2015

Philharmonie Berlin

Berliner Philharmoniker

Willkommen in der Philharmonie, dem musikalischen Herz Berlins

Das Gebäude
Die Philharmonie ist seit mehr als 50 Jahren das musikalische Herz Berlins. Bei der Eröffnung 1963 noch an der Peripherie West-Berlins gelegen, wurde sie nach der Wiedervereinigung Teil der neuen urbanen Mitte. Ihre ungewöhnliche, zeltartige Form und ihre weithin leuchtende, gelbe Farbe macht sie zu einem den Wahrzeichen der Stadt. An ihrer ungewöhnlichen Architektur und der neuartigen Konzeption des Konzertsaals entzündeten sich anfangs Kontroversen, mittlerweile dient sie als Vorbild für Konzerthäuser in der ganzen Welt. »Ein Mensch im Angesicht eines andern, gereicht in Kreise, in mächtig schwingendem Bogen um strebende Kristall-Pyramide.« Bereits 1920 notierte der Architekt Hans Scharoun jene Worte als Vision für den idealen Theaterraum. Aus dieser Idee entwickelte er 35 Jahre später den Großen Saal der Philharmonie, in der das Podium mit den Musikern den Mittelpunkt bildet.

Die Philharmonie von außen mit dem Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde

Kasse
An dieser Kasse sind die Karten für die von der Stiftung Berliner Philharmoniker veranstalteten Konzerte erhältlich.
Hauptfoyer
Seit 1963 ist sie Heimstätte der Berliner Philharmoniker. Doch nicht nur das. Viele andere Veranstalter nutzen den Großen Saal und den Kammermusiksaal für Konzerte und Aufführungen. Ein Ort des kulturellen Miteinanders, der künstlerischen Begegnungen. Nichts anderes wollte der Architekt Hans Scharoun schaffen, als er dieses Haus konzipierte.  Machen Sie sich auf, erkunden Sie die Philharmonie, ihre Architektur und ihre Geschichte.

B-A-C-H: Bei der Gestaltung der bunten Mosaike, die in den Natursteinboden eingefügt sind, ließ sich ihr Schöpfer, Erich F. Reuter, von Werken Johann Sebastian Bachs inspirieren.

Der Shop wurde 2002 vom Architektenbüro Kahlfeldt in das Foyer integriert.

Der Shop mit seinem breiten Angebot an CDs, DVDs, Fachliteratur und Geschenkartikeln steht den Besuchern während der Konzerte offen.

Hans Scharoun (1893-1972) gewann den Wettbewerb, den die Stadt Berlin 1956 für den Neubau der Philharmonie ausgeschrieben hatte. Er gehörte zu den avantgardistischen Architekten seiner Zeit. Seine Vision: Raum für den »freien Menschen« zu schaffen.

Treppen und Fenster
 Hier geht’s lang: zu den Blöcken rechts sowie zum Hermann-Wolff-Saal und ins Südfoyer, Räumlichkeiten, in denen bei Konzerten der Berliner Philharmoniker die Einführungsveranstaltungen stattfinden. Die Farbglaswände von Alexander Camaro – hier als Arrangement von blau und grün Tönen – bilden einen ganz eigenen Kontrapunkt zur Architektur. Scharoun wollte mit dem Effekt des farbigen Lichts den festlichen Charakter des Hauses steigern.

Die Treppen wirken wie Brücken, die einzelne Ebenen verbinden. Sie geben dem Foyerraum eine schwebende Leichtigkeit, die ebenfalls vom Schiffsbau inspiriert ist.

Die Glaswand des Hauptfoyers gestaltete Alexander Camaro als »Farb-Descrescendo«, das von intensivem Rot über grau-weiße Töne zu durchsichtigem Glas abklingt. Die Glaswände des Hauses bestehen aus kreisförmigen Glasbausteinen, die mit Antik- oder Farbglas beklebt und in Beton eingebettet wurden.

Die Leuchten entwarf Günther Ssymmank: Sie bestehen aus je 72 fünfeckigen Polyamidflächen, die auf ein kugelförmiges Kunststoffgerüst aufgesetzt sind.

