1952 bis 2018

Das Konzerthausorchester Berlin

Konzerthaus Berlin

Von 1952 bis heute: Lernen Sie das Konzerthausorchester Berlin kennen.

Das Konzerthausorchester Berlin blickt mittlerweile auf eine über 65-jährige Tradition zurück und ist eng mit der wechselvollen Geschichte Berlins verbunden. Tauchen Sie mit uns ein in die besondere Chronik des Orchesters und lernen Sie die Chefdirigenten, historische Konzerte und die aktuellen Projekte kennen.
1952 wurde das Orchester als Berliner Sinfonie-Orchester (BSO) gegründet – als städtische Einrichtung. Einen festen Proben- und Spielort gab es damals noch nicht. Das BSO musizierte in verschiedenen Sälen der Ost-Berliner Stadtbezirke: in der Volksbühne, im Metropol-Theater, im Audimax der Humboldt-Universität – oder im Sommer auf Freilichtbühnen. Als erster Chefdirigent wurde Hermann Hildebrandt, damals Chef der Stuttgarter Philharmonie, berufen.
1960 brach die Ära von Kurt Sanderling an. Unter dem berühmten Dirigenten erfuhr das Berliner Sinfonie-Orchester seine entscheidende Profilierung und internationale Anerkennung. Dank seines Renommees konnte Kurt Sanderling weltweit berühmte Solisten, darunter David Oistrach, Emil Gilels und Mauricio Pollini, für die Zusammenarbeit gewinnen. Große Touren folgten und steigerten zusätzlich das Ansehen des Orchesters. Der 2011 verstorbene Kurt Sanderling ist Ehrendirigent und Ehrenmitglied des Konzerthausorchesters Berlin.
Als 1961 die Mauer durch Berlin gebaut wurde, stand das noch junge Orchester vor einer Herausforderung: Der größte Teil der Mitglieder wohnte im West-Teil der Stadt. Kurt Sanderling hatte noch 28 Musiker in seinem Orchester. Es mutet wie ein Wunder an, dass die Saison ohne Unterbrechung fortgesetzt wurde. Von den vier Musikhochschulen der DDR engagierte Sanderling junge Nachwuchstalente und legte mit drei Konzertreihen den Grundstein für die Anrechtskonzerte, deren Beliebtheit sich noch heute in den hohen Abonnenten-Zahlen ablesen lässt.
Sanderling begründete mit dem BSO eine bis heute viel beachtete Schostakowitsch-Tradition, die sich in zahlreichen Referenzaufnahmen niederschlug. Woher die Expertise kam? Nach seiner Emigration 1936 lebte Kurt Sanderling 24 Jahre lang in Russland. Ab 1942 war er Dirigent der Leningrader Philharmoniker und hatte zeitweilen eine Professur am Leningrader Konservatorium inne. Damals lernte er auch Schostakowitsch kennen – bei der Uraufführung dessen 7. Sinfonie in Nowosibirsk. Ab diesem Zeitpunkt verband die beiden eine enge Freundschaft.
1977 wurde Günther Herbig zum Chefdirigenten berufen, der bis dato das gleiche Amt bei der Dresdner Philharmonie bekleidete. Ein ganz besonderes Konzert unter Herbig ereignete sich am 15. Oktober 1981. Der Wiederaufbau des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt war im vollen Gange – das hinderte das Berliner Sinfonie-Orchester aber nicht daran, im Rohbau des Großen Saals für die Bauarbeiter zu spielen.
1984 war ein prägendes Jahr für das Orchester. Mit Claus Peter Flor erhielt es einerseits einen neuen (und mit 31 Jahren einen überaus jungen) Chefdirigenten – andererseits bekam es nach Fertigstellung des Schauspielhauses endlich eine eigene Spielstätte. Der musikalische Heimathafen war nach über 30 Jahren gefunden.
Am 01. Oktober 1984 wurde das Schauspielhaus mit einem großen Eröffnungskonzert unter der Leitung von Claus Peter Flor und Kurt Sanderling eingeweiht. Auf dem Programm standen unter anderem die Ouvertüre zu Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ und Beethovens 5. Sinfonie.
Das Programmheft des Eröffnungskonzerts am 01. Oktober 1984.
Von 1992 bis 1998 bekleidete Michael Schønwandt das Amt des Chefdirigenten des Orchesters. In dieser Zeit ereignete sich ein weiterer Meilenstein: 1994 wurde das Schauspielhaus in Konzerthaus Berlin umbenannt. Darüber hinaus erhielt das BSO nach Senatsbeschluss offiziell den Status des Hausorchesters – endlich konnten sich die Musikerinnen und Musiker so richtig am Gendarmenmarkt zuhause fühlen!
2001 wurde der israelische Dirigent Eliahu Inbal Chefdirigent. Mit ihm ging das Orchester mehrere Male auf Tournee durch Japan und Asien.
2006 begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Orchesters. Es erhielt mit Lothar Zagrosek nicht nur einen neuen Chefdirigenten, sondern auch einen neuen Namen: Aus dem Berliner Sinfonie-Orchester wurde offiziell das Konzerthausorchester Berlin.

