Residenzgalerie Salzburg FLÄMISCHER BAROCK

DomQuartier Salzburg | Residenzgalerie Salzburg

Flämischer Barock
Im 17. Jh. teilt die politisch- konfessionelle Situation die Niederlanden in einen nördlichen und südlichen Teil. Das südliche Flandern wird im Gegensatz zum nördlichen Holland weiterhin vom Katholizismus und dem spanischen Hof bestimmt. Im Zuge der gegenreformatorischen Bestrebungen steigt der Bedarf an großformatigen Altargemälden und Andachtsbildern rasant an. Zentren sind Brüssel und Antwerpen. Hauptvertreter des flämischen Barocks ist Peter Paul Rubens. Inspiriert durch Italienaufenthalte und die Werke der italienischen Renaissance, entwickelt er seinen eigenen Stil. Kennzeichen Antwerpens ist eine enge Verflechtung von Ateliers und Künstlern. Das Zusammenwirken mehrerer Meister in einem Werk ist eine gängige Praxis.

Wie zu einem Stillleben arrangiert liegen totes Wild und Vögel auf dem Waldboden. Daneben stehen zwei Jagdhunde. Doch nicht sie alleine haben die Tiere erlegt ...

... Eine Nymphe hängt soeben die Jagdhörner an einem Baum auf. Im Hintergrund erkennt man weitere Nymphen, die sich einem kühlenden Bad hingeben. Angeführt wurde die Jagd jedoch von ...

... Diana, der Göttin der Jagd. Sie hat sich mit ihren Begleiterinnen im Wald niedergelassen. Entblößt für das Bad wird sie nur von einem zinnoberrotem Tuch bedeckt, was sie gleichzeitig hervorhebt.

Die Rückenansicht der Begleiterin mit dem blauen Tuch bildet einen Gegenpart zu Diana. Auf dem Stein liegen Schmuck, Puderquaste, Kamm, Spiegel und Schere dekorativ zusammengestellt.

Das helle Inkarnat der sinnlichen modellierten Körper hebt die Badenden vom Dickicht des Waldes ab. In feinster Manier gemalt dient die Darstellung der Körperpflege als Vorwand des Aktmotivs.

Mit ernstem Blick wendet sich Karl V. dem Betrachter zu. An einem roten Band trägt er den Orden des goldenen Vlieses, dem er als Großmeister vorsteht. Eindrucksvoll ist seine schwarze Rüstung ...

... prunkvoll das mit Perlen und Edelsteinen verzierte Cape. Mit fester Hand umschließt der Kaiser sein Schwert. Daneben hält ein kleiner Genius eine Weltkugel in seinen Händen ...

... auf diese setzt Karl V. sein Zepter, als würde er seinen Ausspruch „in meinem Reich geht die Sonne nie unter“ geltend machen. Die Krone im Hintergrund symbolisiert ein weiteres Zeichen der Macht.

Rubens zeigt Karl V. als prächtigen Kriegsherrn, der die mächtige Dynastie der herrschenden Habsburger geprägt hat.

Elegant gekleidete Herrschaften haben sich zu einem Gesellschaftsspiel zusammengefunden. Wein und exquisites Essen steuern zur Unterhaltung bei.

Die linke Gruppe gibt sich einem anderen Spiel hin. Von welcher Art, verdeutlichen die aphrodisierend wirkenden Austern und das Hündchen im Vordergrund, dem ein triebhaftes Verhalten nachgesagt wird.

Einen weiteren Hinweis geben die Gemälde im Hintergrund: Feuer und Schwefel ergießen sich auf die sündenreichen Städte Sodom und Gomorra und Danae, die von Zeus in Form eines Goldregens besucht wird.

Durch die Inhalte der Geschichten ist die Gesellschaftsszene der Bildgattung der Bordellszenen, der sogenannten bordeeltje, zuzuordnen und zeigt den ausschweifenden Lebenswandel der Gesellschaft.

Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg
Quelle: Alle Medien
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