1723 bis 2017

Der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek

Österreichische Nationalbibliothek

Der barocke Prunksaal zählt zu den schönsten historischen Bibliotheken der Welt.

Kaiser Karl VI. (1685 – 1740) veranlasste 1722 den Bau einer Bibliothek am heutigen Josefsplatz – damals hieß er Tummelplatz, weil sich hier die Reitpferde des Hofes tummelten – und er verwirklichte damit nach der Beendigung des Spanischen Erbfolgekrieges und der Türkenkriege ein Bauvorhaben, das bereits sein Vater Leopold I. geplant hatte.

Nach den Plänen Johann Bernhard Fischer von Erlachs wurde die Bibliothek von seinem Sohn, Joseph Emanuel Fischer von Erlach in den Jahren 1723 – 1726 errichtet.

Bis 1730 zogen sich noch die Ausstattungsarbeiten und vor allem die Freskenmalereien von Daniel Gran im Prunksaal hin, ehe die Hofbibliothek in diesem imperialen barocken Saal ihre wirkliche und erste Heimstatt fand.

Die Fresken in der Kuppel

Der Prunksaal nimmt die ganze Front des Josefsplatzes ein und misst in der Länge 77,7 m, in der Breite 14,2 m und in der Höhe 19,6 m.

Zwei Langhäuser und ein zentraler Mittelrisalit mit einer Kuppelbekrönung, die eine Höhe von 29,2m erreicht, geben dem Raum eine dreiteilige Struktur, die sich auch im Bildprogramm ausdrückt. Im heutigen Eingangsflügel behandeln die von Daniel Gran gemalten Fresken Themen der Welt und des Krieges, während im hinteren, an die Hofburg angrenzenden Flügel mit dem ursprünglichen Zugang für den Kaiser und den Hof allegorische Darstellungen des Himmels und des Friedens dargestellt sind. In der Kuppel selbst sind die Apotheose Karls VI. und die allegorische Geschichte der Erbauung der Bibliothek dargestellt. Wer je diesen Saal betreten hat, in dem sich die Architektur, die Malerei und die Bücherschränke zu einem Gesamtkunstwerk verbinden, begreift besser als durch jedes Studium das universale Weltbild des Barock.

Von 1730 bis ins 19. Jahrhundert beherbergte der Bibliothekssaal mit seinen Seitenkabinetten sämtliche Handschriften, Inkunabeln, Druckschriften, Landkarten, Globen, Musikhandschriften, Notendrucke, Autographen, Handzeichnungen und Druckgrafiken der Hofbibliothek.

Heute beherbergt der Prunksaal 200.000 Bücher von 1501 bis 1850, darunter die 15.000 Bände umfassende Sammlung des Prinzen Eugen von Savoyen (1663-1736) im Mitteloval. Jährlich finden hier zwei bis drei Sonderausstellungen statt, die außergewöhnliche Objekte der Österreichischen Nationalbibliothek präsentieren. Als Publikumsmagnet zieht der Prunksaal pro Jahr rund 200.000 BesucherInnen aus aller Welt an.

Österreichische Nationalbibliothek
Mitwirkende: Geschichte

Österreichische Nationalbibliothek - www.onb.ac.at

Quelle: Alle Medien
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