefer deuten auf Infektionen oder einen Tumor hin. Der gegenüberliegende Oberkiefer weist Zahnanomalien auf, also Veränderungen an Zahnkronen und Wurzeln. Gut vorstellbar, dass eine Infektion des Unterkiefers extrem schmerzhaft war und deshalb geschont wurde, soweit das ging.
Der wertvolle Original-Schädel von Tristan wird in einer Vitrine präsentiert. Die Montage ist extra so angelegt, dass aus den passgenauen Halterungen jedes Schädelteil einzeln entnommen und wissenschaftlich untersucht werden kann. Die Schädelmontage besteht aus 47 Einzelteilen, denn nicht jedes Teil entspricht einem Knochen.

In 4 Metern Höhe am aufgestellten Skelett hängt eine exakte Kopie des Schädels.

In 4 Metern Höhe am aufgestellten Skelett hängt eine exakte Kopie des Schädels. In Detailarbeit wurden dazu in den Präparationslaboren des Museums einzelne Abgüsse von allen 47 Schädelteilen angefertigt und später zu einer identischen Kopie zusammengesetzt.

Forschung & Ausstellung
Tristan Otto steht dem Museum für Naturkunde über die nächsten Jahre für Forschung und Präsentation zur Verfügung. Das Skelett bleibt in Privatbesitz, erhält aber eine Inventarnummer des Museums. Mit MB.R.91216 ist der Tyrannosaurus für die Wissenschaft identifizierbar und die Daten zugänglich.
Berlin zeigt Zähne
Seit Dezember 2015 ist das Original-Skelett von Tristan in einer eigenen Ausstellung zu sehen. Saurier-Mäzen Niels Nielsen (rechts) und Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, nahmen neben Generaldirektor Prof. Dr. Johannes Vogel (links) an der feierlichen Eröffnung teil.
Tristan ist Dinomite!
Mit einer außergewöhnlich hohen Medienresonanz und mehr als 500.000 Besuchern in den ersten 6 Monaten avancierte Tristan schnell zum neuen Publikumsliebling des Museums für Naturkunde.
Mitwirkende: Geschichte

Texte: Linda Gallé, Uwe Moldrzyk, Mathias Paul

Bilder: Carola Radke, Hwa Ja Götz, Museum für Naturkunde, Linus Esch

© www.naturkundemuseum.berlin

Quelle: Alle Medien
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