2013 freuten sich die Mitglieder des Konzerthaus Kammerorchesters gemeinsam mit dem britischen Star-Geiger Daniel Hope über den ECHO Klassik in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“. Die Auszeichnung erhielten sie für das Album „Recomposed by Max Richter: Vivaldi – The Four Seasons“, eine Neubearbeitung von Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ des britischen Komponisten Max Richter.

Ab der Saison 2012/13 bis 2017/18 spielte das Konzerthausorchester Berlin unter seinem Ehrendirigenten Iván Fischer. Seinem Ruf als visionärer Orchesterleiter folgend, begeisterte er seit seinem Amtsanritt mit neuen Konzertformaten und Projekten, mit denen er dem Publikum unerwartete Perspektiven bietet und neue Türen zur klassischen Musik öffnet.
Mit rund 100 Konzerten pro Saison prägt das Konzerthausorchester Berlin das künstlerische Programm und den Klang des Hauses am Gendarmenmarkt.

Die seit 2014 bestehende Reihe „Mittendrin“ ist eins der neuen Konzertformate, die über das herkömmliche Konzerterlebnis hinausgeht. Dabei ist „Mittendrin“ durchaus wörtlich zu verstehen! Das Orchester verlässt für diese Konzerte die Bühne und spielt im von Sitzreihen befreiten Parkett des Großen Saals. Das Publikum nimmt zwischen den Musikern Platz – getreu unseres Mottos: Mittendrin statt nur dabei!

Die Musiker des Konzerthausorchesters Berlin laden jeden ein, ihre Leidenschaft mit ihnen zu teilen. Bei unseren Wunschkonzerten, bei denen das Publikum das Programm bestimmt, oder bei der Aktion „Dirigier uns!“ 2014 auf dem Gendarmenmarkt. Hier durften die Passanten selbst zum Taktstock greifen und das Konzerthausorchester Berlin dirigieren.

Dass Musik und Fußball viele Gemeinsamkeiten haben, bewiesen Ehrendirigent Iván Fischer und Pál Dárdai, Cheftrainer von Hertha BSC, im Februar 2016 in einem gemeinsamen Clip. Bei der Aktion „So klingt nur Berlin“ zeigten sie, was Fans vereint: Erlebnisse, die bewegen und begeistern, das einzigartige Gefühl, live dabei zu sein, die Magie des Moments, das fulminante Finale. Und hinter allem steht der Ansporn zu Höchstleistung, Teamgeist, die Perfektion des Zusammenspiels und die Leidenschaft für eine gemeinsame Vision.

„Willkommen in unserer Mitte“: Am 1. März 2016 luden die Berliner Philharmoniker, das Konzerthausorchester Berlin und die Staatskapelle Berlin zu einem Sonderkonzert für Flüchtlinge und Helfende in die Philharmonie. Die drei Orchester unter der Leitung ihrer Chefdirigenten Sir Simon Rattle, Iván Fischer und Daniel Barenboim hießen die Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, in Berlin willkommen und dankten zugleich den vielen Helfern für ihr haupt- und ehrenamtliches Engagement.

Der knatternde Trabbi an der Goldelse, das „Düü-düü-düü“ der S-Bahn-Tür, die brutzelnde Curry-Wurst in Kreuzberg oder das beruhigende Tuckern der Spreedampfer – die Geräusche und Klänge Berlins sind einzigartig und unnachahmlich! Wirklich?
Das Konzerthausorchester Berlin unterstrich die Verbundenheit zur Stadt und kreierte mit insgesamt 13 Videos seine ganz eigene Hommage an Berlin. #klangberlins ist seit Mitte Januar 2017 auf unserem YouTube-Kanal zu sehen.

2017 wurde die „Stiftung Kurt-Sanderling-Akademie des Konzerthausorchesters Berlin“ gegründet. Mit dem Namenspatron ehrt die Akademie den großen Chefdirigenten, der auch ein Vorreiter der Nachwuchsförderung war. Unterstützt wird die Orchester-Akademie von der Ardian Foundation, Zukunft Konzerthaus und weiteren privaten Förderern. Projektpartner sind das Schleswig-Holstein Musik Festival und das Youth Orchestra of the Americas.
Iván Fischer bleibt dem Konzerthausorchester Berlin ab der Saison 2018/19 als Ehrendirigent eng verbunden. Er steht für mehrere Programme am Pult, unter anderem bei der Reihe „Mittendrin“. Außerdem verwirklicht er am Haus ein kompositorisches Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt: Seine Kinderoper „Der Grüffelo“ nach Axel Schefflers und Julia Donaldsons bekanntem Bilderbuch hat im Januar 2019 Premiere.
Christoph Eschenbach, designierter Chefdirigent ab der Saison 2019/20, unterzeichnete seinen Vertrag im Konzerthaus Berlin in Anwesenheit des Kultursenators Klaus Lederer und Intendant Sebastian Nordmann.
Konzerthaus Berlin
Mitwirkende: Geschichte

© Konzerthaus Berlin

Quelle: Alle Medien
Der vorgestellte Beitrag wurde möglicherweise von einem unabhängigen Dritten erstellt und spiegelt nicht zwangsläufig die Ansichten der unten angegebenen Institutionen wider, die die Inhalte bereitgestellt haben.
Mit Google übersetzen
Startseite
Erkunden
In der Nähe
Profil