Kleine, teilweise brückenartige Treppen führen zu den Saaltüren, die gleichzeitig als Schallschleusen dienen.

Südfoyer mit Dirigenten-Büsten
Im Gegensatz zur offenen Weite des Hauptfoyers mit dem höher gelegenen nördlichen Umgangsfoyer gestaltete Scharoun das Südfoyer als abgeschlossenen Raum, der zum kontemplativen Rückzug einlädt. Hier findet ein Teil der Einführungsveranstaltungen für die Konzerte der Stiftung Berliner Philharmoniker im Großen Saal statt.

Er gilt als der erste große Orchestererzieher des Berliner Philharmonischen Orchesters: Hans von Bülow (1830–1894). Nachdem die Philharmoniker in der Anfangszeit mit mehreren hervorragenden Dirigenten zusammengearbeitet hatten, wurde er auf Betreiben des Konzertagenten Hermann Wolff 1887 deren musikalischer Leiter. Bülow stellte hohe Ansprüche an das Orchester, probte unerbittlich. Das Ergebnis: Die Berliner Philharmoniker feierten mit ihm Triumphe.

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Der gebürtige Ungar Arthur Nikisch (1855–1922) leitete das Berliner Philharmonische Orchester von 1895 bis zu seinem Tod 1922. Er, der selbst seine Karriere als Orchestergeiger begann, verstand es wie kein anderer, die Musiker mit seinem Charme, seinem Charisma und seiner im Intuitiven wurzelnden Interpretationskunst mitzureißen. Unter Nikischs Leitung nahm das Berliner Philharmonische Orchester seinen ersten Tonträger auf.

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Wilhelm Furtwängler (1886–1954) wurde 1922 als Nachfolger von Arthur Nikisch Chef des Berliner Philharmonischen Orchesters. Anders als sein Vorgänger setzte er sich zunächst stark für das zeitgenössische Repertoire ein und erregte dadurch nach der Machtergreifung Hitlers den Unmut der nationalsozialistischen Führung. Gleichwohl wurde er, der nie der Partei angehörte und sich als unpolitischen Künstler bezeichnete, von dieser als Dirigent hochgeschätzt. Nach 1945 erhielt er Berufsverbot. In einem Entnazifizierungsprozess wurde Furtwängler 1947 freigesprochen und konnte danach wieder die Berliner Philharmoniker dirigieren. Doch erst 1952 übernahm er wieder offiziell die Position des Chefdirigenten, die er bis zu seinem Tod zwei Jahre später innehatte.

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Nach dem Tod von Wilhelm Furtwängler wurde Herbert von Karajan (1908–1989) Chefdirigent des Orchesters – für fast 35 Jahre. Unter seiner Leitung entwickelte es jene spezifische Klangkultur und jene brillante, virtuose Perfektion, für die es heute weltberühmt ist. Mit ihm zogen die Philharmoniker 1963 in die von Scharoun gebaute Philharmonie. Mit ihm wurde das Orchester zum Medienstar. Und noch zwei Dinge verdankt es dem Dirigenten: die Salzburger Osterfestspiele, die er 1967 ins Leben rief, und die Orchester-Akademie.

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Herbert von Karajan in der Digital Concert Hall

Claudio Abbado (1933-2014) war Chefdirigent von 1990 bis 2002. Erstrebte einen transparenteren Orchesterklang an als sein
Vorgänger Herbert von Karajan. Mit seinen Konzertprogrammen setzte er ganz eigene ästhetische Akzente. Kennzeichnend für die Ära Abbado waren die großen Konzertzyklen, die ein spezielles Thema in den Mittelpunkt stellten, beispielsweise Prometheus, Faust oder Shakespeare, und die Auseinandersetzung mit dem Werk Gustav Mahlers.

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Claudio Abbado in der Digital Concert Hall

Großer Saal
»Ist es ein Zufall, dass überall, wo improvisiert Musik erklingt, sich Menschen sofort zu einem Kreis zusammenschließen?« Aus dieser Überlegung heraus entwickelte Hans Scharoun diesen Konzertsaal. In ihm bildet das Podium mit den Musikern den Mittelpunkt, um den sich die Zuhörer gruppieren. Damit präsentierte der Architekt ein Konzept, das nicht den traditionellen Vorstellungen eines Konzertsaals mit der Gegenüberstellung von Musikern und Publikum entsprach.

