National Gallery, London

Auf der Flucht
Monet kam das erste Mal als Flüchtling nach London, da Paris vom preußischen Heer im Deutsch-Französischen Krieg belagert wurde.

Monet und seine Frau Camille waren noch nicht lange verheiratet, als sie mit ihrem kleinen Sohn Jean über den Ärmelkanal flüchteten. Sie ließen sich in London nieder und wohnten zunächst in der Nähe des Leicester Square und dann in Kensington.

Impressionisten in London
Die Stadt hatte nachhaltigen Einfluss auf Monets Schaffen. Er traf dort andere Künstler, die ebenfalls nach London geflüchtet waren, darunter seinen Freund Camille Pissarro (dessen späteres Gemälde von London hier abgebildet ist) und seinen Mentor, Charles-François Daubigny. Daubigny stellte die beiden jungen Künstler dem einflussreichen Kunsthändler Paul Durand-Ruel vor, der in Zukunft eine wichtige Rolle dabei spielen sollte, dem Impressionismus zum Durchbruch zu verhelfen.

In London fand Monet neue Gebäude, die er malen konnte, etwa das kürzlich fertiggestellte Parlamentsgebäude und das Victoria Embankment (rechts), das sich noch im Bau befand.

Da unter der Dritten Französischen Republik nun wieder Frieden herrschte, verließ Monet London im Mai 1871 mit seiner Familie. Er nahm sich jedoch vor, wieder in die Stadt zurückzukehren, die er sehr zu schätzen gelernt hatte.

Dreißig Jahre später
Monet setzte sein Vorhaben in die Tat um und kehrte fast dreißig Jahre später nach London zurück. Zu diesem Zeitpunkt waren die Impressionisten bereits etablierte Künstler. Monet war jetzt fast 60 Jahre alt und in zweiter Ehe mit Alice Hoschedé verheiratet. Seine erste Frau Camille war im Jahr 1879 gestorben.

Monet kam zwischen 1899 und 1901 dreimal nach London und verbrachte jeweils einige Wochen in der Stadt.

Er kam oft im Savoy Hotel unter, in dem er in seinen Zimmern im 5. und 6. Stock malen konnte.

"Ohne Nebel wäre London nicht schön."
Von seinem Balkon im Savoy hatte Monet freie Sicht nach Osten auf die Waterloo Bridge und die industrialisierte South Bank und nach Westen auf die Charing Cross Bridge. Seinen Briefen an seine Frau Alice kann man entnehmen, wie fasziniert und auch frustriert er war: nicht nur durch die wechselnden Lichtverhältnisse im Verlauf des Tages, sondern auch durch den Nebel und die Luftverschmutzung, die seine Motive dunkler erschienen ließen und die Atmosphäre verfärbten.

1904 stellte Monet 37 Ansichten der Themse in der Galerie von Durand-Ruel in Paris aus, einschließlich dieses atmosphärischen Gemäldes der Charing Cross Bridge in einem Nebel aus rosafarbenen und blauen Tönen.

Die Ausstellung war ein enormer Erfolg. Viele Kritiker stellten eine Analogie zwischen ausgestellten Werken und Musik her und einige Gemälde wurden für das Doppelte dessen verkauft, was Durand-Ruel Monet dafür bezahlt hatte.

Insgesamt fertigte Monet mehr als hundert Gemälde von London an, von denen er einige als Skizzen hinterlassen und andere zerstört hat.

Rückkehr nach Frankreich
Er überarbeitete die Gemälde nach seiner Rückkehr in sein Atelier in Giverny, Frankreich (hier im Bild), was eine genaue Datierung dieser Werke unmöglich macht.
Monet kehrt zurück
Jetzt, über ein Jahrhundert später, ist Monet nach London zurückgekehrt. Seine Gemälde der Stadt können Sie sich in der Ausstellung "Monet & Architecture" der National Gallery ansehen, nur wenige Schritte von dem Ort entfernt, an dem er malte und wohnte.
Quelle: Alle Medien
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