Der große Saal der Philharmonie ist nicht nur für seine Architektur, sondern auch für seine hervorragende Akustik berühmt. Bei der Planung arbeitete Scharoun mit dem Akustiker Lothar Cremer von der Technischen Universität Berlin zusammen. Viele architektonische Details wie beispielsweise Verlauf und Höhe der Stufungen und Brüstungen ergaben sich aus akustischen Überlegungen. Trotz intensiver Vorarbeiten wurden später Nachbesserungen nötig: Eine der einschneidendsten war 1975 die Erhöhung des Podiums, durch die der Klang der Streicher besser zur Geltung kommt.

Besuchen Sie die Digital Concert Hall und sehen Sie die Konzerte der Berliner Philharmoniker seit 2009.
Zur Digital Concert Hall

»Der Saal ist wie ein Tal gedacht, auf dessen Sohle sich das Orchester befindet, umringt von den ansteigenden Weinbergen.« Das Bild von sanft abfallenden Bergterrassen setzte Scharoun in der Gestaltung der Zuschauerränge um, die 2218 Besuchern Platz bieten. Der Architekt hatte die Vision, einen Konzertsaal für eine demokratische Gesellschaft zu schaffen: keine hermetische Abgrenzung der einzelnen Ränge sowie eine gleichbleibend gute Akustik auf allen Plätzen.

Im Unterschied zu traditionellen Konzertsälen, in denen die Orgel direkt über dem Orchesterpodium platziert ist, hat Scharoun das Instrument an die rechte Peripherie des Raumes gerückt. Die Orgel verfügt über 72 Register, vier Manuale sowie ein Pedal und kann sowohl über einen mechanischen, als auch einen mobilen elektrischen Spieltisch bedient werden. Sie stammt aus der Berliner Orgelwerkstatt Karl Schuke.

Camille Saint-Saëns: Symphonie Nr. 3 “Orghel-Symphonie” (Finale) / Thierry Escaich, Orgel · Zubin Mehta, Dirigent · Berliner Philharmoniker / Aufgenommen in der Berliner Philharmonie, 26. September 2015

Hinter diesen mit Marmor verkleideten Jalousien verbergen sich die Pfeifen der Chororgel. Ihre 12 Register verteilen sich auf drei Werke (zwei Manuale und ein Pedal), die wie die Hauptorgel über einen mobilen elektrischen Spieltisch zum Klingen gebracht werden. Die Chororgel kommt ebenfalls aus der Werkstatt Karl Schukes.

Die Verkleidung der Saalaußenwände resultiert ebenfalls aus den akustischen Erkenntnissen Cremers und Scharouns. Die mit kleinen Löchern versehenen Wände aus Kambalaholz sind absorbierendem Material vorgesetzt, um Echowirkungen auf einem Teil des Podiums zu vermeiden.

Als Pendant zur »Weinberg-Landschaft« der Zuschauerebenen schuf Scharoun eine Decke, die er als »Himmelschaft« bezeichnete. Die vielen kleinen Leuchten sollen Assoziationen an den »Sternenhimmel« wecken. Übrigens: Die Höhe der Decke resultiert aus der für die Akustik notwendigen Luftraummenge von 10 m3.pro Kopf.

Die Form der Decke, die mit ihren drei konvex gewölbten Bögen an ein Zelt erinnert, garantiert eine gleichmäßig diffuse Ausbreitung des Schalls. Über dem Orchesterpodium hängen sogenannte »clouds« – gekrümmte Polyester-Flächen, die als Reflektoren dienen. Sie ermöglichen den Musikern, sich untereinander besser zu hören.

Studios
 In diesem ursprünglich für Schallplattenaufnahmen eingerichteten Studio ist seit 2008 die Videotechnik der Philharmonie installiert. Bildregisseure und Kameramänner steuern von hier aus sieben im Saal montierte HD-Kameras für die Online-Übertragungen der Berliner Philharmoniker in der Digital Concert Hall. Auf diesem Wege werden jede Saison rund 40 Konzerte live übertragen und anschließend im Videoarchiv der Digital Concert Hall angeboten. Videostudio

Die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker bietet klassische Konzerte als Video-Stream für Tablet, Smartphone, SmartTV oder PC an – mit einer Videoqualität in High Definition und exzellentem Ton. Auf diese Weise dokumentiert die Digital Concert Hall nahezu lückenlos die künstlerische Arbeit der Berliner Philharmoniker und ihrer musikalischen Partner - vom Chefdirigenten Sir Simon Rattle bis hin zum namhaften Gastdirigenten und Solisten.

Digital Concert Hall

Übergangsfoyer
Das Übergangsfoyer verbindet die Philharmonie mit dem Kammermusiksaal. Die weißen Kabinen waren Telefonzellen, die die Journalisten nutzten, um die Konzertkritiken an ihre Redaktionen weiterzugeben.

Glocken für die Aufführung von Berlioz’ »Symphonie fantastique« und Mussorgskys »Boris Godunow«. Die Idee für Glocken, die nicht aufgehängt werden müssen, sondern die in der Mitte gestützt werden und somit im Orchester besser einsetzbar sind, stammt von dem philharmonischen Schlagzeuger Fredi Müller. Sie wurden mit finanzieller Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der Berliner Philharmonie von der Glockengießerei Bachert in Heilbronn angefertigt.

Kammermusiksaal
Der Kammermusiksaal ist der kleine Bruder der Berliner Philharmonie – sowohl architektonisch als auch musikalisch. Seine zeltartige Gestalt und der um das Musikerpodium zentrierte Konzertsaal spiegeln die Konzeption der »großen« Philharmonie wider.
Kammermusiksaal
 Der Kammermusiksaal war von Anfang an als Teil der Philharmonie geplant, wurde erst 1987 eröffnet, 15 Jahre nach dem Tod von Hans Scharoun. Er hatte eine Skizze hinterlassen, aus der sein Partner Edgar Wisniewski die Konzeption des Baus entwickelte.  Die sechseckige Form des Kammermusiksaals war schon in der Skizze Scharouns vorgegeben. Wisniewski übernahm sie in seinen Planungen. Für die Akustik stand dem Architekten wieder Lothar Cremer beratend zur Seite. Die Anordnung und Gliederung der Zuschauerebenen ist maßgeblich von seinen Überlegungen mitbestimmt.

Wie die Philharmonie, so ist auch der Kammermusiksaal vom Musikerpodium auskonzipiert. Auch hier bildet der Podiumskern die Mitte des Baus. Das Konzertpodium birgt viele Möglichkeiten, so auch eine Orchestergraben-Versenkung für halbszenische Aufführungen. Die Variabilität des Podiums war ein wichtiges Anliegen des Architekten, der den Aufführungen von zeitgenössischer Musik einen adäquaten Raum schaffen wollte.

Auf halber Höhe durchläuft das Zuschauerparkett ein sogenannter »Aktionsring«. Er dient dazu, den Musikern weitere Auftrittspositionen zu bieten.

Die Raummusik-Emporen an der Peripherie des Saales sind ebenfalls dazu da, durch unterschiedliche Aufstellungen der Musiker zusätzliche Raumwirkungen zu ermöglichen.

Dem hellen, lichten Kern des Foyers stellt Wisnieswki an den Außenbereichen dunkle, düstere Farben gegenüber – entsprechend dem Dualismus von Dur und Moll in der Musik.
Die Art der Treppengestaltung mit den freien, brückenartigen Treppenelementen hat Wisniewski im Kammermusiksaal wieder verwendet.

Wisniewski hat viele Gestaltungselemente der Philharmonie wie beispielsweise die Glasfenster aufgegriffen und in den Kammermusiksaal integriert. Diese Farbglaswand ist von den Tönen der Wolken und des Himmels inspiriert. Hier finden die Einführungsveranstaltungen für die Kammerkonzerte der Stiftung Berliner Philharmoniker statt. Außerdem wird das Foyer für Ausstellungen genutzt.

Berliner Philharmoniker
Mitwirkende: Geschichte

Stiftung Berliner Philharmoniker

Quelle: Alle Medien
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